Teil 4/8
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Die Ton-Skala

Man muß kein Philosoph sein, um festzustellen, daß sich das Leben zwischen den Extremen von Ursache und Wirkung bewegt. Wirkung ist man bei Tod, Versagen oder unerwünschten Effekten des Lebens [30]. Man ist Ursache, wenn alles so vonstatten geht, wie es den eigenen Vorstellungen entspricht.

Spätestens an diesem Punkt müssen wir uns fragen, wo wir mit Scientology eigentlich hin wollen. Was kann Scientology einem Menschen bieten? Was kann sie der Gesellschaft bieten?

Im Gegensatz zu anderen Philosophien und Religionen propagiert Scientology nicht den Weg hinaus. Vielmehr soll ein Wesen dazu befähigt werden, dieses Spiel zu seiner eigenen Zufriedenheit und in Hinblick auf das größte Wohl der größten Anzahl der Dynamiken zu spielen.

Das ist vielleicht der einzig schwierige Punkt, den es bei Scientology zu verstehen gibt: Einerseits befassen wir uns mit dem Leben als Statik, also mit dem absoluten Nichts in Begriffen des physikalischen Universums und in Begriffen eines Spiels. Und nachdem die Gesetzmäßigkeiten des Statik begriffen wurden, befassen wir uns mit dem Statik im Spiel, dem Thetan - vielleicht ein Paradox auf den ersten Blick.

In seinem Buch "Scientology - Religion oder Geistesmagie" [31] versucht Werner Thiede festzustellen, ob Scientology bei der Gnosis oder bei der Magie anzusiedeln ist. Er greift dabei auf eine Aussage Hubbards zurück, der da sagt "Es ist nicht das Ziel von Scientology, alles Existierende aufzulösen oder das Individuum von allen Fallen, die es überall umgibt, zu befreien. Das Ziel von Scientology ist vielmehr, ein Individuum zu befähigen, mit seinen Mitmenschen ein besseres Leben nach eigener Vorstellung führen und ein besseres Spiel spielen zu können. [32]" (Thiede: Seite 19)

"Als religiöse Größe meint "Gnosis" die Erkenntnis des Wesens von Gott bzw. Göttlichem, Welt und Mensch in einem" (Thiede: Seite 17). Gnosis ziele auf eine letztendliche Erlösung während Magie nicht die absolute Erlösung anstrebe sondern wesenhaft mit Grenzen rechne. In der Magie "geht es zwar wie in der Gnosis um die Vorherrschaft des Geistes, des Wissens, aber dabei strebt sie nicht nach Integration und Rückkehr ins göttliche Sein, sondern nach Unterwerfung und Kontrolle"... "So bildet ihr Zentrum der Mensch, der seine eigenen Fähigkeiten schöpferisch entfaltet, ja womöglich selbst zum Schöpfer wird". (Thiede: Seite 19-20).

Es wird hier versucht etwas mit einem "Lable" zu behaften, für das es möglicherweise noch keinen "Lable" gibt. Wir stellen uns in verschiedenen Religionen und Weltanschauungen immer wieder die Fragen: Gibt es nur einen Gott? Sind wir "heruntergekommene" Götter? Sind wir Geschöpfe, sprich Kreationen, oder ebenfalls Schöpfer?

Wenn der Begriff Statik mit Schöpfer gleichgesetzt wird, ist das in scientologischer Sicht richtig - Statik als Potential, als Quelle, als Ausgangspunkt der Kreation. Statik und Gott haben die gleiche Bedeutung, wenn sie als Ursprung oder Schöpfer betrachtet werden. Dieser Gott, Ursprung oder Schöpfer kann ein Spiel kreieren und es dabei belassen. Es kann es anderen zum Spiel freigeben und dann weiterhin Statik sein. In dem Moment wo er sich jedoch dazu entschließ irgendeinen Einfluß auf das Spiel auszuüben, wird er selbst zum Spieler.

In der Philosophie Scientology's gibt es zwar die Dynamik des Schöpfers, die achte Dynamik. Es ist jedoch nicht gesagt, daß es nur einen Schöpfer gibt, wie es in den monotheistischen Religionen, dem Judentum, Christentum und Islam, gesagt wird.

