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Der Geist des SpielsWas veranlaßt ein Wesen zu einem Spiel? Fragen wir uns selbst. Wer von uns ist in der Lage oder willens, wochenlang in seinem Zimmer zu sitzen, nichts zu tun, mit niemandem zu sprechen und nur "da zu sein"? Sicherlich gibt es in der östlichen Welt Yogis, die ein oder mehrere Leben damit verbringen können auf einem Berg zu sitzen um zu meditieren. Wie lange könnte das wirklich jemand aushalten, wenn man von dem Begriff "einer Lebensspanne" absieht? Versuchen wir es von einem Statikblickpunkt aus zu betrachten. Ist der Zustand eines "Statik" wirklich das, was jeder anstrebt bzw. das, was man anstreben sollte? Ist das Ziel wirklich das Nirwana oder der Himmel? Manche Religionen wollen uns das glauben lassen. Es würde im übertragenen Sinne bedeuten, daß ein Mensch dann am glücklichsten wäre, wenn er irgendwo sitzt und absolut nichts zu tun hat - weder Kommunikation zu Mitmenschen, noch irgendeine Art von Aktion. Offensichtlich ist dies nicht der Fall. Unterhält man sich mit Leuten und fragt sie nach den Momenten ihres Daseins, in denen sie sich am wohlsten gefühlt haben, so fallen den meisten Menschen die Momente ein, in denen sie voller Aktion waren. Viele Personen, die nach einem arbeitsreichen Leben in den Ruhestand treten, erleben eine Art "Statikzustand" auf einer niedrigeren Harmonie. Sie fühlen sich nicht mehr im Spiel, nicht mehr dazugehörig. Sie erinnern sich wehmütig an die Aktionsphasen ihres Lebens, an die Momente in denen "am meisten los war", an die Momente wo sie am meisten "gewonnen" und am meisten verursacht haben. Je größer die vorangegangenen Schwierigkeiten, desto größer die Freude wenn man diese Schwierigkeiten meistert. So unbegreiflich es vielleicht auch sein mag, niemand läßt sich gern Probleme von anderen Menschen lösen. Was interessiert einen Menschen, oder, um es neutraler zu sagen, ein "Wesen" wirklich? Würden wir beispielsweise in einen Film gehen um uns über Stunden hinweg ein wachsendes Gänseblümchen anzuschauen? Wenn wir die Wahl hätten zwischen "Aktion" und "keiner Aktion", was würden wir wählen? Wie schon beschrieben ist Statik ein Potential, eine Qualität, ohne Form, Wellenlänge, ohne Masse oder einer Position im Raum. Hubbard sagt, daß diesem Statik jedoch etwas eigen ist, und das ist der Geist des Spiels oder Spirit of Play, wie er es nennt [20]. "Es muß ein Spiel geben." In einem Interview [21] sagte Hubbard einmal (frei zitiert): "Wir haben einem Menschen nie wirklich helfen können, wenn wir ihn als einen Fleischkörper betrachteten und Probleme für ihn lösten. Erst als wir ihn als ein geistiges Wesen behandelten, konnten wir ihn fähiger machen, seine eigenen Probleme zu lösen." Der wichtige Faktor in der Rehabilitation eines Wesens liegt in seiner Freiheit "zu wählen". Will ich ein Spiel oder nicht? Es ist die Rehabilitation der "Freiheit ein Spiel zu verlassen" aber auch der "Freiheit ein Spiel zu spielen". Eine Rehabilitation in dieser Hinsicht kann nicht bedeuten, jemandem "ein Spiel zu verweigern" oder ihn hinauszudrängen in eine angeblich "bessere Welt" oder in einen "Nicht-Spiel-Zustand". Spielzustände und Nicht-Spiel-ZuständeUm den Begriff "Spiel" wirklich zu verstehen, muß man sich darüber im Klaren sein: was sind Spiel-Zustände und was sind Nicht-Spiel-Zustände? Gehört es beispielsweise zu einem Spiel nur Freunde und keine Feinde zu haben? Was wäre mit vollkommenem Wissen? Was wäre, wenn ich immer nur gewinne oder immer nur verliere? Grundsätzlich kann gesagt werden, daß jedes "Absolutum" eine "Nicht-Spiel-Bedingung" ist. Ein Spiel hört auf, wenn Absoluta erreicht werden. Zum besseren Verständnis hier ein Auszug aus einer Zusammenstellung über Spiel-Zustände und Nicht-Spiel-Zustände [22].
