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Die EndphaseOffensichtlich wurde Hubbard von seinen Boten immer mehr von der Außenwelt abgeschnitten. Für diejenigen in seiner direkten Umgebung schuf es natürlich eine Machtposition. Im September 1979 ereignet sich die erste große Veränderung im Management. Die Commodore Messengers Organisation (Abk. CMO, die Boten-Organisation von Hubbard) übernimmt das gesamte Management der Kirche. 1980: L. Ron Hubbard machte sich offensichtlich Sorgen über seinen möglichen Tod. Er schickte jedem seiner Kinder einen Brief in denen er andeutete, daß er nicht erwartete, noch länger als fünf Jahre zu leben. Mehrere Mitarbeiter der Commodore Messangers Org erhielten ähnliche Briefe. Maßnahmen wurden in die Wege geleitet, um Treuhänder bereitzustellen. Als Treuhänder wurden benannt: David Miscavige, Pat und Annie Broeker. (14) Über Miscavige heißt es, er sei jemand, "der Dinge ins Laufen bringen konnte, wo es andere nicht geschafft hätten", indem "er sich die Lunge aus dem Hals schrie". Er war zudem ein enger Freund von Pat Broeker (14). Miscavige übergeht all seine Vorgesetzten und formiert eine direkte Linie zu Pat Broeker (13, S. 52). Mitte 1981 beschließen Miscavige, Pat und Anne Broeker, daß das Guardian Office als unabhängiger Faktor in der Kirche eliminiert werden muß. (13) Im Juni 1981 hat Der zwanzigjährige Miscavige die Kontrolle über die Scientology Kirche übernommen. Seine Methoden waren äußerst einfach und klassisch in der Durchführung. Er ging einfach zu seinem damaligen Vorgesetzten, der Leiterin der Commodore Messenger Organisation, überreichte ihr eine Depesche, die vorgegebenermaßen von LRH geschrieben worden sein sollte, in der ihr angeordnet wurde, ihren Posten zu räumen. Sie leistete dem Folge. In Wahrheit war dieses Schriftstück von Miscavige selbst geschrieben. Er schaffte sich eine Position, in der niemand mehr übrigblieb, der gegen ihn opponiert hätte. Als Broeker einmal über die Tatsache befragt wurde, daß Miscavige eigentlich der Meuterei schuldig sei, antwortete er, es sei nur Meuterei, wenn es schiefgehe; wenn es gelingt, sei es als Staatsstreich zu bezeichnen. Miscavige rechtfertigte seine aufrührerische Machtübernahme damit, daß er es ja "für Ron gemacht" habe. (Change of Viewpoint Nr. 5, 13.2.84, Freie Zone Pack Nr. II, S. 37) Im Juli 1981 arrangierte Miscavige ein Treffen mit Mary Sue Hubbard. Er überzeugt sie davon, daß sie als Controller der Kirche LRH in allen Kirchenangelegenheiten gefährde. Er beweist dies mittels eines gefälschten Briefes, von Hubbard. Es müssen sehr scharfe Wortwechsel gefallen sein, sie endeten aber schließlich damit, daß Mary Sue von ihrem Posten zurücktrat. Daraufhin werden 20 Mitarbeiter der Commodore Messangers Organisation zum Hauptsitz des Guardian Office in England und in das GO nach Los Angeles Guardian Office geschickt, in der Hoffnung, sie könnten das GO einfach übernehmen. Dies verläuft fast reibungslos. Allein mit Jane Kember haben sie Schwierigkeiten. Sie weigert sich, ihren Posten als Guardian zu räumen und kann erst mittels eines gefälschten Telexes davon überzeugt werden, daß LRH ihre Absetzung wünsche (Tonband-Vortrag von John Zegel). Im November 1981 organisierte Bill Franks, von Hubbard als Executive Director International auf Lebenszeit eingesetzt, das erste