Scientology baut darauf auf, daß alles, was von einem Individuum wahrgenommen und erfahren werden kann, eine Kreation oder KO-Kreation (einer Gemeinschaftskreation) dieses Individuums ist (Vergl. auch Abschnitt "Holographischer Aspekt des Universums"). In diesem Sinne gibt es für uns nicht den "einen Gott", der alles kreiert hat. In diesem Sinne ist der Gott dieser Glaubensreligionen ebenfalls ein Spieler; ein Spieler, der einen Einfluß auf die Menschheitsentwicklung ausübt - zugegebenermaßen ein großer Spieler.

Kommen wir jedoch zu dem Punkt zurück wo sich das tatsächliche Leben abspielt:

Alles Leben tritt in den Kreislauf von "Geburt - Wachstum - Sterben".

Wir beobachten dies in der Natur: Leben tritt in einen "Spielzyklus" von starten, verändern und stoppen. Hubbard beschreibt dies als einen Aktionszyklus.

Dieser Aktionszyklus geht von Statik, (Nicht Sein) über die Kreation des Seins (Annahme eines Gesichtspunktes und das Schaffen der Voraussetzungen für ein Spiel), zu Aktion (tun, erfahren) und Beenden (Auswerten) der Aktion (siehe auch "Zwölfte Dynamik").

Vergleichen wir es mit dem Werdegang des Menschen: Durch Kindheit und Schulzeit werden die Voraussetzungen oder Grundlagen für das künftige Spiel (Beruf, Karriere) geschaffen. Es gibt einen Höhepunkt der Karriere, der bei den meisten Menschen in der Mitte ihres Lebens liegt. Mit dem Rentenalter wird das Spiel verlassen. Sicherlich ist dies von Mensch zu Mensch unterschiedlich. So mancher sucht sich nach seinem Berufsleben ein neues Spiel. Dann tritt er jedoch wieder in den Zyklus "starten, verändern, stoppen" ein.

Grundsätzlich könnte man sagen: "Läßt die Phase des ständigen Neukreierens nach, begibt man sich in Richtung Spielende oder Richtung Tod."

Zur Einstufung der momentanen oder chronischen Position eines Spielers zwischen diesen Bereichen, hat Hubbard die sogenannte Tonskala [33] entwickelt.

Auf welchem Ton zwischen "0" (Effekt) und "40" (Ursache) befindet man sich? Wieviel "Anstrengung" bietet man gegenüber der "Gegenanstrengung" des Lebens auf? Was überwiegt? Es scheint, daß in der rechten Hälfte (siehe Skizze der Tonskala) das Spiel durch den Spieler beeinflußt wird, während in der linken der Spieler mehr und mehr zum Effekt des Spiels wird.

In der Wachstums-, bzw. der Kreationsphase überwiegt die Anstrengung oder, anders ausgedrückt, die Power, die Kraft des Spielers die Gegenanstrengungen des Spiels. Mißt er den Gegenanstrengungen mehr Bedeutung zu als seinen eigenen Anstrengungen oder Absichten, beginnt er zu verlieren. Diese, sagen wir mal Abwärtsspirale setzt ein, wenn er damit übereinzustimmen beginnt, daß die scheinbaren Gegenanstrengungen des Lebens stärker sind als er selbst.

Was wäre die optimale Stufe um ein Spiel durchzuführen?

In dieser Tonskala sind die individuellen Einstellungen dem Leben gegenüber, bestehend aus Affinität, Realität und Kommunikation dargestellt. Sie stellt weiterhin dar, wieviel "Raum" jemand zur Verfügung hat, sowie den Grad an Identifikation mit Materie. Sie zeigt den Übergang von Raum über Energie zu Materie. Diese Skala ist eine höchst interessante Studie [34].

Betrachten wir zunächst die beiden Endpunkte:

Sowohl Statik (40) als auch Tod (0) liegen außerhalb des Spiels. Es ist logisch, denn Statik liegt über 40 und befindet sich aus diesem Grunde nicht im Spiel. Es existiert als Potential. Statik hat in diesem Spiel noch keinen Gesichtspunkt eingenommen.

Ein Mensch ist nach seinem Tode nicht mehr "existent" - zumindest nicht in der Identität "Mensch" als die er bei seinen Mitspielern bekannt war. Auch er ist dann nicht im Spiel.

Wie verhält es sich mit "Raum"?