Zum besseren Verständnis einige begriffliche Erläuterungen: Ursache, Ursprung, Quelle: Es ist der Punkt, von dem etwas ausströmt, der Auslöser einer Wirkung, Verursacher. Theta: Hubbard hat den griechischen Buchstaben q (Theta) gewählt um das Denken, die Lebenskraft, die Vernunft, den Geist zu symbolisieren. Es ist die Kraft, die auf das physikalische Universum einwirkt, es belebt, mobilisiert und verändert [23]. Die personifizierte Form von Theta, "Thetan", bezeichnet das Individuum, die Persönlichkeit, das, was Sie meinen, wenn Sie "Ich" sagen. Er ist der Spieler in diesem Spiel. Effekt, Wirkung: Kann als der Empfangspunkt einer Ursache oder als das Resultat einer Ursache bezeichnet werden. Selbstbestimmung: Hubbard bezeichnet Selbstbestimmung als die Fähigkeit "Energie und Materie in Raum und Zeit zu lokalisieren und darüber hinaus, Raum und Zeit zu schaffen, worin Energie und Masse plaziert bzw. lokalisiert werden kann" [24]. Ein Thetan kreiert Raum, Energie und Objekte durch Postulate. Ein Postulat bezeichnet Hubbard als eine selbsterschaffene Wahrheit. Sie sagen "morgen zum Frühstück möchte ich Brötchen haben". Oder - wie wir es aus der Bibel kennen - Gott sprach "es werde Licht" und es ward Licht. Die Übereinkünfte der Spieler, die am Anfang des Spiels aufgestellt werden, sind Postulate. Es sind selbsterschaffene Wahrheiten, die keiner weiteren Begründung bedürfen. Sie legen die Spielbedingungen fest, in denen sie das Spiel dann erfahren können. Eine Ausprägung dieser Übereinkünfte sind die Dynamiken. Machen Sie ein Experiment: Stellen Sie sich eine Blume vor. Sie soll einen Blütenkranz haben, wobei die Blütenblätter abwechselnd rot und gelb aufleuchten. Geistig können Sie diese Blume nach Belieben verändern. Sie bleibt solange vor Ihrem geistigen Auge bestehen, wie Sie an ihrer Erschaffung arbeiten. Danach verblaßt diese Kreation. Sie schaffen also einen Raum in dem Sie Ihre Blume plazieren. Das Problem ist Beständigkeit. In meinem eigenen Universum kann ich nach Belieben kreieren. Es besteht solange, wie ich es erschaffe. Was passiert aber wenn ich die eigene Urheberschaft an dieser Kreation verleugne und sie einem anderen zuschreibe? Nehmen wir einen Streit. Es gibt keine eigenständige Wesenheit, die sich Streit nennt. Es gibt niemanden, der daherkommt und sagt "ich bin der Streit". Streit ist eine geistige Kreation der beteiligten Personen. Wenn man streitet, versucht man gemeinsam - welche Emotionen auch immer darin eingebracht werden - den Punkt der Unwahrheit zu finden. Es muß irgendeinen Punkt geben, der für den einen oder anderen unverständlich ist, der von seinem Wahrheitskonzept abweicht. Ist dieser Punkt gemeinsam gefunden, löst sich der Streit auf. Wird er nicht gefunden, bleibt er bestehen. Man kann zwar darüber hinweggehen und "vergessen", das heißt aber nicht, daß dieser Punkt verschwunden ist. Er hat eine Position in Raum und Zeit. Jeder, der ein ungelöstes Problem in einer Zweierbeziehung hat oder hatte, kann dies bestätigen. Ist einmal ein ungelöstes Problem übergangen worden, tendieren alle weiteren derartigen Probleme sich an diesem ungelösten Punkt anzuhängen. So kann es vorkommen, daß einem ein einstmals geliebter Mensch im Laufe der Zeit verhaßt wird. Wahrheit ist offensichtlich zeitlos, während eine Lüge oder Unwahrheit Beständigkeit und somit Zeit mit sich bringt. Wie könnte man nun ein Universum mit Beständigkeit schaffen? Nehmen wir an, alle beteiligten Spieler in einem Universum sind an seinem Schaffensprozess beteiligt. Nun weisen sie ihren Kreationen eine andere Urheberschaft zu. "Nicht ich habe es gemacht, sondern Du." Sie könnten auch jemanden als eine Art "Gott" wählen und ihm die Urheberschaft zusprechen. Der Effekt wäre derselbe. Das Problem ist: Wenn ich nicht meinen Teil der Urheberschaft in einem Problem herausfinde und anerkenne, habe ich kaum eine Chance, dieses Problem zu lösen. Genau das passiert, wenn sich beispielsweise die streitenden Parteien weigern, der Ursache ins Auge zu sehen. Insgeheim weiß man, daß der Andere Recht hat, oder für welchen Punkt man selbst geradezustehen hätte. "Du bist schuld". Wie lange bleibt dieser Streit bestehen? Offensichtlich bleibt er solange bestehen, wie die Unwahrheit in diesem Streit besteht. Es mag für viele ein Schock sein, aber es kann jemandem in diesem Universum nichts passieren, bei dem man sich nicht einen Teil des "Passierens" selbst zuschreiben muß. Warum bin ich zum richtigen Zeitpunkt am falschen Ort? Es gibt Personen, die haben ein Gespür für Gefahren. Man hat beispielsweise festgestellt, daß bei Flügen, die nachher in einer Katastrophe ausarteten, mehr Personen von der Reise zurücktraten wie bei solchen, die reibungslos vonstatten gingen. Könnte man jetzt den Schluß ziehen, daß dieses Universum eine Gemeinschaftsproduktion aller beteiligten Spieler ist? Daß wir hier nichts erfahren können, wenn wir nicht vorher unseren Beitrag dazu geleistet haben? Eine gewaltige Behauptung. Ein kleiner Abstecher in die Wissenschaft, der diese These zu stützen scheint .
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