Mission Holder Treffen auf Flag. Als Mission Holder werden die Leiter von Scientology-Missionen bezeichnet. Vielen von ihnen war durch das Guardian Office in der Vergangenheit übel mitgespielt worden und vielen war ihre Mission vom GO weggenommen worden. Franks versuchte nun, wieder Ordnung in das Chaos zu bringen und startete eine Art Reformbewegung. Damit stand er jedoch Miscavige im Wege zur vollkommenen Zentralisierung der Scientology-Macht. Ray Kemp (Mission Holder und enger Freund Hubbard's) und andere, vom Guardian Office Geschädigte, wurden als Folge dieses Meetings rehabilitiert. Dadurch gab es ein Wiederaufleben von Hoffnung innerhalb der Scientology-Organisationen. Die Kemps erzählten den Leuten, daß sie jetzt wieder Gerechtigkeit bekommen können. Andere ehemalige Scientologen und Mission Holder schlossen sich wieder an. (Peter Green debrief, S. 8-10) Zu dieser Zeit wurde David Mayo erstmalig auf gefälschte Berichte an Hubbard aufmerksam, als er eine eigene Mitteilung an ihn völlig verändert zur Unterschrift vorgelegt bekam. Drei seiner Berichte wurde grob verfälscht, was er anhand der Originaldurchschläge feststellen konnte. Mayo erhielt die Anweisung von LRH, eine Sicherheitsüberprüfung an Pat Broeker durchzuführen, was auch geschah. Sie fiel für Pat nicht vorteilhaft aus. Der anschließende Bericht von Mayo an LRH wurde neu geschrieben, um Broeker in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. Mayo brachte die Fälschungen der Berichte Miscavige und Broeker gegenüber zur Sprache und bestand darauf, daß dies unterbunden werden. Beide versprachen diese Angelegenheit zu bereinigen, nachdem Pat mit Anne Broeker Rücksprache gehalten hat. (17, S. 1/2) Die Broekers und Miscavige waren sehr aufgebracht, als Mayo die Ergebnisse der Sicherheitsüberprüfung an Hubbard schickte. Sie wurden abgefangen. (13, S. 52) Von nun an war Mayo "gezeichnet". Man mußte ihn loswerden, weil er von diesem Geheimnis wußte. (14, S. 8) Am 6.12.1981 fand das zweite Mission Holder Treffen statt. Es zog sich über fünf Tage hin. Es kam heraus, daß man (die geheime Scientology-Führung, von der niemand wußte, daß sie existiert) Bill Franks nicht erlaubt hatte, diesem Meeting beizuwohnen. Man stellte sich die Frage, wer denn die Autorität hätte, ihn unter Bewachung zu stellen und sein Telefon anzuzapfen, wo Bill doch Stellvertreter von L. Ron Hubbard sei. Man protestierte dagegen, von einem anonymen Rat geleitet zu werden. Franks wurde ausfindig gemacht und sofort darüber befragt. Er konnte keine befriedigende Antwort zu den Vorkommnissen geben. Man lehnte sich gegen die angebliche Führung auf und war der Meinung, daß diese Gruppe von Jugendlichen Bill's Untergebene sein sollten, anstatt ihm Anweisungen zu geben. Im Laufe des Dienstags kamen noch etwa 200 Leute von überall her. Leute von der Sea Org, dem Guardian Office, dem Mission-Network, alle erzählten ihre Erlebnisse. Vieles waren Horrorgeschichten über Bedrohungen, Erpressungen und Postenenthebungen usw. Die ganzen Falschinformationen fielen weg und die Wahrheit kam hervor. Frühere Feinde erzählten sich gegenseitig ihre Geschichte. Jeder hatte das Gefühl den Geist von Scientology zurückzuholen. Sue Anderson, zuständig für Hubbard's PR-Angelegenheiten stand weinend auf und erzählte, daß ihre Kommunikation zu ihm korrumpiert