Am oberen Ende (40) ist Raum als Potential vorhanden. Raum scheint unendlich weit zu sein. Am anderen Ende (0) ist Materie angesiedelt, das heißt, viele Partikel in sehr wenig Raum. Unsere Philosophie "Ascheik eine ganze Gen zu Staub" macht es den Wesen der westlichen Welt sehr schwer, sich den Tod als etwas anderes als ein "Eingehen in die Materie" vorzustellen.

Auf der Stufe "40" finden wir Differenzierung als die Fähigkeit "Dinge in Raum und Zeit zu lokalisieren".

Im Bereich "20" finden wir Assoziation, das heißt "Verbindung" mit etwas oder anderen zu einem Zweck (Spiel).

Auf "0" finden wir Identifikation mit etwas, beispielsweise mit einem Körper oder Materie.

Die Annahme nach oben hin "eins mit dem Universum" zu werden oder in die große "Ursuppe" einzufließen ist falsch. In Richtung "40" befindet sich Individualität.

Identifikation mit dem physikalischen Universum läßt uns selbst zu Materie werden. Eine geistig gesunde Person erkennt sich selbst als eigenständiges Individuum. Je mehr sie jedoch diese Tonskala herunterrutscht, desto mehr kommt sie zu einer Identifikation mit dem materiellen Universum.

Hubbard gibt den optimalen Spielbereich zwischen 20 und 22 an. Dies ist der Bereich, in dem ein Thetan, ein Wesen bzw. ein Spieler wirklich operiert. Abwärts wird der Spieler mehr und mehr Effekt zu dem Spiel, und nach oben hin verliert er mehr und mehr das Interesse. Den Menschen oder Homo Sapiens in seiner jetzigen Form siedelt er bei einer Stufe von "4" abwärts an.

Die darin beinhalteten Emotionen sind:

4.0 = Enthusiasmus (als den Impuls, etwas zu verändern - "laßt es uns in Angriff nehmen")
3.0 = Konservatismus
2,5 = Langeweile
2.0 = Antagonismus
1,5 = Wut
1,1 = versteckte Feindseligkeit (Sehr ausgeprägt und häufig anzutreffen, nicht nur bei Individuen): Jemand lacht Sie an, erzählt aber hinter Ihrem Rücken Schauermärchen über Sie. Oder, eine Regierung verspricht etwas um gewählt zu werden, verhält sich später aber vollkommen anders.
0,5 = Apathie
0,0 = körperlicher Tod

Wie kommt es nun zu dieser Abwärtsspirale, zur Identifikation mit einem Fleischkörper und einem Bewußtsein von einer Lebensspanne?

Hubbard bezeichnet dieses Universum als ein "Kommunikationsuniversum mit einer Kommunikation, die durch Realität und Affinität modifiziert wird" [35]. Jede Kommunikation hat einen Sende-, einen Empfangspunkt und eine Entfernung, die zu überbrücken ist. Wir erinnern uns "vor dem Beginn gab es eine Ursache und der alleinige Zweck dieser Ursache war das Schaffen einer Wirkung".

Es ist einleuchtend, daß die größte Wirkung dort erzeugt wird, wo der Empfangspunkt ein anderes, lebendes Wesen ist, also ein gleichwertiges Gegenüber. Ein Hund, ein Baum, eine Wand oder die Person selbst ist als Kommunikationspartner auf die Dauer sehr unbefriedigend, denn sie bekommt nicht das an Kommunikation zurück, was sich erhoffen würde um ihrerseits Wirkung zu sein. Personen, die lange allein sind führen letztlich Selbstgespräche und ihre geistige Gesundheit erleidet früher oder später einen Schaden.

Welche Wirkungen kann man bei einem Kommunikationspartner erzeugen? Das gesamte Spektrum der Emotionen - Apathie, Wut, Antagonismus, Langeweile, Enthusiasmus etc.

Es gibt hier tatsächlich zwei Extreme: Leben ist Ursache. Materie ist Wirkung. Materie bekommt einen Zweck zugewiesen und verursacht nichts aus sich selbst heraus. Eine Plakatwand kommuniziert nicht selbst. Eine Gewehrkugel schießt sich nicht selbst ab.

Das tatsächliche Leben spielt sich zwischen den Extremen von Ursache und Wirkung ab und manifestiert sich auf einem Wert dazwischen.

Das Schaffen von "Wirkung"

Wie gerät nun ein Wesen von Ursache in Richtung Wirkung?

Bei dem Schaffen eines Effektes oder einer Wirkung spielt Entfernung eine Rolle. Ein Raum muß überbrückt werden, um bei dem Wesen am anderen Ende, eine Wirkung zu verursachen. Wäre das nicht der Fall, wäre Ursache und Wirkung eins - Leute würden mit sich selbst reden.

Nun hat die Entfernung, die überbrückt wird, einen großen Stellenwert. Eine Person, die eine große Entfernung überbrückt und eine Wirkung erzielt, ist offensichtlich zufriedener mit ihrer Leistung als wenn sie für den gleichen Effekt nur einen kleinen Raum überwindet. Im Sport ist das deutlich zu beobachten. Jemand, der vor dem gegnerischen Tor steht und dann ein Tor erzielt freut sich und bekommt auch eine gewisse Anerkennung. Wieviel größer ist jedoch die Freude wenn es aus dreißig Metern geschossen wird, oder wenn es gar ein Spieler fertig bringt, den gegnerischen Torwart mit einem Schuß aus der eigenen Hälfte zu überlisten? Darüber spricht man noch lange.

Ähnliches ist bei Wurfspielen zu sehen. Je geringer die Entfernung zur Scheibe ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß ich das Zentrum treffe. Ich kann einen Wurfpfeil nehmen und ihn in das Zentrum der Wurfscheibe pieksen. Jemand, der mich beobachtet, würde nicht einmal ein müdes Lächeln dafür übrig haben. Der Grad an Bewunderung von anderen für einen Treffer, steigt mit zunehmender Entfernung.

Das wäre die verursachende Seite. Wie verhält es sich mit der Wirkungsseite? Es ist logisch, daß es für eine Ursache auf der anderen Seite einen Empfangspunkt geben muß. Aus dem Wechselspiel zwischen Ursache und Effekt, durch die wechselseitige Umkehr der Rollen, ergibt sich dann ein Spiel.

Beim Tennis ist das einfach zu beobachten. Der schlagende Spieler ist Ursache, der empfangende Spieler ist Effekt. Nach empfangener Wirkung wird die Effektseite dann zur Ursache. Es entsteht eine wechselseitige, zweiwegige Kommunikation. Es ist offensichtlich ebenso erwünscht Wirkung wie auch Ursache zu sein, sonst käme kein Spiel zustande.

Ein einzelner Kommunikationszyklus ist somit in seiner einfachsten Form "Ursache - Entfernung - Wirkung".

Eine empfangende Person sollte nun auch wirklich bereit sein, Wirkung zuzulassen. Man sollte bereit sein, von dem, was man verursacht, auch Wirkung zu sein. Umgekehrt könnte man sagen, man soll nur das verursachen, von dem man auch Wirkung sein kann. "Was Du nicht willst daß man Dir tut das füge auch keinem anderen zu". Diese Lebensregel scheint sich zu bewahrheiten und zwar nicht als eine Art Ehrenkodex sondern als Naturgesetz. Diese Frage müssen wir uns stellen: "Bin ich bereit das zu erleben, was ich, bezogen auf das Spektrum der Dynamiken, verursache?" Wir wollen die Sache nicht moralisch abhandeln. Es ist eher eine technische Frage. Was müßte ich bereit sein zu erleben, wenn ich beispielsweise die Wälder in Südamerika abholze, wohlwissend, daß ich die Erde somit ihrer Lunge beraube? Oder, was müßte ich bereit sein zu erleben, wenn ich Menschen kidnappe und umbringe, um ihre Organe zu verkaufen? Wenn ich Tausende Menschen durch eine Gaskammer jage oder dies zulasse?

Das Leben mit alle seinen Dynamiken ist hier der Richter. Kein Gericht der Welt kann eine Person so hart bestrafen wie sie es letztlich selbst tut.

Gehen wir davon aus, daß dieses Universum tatsächlich auf Kommunikation aufgebaut ist und daß sich alle Aktionen letztlich auf Kommunikation reduzieren lassen, stellt sich die Frage, was passiert, wenn jemand nicht bereit ist Wirkung zu sein.