worden ist. Sie zeigte als Beweis ein Schriftstück welches zensiert worden war. Ganze Abschnitte waren weggelassen oder gefälscht. Es wurde ihr geschickt, damit sie glaube, er wäre immer noch im Management. Alan Hubbert stand auf und sagte, daß er in seiner siebenjährigen Laufbahn im GO niemals kriminelle Handlungen begangen hätte. Andere standen auf und bewiesen ihm das Gegenteil. Durch dieses Meeting wurden eine Menge ehemaliger Scientologen zurückgeholt. Bill Franks nahm die Blockaden weg. Er sagte: "Was immer ihr tun wollt tut es, solange es mit den Richtlinien von Hubbard im Einklang ist." Zwischenzeitlich wurde die Commodore Messengers Organisation mit Berichten versorgt, in denen behauptet wurde, daß eine Meuterei im Gange sei. Mitarbeiter auf diesem Meeting wurden aufgefordert in ihre Organisationen zurückzukehren. Joe Leasa wurde zurückbeordert. Er stand auf und gab zu, daß er ein Spion sei, um herauszufinden was los sei. Er schrieb zurück und sagte, daß sie herkommen sollen. Hier wäre Scientology und sie hätten LRH in ihrer Mitte. Man fand eine Menge Wahrheit heraus und verlangte, daß das geheime Scientology-Management, die CMO und das Watchdog Committee ebenfalls erscheinen soll, um ihren Teil zu der Wahrheitsfindung beizutragen. Auf welchen Befehlen operierten sie? Aufgrund welcher Richtlinien gab es sie überhaupt? Was gab ihnen das Recht Leute einzusperren und Telefone abzuhören? Es kam zu keiner Einigung mit dem Management. Die Kernaussage war später, daß die Leiter der Missionen eine Verschwörung zur Übernahme der Kirche angezettelt und zu verhindern versucht hätten, daß die Kirche von ihrem rechtmäßigen Management geleitet wird. (Peter Green debrief, S. 8-18) Den Missions-Leitern wurde versichert, daß Bill Franks alle Management-Autorität erhalten würde. Falls Franks das in ihn gesetzte Vertrauen verletzte, könnten sie ihn jedoch seines Postens entheben. (Debrief von Bent Corydon, S. 4) Im Januar 1982 wurde Bill Franks still und heimlich seines Postens enthoben. Die Reformbewegung hatte ein Ende. (Peter Green debrief, S. 23) Mary Sue Hubbard und ihre Mitangeklagten des Guardian Office wurden 1981 mit Haftstrafen zwischen einem und vier Jahren, wegen des Diebstahls von Regierungsdokumenten verurteilt. (2, S. 54) 1982 1.1. Das Religious Technology Center (RTC) wird in Kalifornien als Verein eingetragen. Durch diesen Vorstoß konzentrierte Miscavige alle Macht in seiner Hand. Das RTC wurde damit zur obersten Verwaltungsorganisation mit weitreichendem Einfluß auf die Kirchen. Sie konnten eigene Mitarbeiter in die Kirchen schicken, die Bücher konnten inspiziert werden, Personal konnte herbeigeordert und Sicherheitsüberprüfungen unterzogen werden. Nichts Bedeutendes konnte getan werden, um diese Aktivitäten zu verhindern. Ein zusätzlicher Teil des Gesamteinkommens einer jeden Kirche mußte an das RTC bezahlt werden, als Gegenleistung dafür, daß diese Organisation die Warenzeichen verwenden durfte. Zum damaligen Zeitpunkt waren das 5% des Gesamteinkommens. (Tonbandvortrag von Jon Zegel) Vicki Aznaran, damaliger "Inspector General des RTC" sagte 1992 in einer eidesstattlichen Versicherung:
Im März 1982 begann die Serie von SP-Declares (Suppressive Person - Declares - Personen die zu Unterdrückern der Scientology erklärt und rausgeschmissen wurden). Über 600 Personen wurden allein in der Gegend von Los Angeles declared. Dies waren hochrangige Führungskräfte im technischen und administrativen Bereich. Die meisten von ihnen waren des "squirrlens" (ein Vorwurf, die Techniken von Scientology zu verändern), mit der Absicht der finanziellen Bereicherung, oder der Absicht, die Fortschritte der Scientology zu stoppen, beschuldigt. Die schlechte finanzielle Situation der Kirche wurde diesen Leuten angelastet. (2, S. 60) In manchen Fällen fiel die Axt zwischen die Ehepartner. Wenn ein Partner declared wurde, war es dem anderen verboten Kontakt mit ihm zu haben, oder er würde selbst declared werden. Die Fälle waren noch schlimmer, wenn Kinder darin verwickelt waren. Gerichtsprozesse zeugen davon (2, S. 62) Ein ehemaliger Scientologe beschreibt den damaligen Zustand so:
Es bildeten sich fast jede Woche neue Splittergruppen. (aus einem "Bericht von Dane Tops") Im April 1982 schreibt Hubbard David Mayo (und einer Reihe weiterer Schlüsselpersonen der Sea Org) einen Brief, in dem er sagt, er rechne damit, noch ein paar Monate, höchstens jedoch ein paar Jahre zu leben. Er übergibt David Mayo in diesem Brief die Aufgabe, die Reinheit der Tech für die nächsten 20 bis 25 Jahre zu bewahren (12). Anmerkung: Diese Aufgabenübertragung an David Mayo wurde von Mayo selbst einige Jahre später als falsch widerrufen. Die Gründe dafür sind nicht bekannt, denn einige andere Personen bezeugen diesen Brief ebenfalls.
1982 16.5.: Der Trademark-Vertrag zwischen L. Ron Hubbardund dem RTC wird unterzeichnet. 2 graphologische Gutachten bezweifeln die Echtheit von LRH's Unterschrift. Eines datiert vom 26.3.1984 ist von Irmgard Wassard, Member of the Danish Graphologist Society. Eines weiteres ist von John J. Swanson. Der Notar, der die Unterschrift von Hubbard bezeugt, ist David Miscavige. In diesem Vertrag überträgt Hubbard sein gesamtes Recht, Eigentum und Nutznießung an und für die Schutzmarken. (aus einer Kopie des Original-Vertrages, sowie einer Übersetzung, in Auszügen auch im "Freie Zone Pack 2" zu finden) 1982 17.10.: Das berüchtigte Mission Holder-Treffen von San Francisco wurde abgehalten. Die Anwesenden wurden etwa alle 10 bis 20 Sekunden mit Blitzlichtern traktiert und das über die gesamte Dauer von 4 Stunden. Ferner wurden alle Personen dazu gezwungen, nach vorne auf den Sprecher zu schauen. Personen, die aufstanden, und gehen wollten, wurden augenblicklich zu Unterdrückern erklärt. (13) Die Funktion des RTC wurde bekannt gegeben. Wer die Anordnungen des RTC nicht befolgt, würde die Rechte verlieren, die Technik von Scientology zu verwenden, sich als Scientology zu bezeichnen oder Scientology Missionen zu sein. Zusätzlich würden Mitarbeitergruppen des RTC ausgeschickt, um die Missionen zu untersuchen. Sie würden ihre Nase in Bücher stecken, ihre Tech überprüfen und so fort, und jeder Mission Holder müsse für dieses Privileg bezahlen. Der Tarif dafür ist genau 15.000 Dollar pro Tag, zahlbar bar und im voraus." Innerhalb der nächsten 10 Tage nahm das RTC auf diese Weise mehr als 2.000.000 Dollar in bar ein. 25 von den 98 Missions im US-Netzwerk verließen entweder die Kirche, oder gingen bankrott und schlossen ihre Türen. (13; 14) Zur dieser Zeit gab es 19 höchst ausgebildete Auditoren (Class XII). Mindestens 8 von ihnen wurden zum SP declared. Diese