Jemand, der nicht Wirkung sein will, verläßt das System der Kommunikation und beginnt Barrieren aufzubauen, um zu verhindern, daß ihn eine bestimmte Kommunikation trifft. Er beginnt seinen Raum einzuengen und tritt somit in eine immer enger werdende Spirale von "weniger Raum". Dadurch grenzt er seine eigene Ursächlichkeit ein, denn er operiert selbst ja nur in dem Raum, den er sich selbst steckt. Er konzentriert sich immer mehr darauf, daß eine Wirkung nicht passiert. Kommunikation fließt nicht mehr. Sie wird fester und fester. Er verbringt mehr Zeit damit, seine Barrieren aufrecht zu halten als zu spielen. Die Anstrengung eine Wirkung zu verursachen wird größer und größer. Die Mittel mit denen kommuniziert wird werden immer materieller.

Die Zeiten der bewußten telepathischen Kommunikation sind für die meisten Menschen lange vorbei. Wenn wir freundlich sind benutzen wir Worte, wenn wir unfreundlich sind nehmen wir Kanonen und Bomben. Dadurch, daß unsere Kommunikation immer fester wird, nähern wir uns immer mehr dem Seinszustand des physikalischen Universums.

Was ist aus den "geistigen Wesen" geworden?

Ein Wesen steckt in einem menschlichen Körper fest. Vielleicht in der Hoffnung, daß ihm dort nichts passiert? Man sieht nur seinen Körper, nicht aber ihn selbst. Der Körper ist eine Kommunikationsbarriere. Eingehende Kommunikation wird durch den Körper gefiltert. Wird sie auch hier zu schwer, flüchtet man in die Bewußtlosigkeit.

Auf der anderen Seite: Was können wir verursachen? Wir leben in den Grenzen, die wir uns selbst gesteckt haben. Unsere Körper scheinen anfälliger für Krankheiten zu werden, Ehen platzen früher und früher, die Menschheit und somit jeder einzelne von uns steht vor dem Problem, jetzt die Effekte zu erfahren, die wir im Umgang mit der Erde verursacht haben.

Wir können es rechtfertigen, indem wir sagen, das haben unsere Regierungen versaut. Wir haben ihnen die Macht gegeben und sie dazu auserkoren, uns die Probleme vom Hals zu schaffen. Wir wälzen die individuelle Verantwortung auf Institutionen ab in der Hoffnung, daß diese Institutionen in unserem Interesse handeln. Tun sie das? Wir haben zwar eine Demokratie, können wir aber etwas damit anfangen? Es hieß "alle Macht dem Volke". Was ist daraus geworden? Wenn das Volk diese Macht nicht nutzt nimmt sie ein anderer.

Wir befinden uns in einer Situation, in der wir zwischen Schattenregierungen einer sehr geringen Auswahl von Parteien wählen können. Die eigentliche Regierung scheint nicht das zu sein was wir wählen - siehe USA. Wir fragen uns, wie es sein kann, daß wir 'zig Milliarden Schulden haben. Wem gehört unser Land? Kann eine Regierung, die ein Land regiert welches ihr nicht mehr, gehört überhaupt noch im Sinne des Volkes handeln, oder nur noch im Sinne der Geldgeber? Wem gehören wir dann letztlich? Die vorangegangenen Kapitel zeigen, daß diese Fragen durchaus ernst zu nehmen sind.

Was können wir daraus lernen? Wir müssen uns die Dinge so anschauen wie sie sind, ohne davor zurückzuschrecken. Probleme werden nicht dadurch gelöst, daß man vor ihnen wegläuft. Individuelle Verantwortung ist gefragt.

Je tiefer wir auf der oben genannten Tonskala rutschen, desto mehr kann das physikalische Universum eine Wirkung auf uns haben.

Mit zunehmender Komplexität des Spiels wird es immer schwieriger festzustellen, ob eine Ursache tatsächlich eine Wirkung produziert hat. Wie kann ich feststellen ob ich eine Wirkung verursacht habe? Beim Tennis ist es leicht festzustellen. Ich schlage den Ball, mein Gegenüber kann ihn annehmen oder auch nicht. Je schwieriger es für ihn ist, den Ball anzunehmen, desto größer ist die Wirkung, die ich verursache.

Was passiert aber, wenn ich nicht so leicht feststellen kann ob ich eine Wirkung erzielt habe? Wenn die Distanz zu meinem Kommunikationspartner größer als der Raum ist, den ich momentan überschauen kann? Wenn ich eine Barriere zu überwinden habe?

Irgendeine Wirkung ist besser als keine Wirkung. Ein Spieler möchte eine Wirkung erzielen. Ein Künstler, der sein Publikum begeistert, erfährt die Wirkung durch das Maß des Applauses. Er kann beobachten, daß er einen Effekt auf einer bestimmten qualitativen Stufe kreiert hat - gut oder schlecht. Wenn die Tomaten und faulen Eier fliegen war seine Kommunikation offensichtlich schlecht. Ob gut oder schlecht, er hat eine Wirkung erzeugt. Schlimm wird es für ihn, wenn ihn das Publikum nicht beachtet, wenn seine Kommunikation ignoriert wird.

Was macht er dann? Er erhöht seine Anstrengung und läßt seine Kommunikation massiver werden. Große Sänger wie Caruso hatte es vielleicht nicht einmal nötig Mikrophone zu benutzen, um auch die Zuhörer in der letzten Reihe zu erreichen. Er wußte, daß er einen Effekt kreiert. Er kommunizierte auf einem hohen ästhetischen Niveau. Wie sieht es heute aus? Die Bühnen sind vollgestopft mit elektronischen Hilfsmitteln. In der Anstrengung einen Effekt beim Publikum zu schaffen wird immer mehr Physik eingebunden. Man kann sich durchaus fragen, ob heute die Art der Darbietung, immer mehr die Qualität der eigentlichen Kommunikation ersetzt? Die Masse an Hilfsmitteln zur Kommunikation, Mikrophone, Laser-Shows, Scheinwerfer etc. scheinen in dem Maße mehr zu werden, wie die angestrebte Wirkung beim Publikum nachläßt.

Betrachten wir noch einen Aspekt: Es gibt die sendende und die empfangende Seite. Auf welchem Niveau müßte ein Mensch, Künstler oder Redner kommunizieren, um bei seinem Publikum einen Effekt zu kreieren? Welche Emotion reißt sein Publikum mit? Ein Künstler weiß es. Er kann durch seine Emotionen die des Publikums steuern. Singt er traurige Lieder, wird das Publikum melancholisch, singt er enthusiastische Lieder, gerät es in Begeisterung.

Ein apathischer Mensch, der uns etwas über Ideale erzählt und darüber wie schön die Welt ist, klingt nicht sehr glaubwürdig und löst bei seinem Kommunikationspartner höchstens Mitleid aus.

Auf welchem emotionalen Niveau befindet sich unsere Gesellschaft? Auf welchem Niveau wird zu uns kommuniziert, wenn wir allein die Nachrichten, aus welchen Medien auch immer, betrachten? Krieg, Kriminalität, Morde, Katastrophen, Sex. Könnte man hier von einer Massenbeeinflussung sprechen? Offensichtlich kann mit diesen Nachrichten eine Wirkung erzielt werden. Was ist diese Wirkung? Was empfinden die Menschen dabei? Was ist der Effekt, der erzeugt wird? Impft es Angst ein? Zeigt es nicht, daß das Leben im Grunde genommen sehr gefährlich ist? Hebt es das Emotionsniveau, oder wird es durch eine derartige Kommunikation gesenkt?

Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie nach einem scPrinzip von Karma oder Schick oder nach einem ästhetischen Film mit dem Auto heimfahren, das Radio einschalten, Nachrichten hören...? Was passiert mit dem positiven Gefühl, mit eventuellen Träumen oder Ideen? Sie sind schnell wieder auf dem "Boden der Tatsachen". Was ist die grundlegende Botschaft - unabhängig von ihrem Inhalt, ob nun wieder ein Asylantenheim angesteckt wurde oder der Krieg in Rest-Jugoslawien neue Greultaten hervorgebracht hat? "Das Leben ist gefährlich - nur eine starke Regierung kann uns schützen!!"

Was passiert mit Ihrer Initiative, mit Ihrem Bezug zur Politik, mit Ihrem Gefühl "an der Welt etwas ändern zu können"? Viele Menschen bauen sich Kommunikationsbarrieren auf. Sie wollen von dem "Mist" nichts mehr hören. Sie flachen ab auf jegliche Art von Schreckensmeldung. Sie haben keine Vorstellung mehr davon, wie sie in Bezug auf ein besseres Leben außerhalb ihrer vier Wände aktiv werden könnten.

Betrachten wir uns unter diesem Gesichtspunkt ein Phänomen genannt "Bewunderung". Was wird in unserer Gesellschaft bewundert? Was bekommt die meiste Aufmerksamkeit? Sind es die 80-90% der Bevölkerung, die ihrer Arbeit nachgehen und in relativ guter Nachbarschaft mit ihren Mitmenschen leben? Ist es das Schöne, Positive, Geistige? Ist es der produktive Mensch, der die Gesellschaft am Laufen hält? Betrachten Sie die Medien.

Für wen werden die meisten Gesetze gemacht? Für die Leute, die sich einen ethischen Standard bewahrt haben und sich sowieso, mit oder ohne Gesetz, daran halten?

Wir scheinen in einer Gesellschaft zu leben, die ihr Hauptaugenmerk auf dem Negativen hält. Mit welchem Effekt? Wird das Negative dadurch weniger? Es wäre schön, wenn die Anstrengungen der Regierungen, was die Verbrechensbekämpfung anbelangt darin resultieren würde weniger Verbrechen zu haben? Ist es so? Offensichtlich nicht. Die Methoden werden immer ungewöhnlicher und auf einen immer größer werdenden Teil der Bevölkerung übertragen. Wir lesen von "Lauschangriffen" auf die Bevölkerung, von "Computernetzen" zur Überwachung... Die Idee, daß "außergewöhnliche Umstände, außergewöhnliche Maßnahmen erfordern", sei es zur Bekämpfung links- oder rechtsradikaler Gruppierungen oder zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens, öffnet Tür und Tor zu einer letztlichen Unterdrückung der gesamten Bevölkerung. Und das unter dem Vorwand, eben diesen überwiegenden Teil der Bevölkerung zu schützen.

Wir gestalten unser Leben durch die Vergabe von "Bewunderungspunkten". Bewunderungspunkte können Geld oder Stimmzettel sein. Mit Geld werden die Medien bezahlt, die uns diese Nachrichtenszenarien auf den Tisch bringen. Wir bezahlen sie für den Horror. Was ist mit den Regierungen? Wir wählen sie. Die Macht geht somit tatsächlich vom Volke aus. Ist es Dummheit, ist es Apathie, ist es Nichtwissen?

Was versuchte Hubbard mit "Scientology" zu erreichen? Es versuchte das herauszuisolieren, was den Menschen unterdrückt, unter Berücksichtigung aller Dynamiken. Er versuchte die Störfaktoren herauszufiltern und eine Technik zu entwickeln, die allgemeine Lebensqualität wieder anzuheben, alle Lebensbereiche (Dynamiken) umfassend. Er wurde dadurch zu einer "Persona non grata", einer unerwünschten Person, um es gelinde auszudrücken.

Was kann einen Menschen unterdrücken?

Er kann sich selbst durch Lebensweise oder -einstellung unterdrücken. Er kann durch seinen "Verstand" unterdrückt werden. Er kann sich selbst durch sein "Karma" unterdrücken.

Er kann unterdrückt werden, indem man ihm die "Spielregeln" verheimlicht.

Er kann dadurch unterdrückt werden, daß man ihn geistig manipuliert, sei es durch die Medien, durch Philosophien oder sonst etwas.

Andere können andere durch Krieg und Kriminalität oder durch unethische Produkte unterdrücken.

Unterdrückung kann auf allen Dynamiken stattfinden. Es gilt, die Störfaktoren auf diesen Dynamiken zu identifizieren und als Konsequenz davon eine Entscheidung zu treffen, die "Störer" nicht mehr zu unterstützen, denn diese "Störer" haben keine Macht, außer der, die wir ihnen geben.

Welcher Mensch leistet sich heute eine persönliche Ethik oder Ehre? Welchen Stellenwert hat es angesichts der fast täglichen Skandal- oder Korruptionsmeldungen in den Medien? Wäre man nicht dumm, sich solche Attribute wie "ehrenhaft" oder "integer" zuzulegen, wenn man sieht, wie an unserer wirtschaftlichen und politischen Spitze mit Millionen oder Milliarden umgegangen wird oder welchen Wert Wahlversprechen haben? Befinden wir uns nicht auf einem gesellschaftlichen Untergang, wenn der Zweck die Mittel heiligt?

 

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Schach der Erde - Letzte Änderung: 26. Juni 2007 - www.freezone.de