Personen waren zum großen Teil von Hubbard selbst ausgebildet. Bis 1983 wurden 611 Personen von der Kirche als "unterdrückerisch" erklärt. Die Namen wurden in der SO ED 2192 INT vom 27.1.83 veröffentlicht. (13, S. 159) Zum Jahreswechsel 1982/83 wird eine auf Tonband aufgezeichnete Botschaft von L. Ron Hubbard, Ron's Journal 38 herausgegeben. Die Essenz dieser Botschaft war eine Liste von Erfolgen des neuen Regimes und eine Verdammung ihrer Vorgänger. Die Stimme auf diesem Band unterschied sich so stark von der gewohnten Stimme L. Ron Hubbard's, daß Zweifel aufkamen an der Echtheit aufkamen. (2, S. 66) Eine 24-seitige Stimmenanalyse kommt zu dem Ergebnis, daß die Stimme auf dem Band nicht identisch ist mit der von Hubbard. So wurde nachgewiesen, daß die Person auf dem Band eine "andere, wesentlich jüngere Stimme, mit völlig anderer Zahnstruktur" hat. Mary Sue Hubbard, sie war zu dieser Zeit im Gefängnis, wurde eine Kopie dieses Bandes vorgespielt. Sie wollte wissen was los ist. Die Stimme war ihrer Aussage nach nicht von Ron. 1983 3.2.: In einem Gerichtsverfahren um Ronald DeWolfe, einem Sohn von L. Ron Hubbard, wird behauptet, Hubbard sei vermißt; er sei krank und unfähig, selbst zu handeln und er würde gefangengehalten. Die Besitztümer von LRH würden durch Scientologen verschwendet werden. Dem Gericht wird ein Dokument, datiert vom 3.2.1983 vorgelegt, mit dem bezeugt werden sollte, daß LRH bei bester Gesundheit ist, und in dem obige Vorwürfe widerlegt werden sollten. Dabei soll es sich um ein Schreiben von LRH persönlich gehandelt haben. Das Gericht weist dieses Beweismittel zurück und verlangt weiter das persönliche Erscheinen von LRH. (Rekonstruiert nach dem Inhalt einer Kopie des Originalschreibens "Declaration of L. Ron Hubbard" vom 15.5.1983, siehe auch dort) Am 15.5.1983 versucht das RTC wiederum mit Fingerabdrücken Hubbard's die Echtheit eines Dokumentes zu beweisen. Diesmal geht es um die von einem Gericht akzeptierte Beglaubigung Hubbard's, daß er noch lebe. Die Notwendigkeit, LRH persönlich vor Gericht erscheinen zu lassen, wird damit umgangen. Anderenfalls hätte Hubbard für tot erklärt werden müssen. Am 29.6.1983 entscheidet das Gericht: LRH gilt nicht als vermißte Person. Scientologen außerhalb der Kirche schließen sich überall auf der Welt in unabhängigen Gruppen zusammen, um Scientology weiterhin zu praktizieren. Sie nennen sich Independants (unabhängige) oder "Freie Zone". Sie werden massiv vom RTC bekämpft. Am 12.3.1983 erteilt Hubbard eine Generalvollmacht an Lyman Spurlock. Notar ist wieder David Miscavige. Diese wird am 1984 12.03. ergänzt. Notar: Miscavige. 1983 4.12.: Interne Mitteilung von David Miscavige (Special Operations) an Marc Yager (CO CMO INT), Betreff: Squirrels Zerschmetterungs Projekt (Anmerkung: "Squirrels" werden die Personen in der unabhängigen Szene genannt. Das "Projekt" hatte ihre Beseitigung zum Ziel). Miscavige beschimpft Yager in deftigster Weise, weil sie mit dem "Squirrel-Projekt" nirgendwo hinkommen und viele Scientologen in die unabhängigen Gruppen abwandern. (Frei zitiert: Es soll keine LRH-Kassette produziert werden, weil darauf sowieso keiner mehr hereinfällt. Ein Video muß her. Die "Publics" (Personen aus der Öffentlichkeit die Scientology-Dienstleistungen in Anspruch nehmen) denken, daß er (LRH) tot, krank oder weg ist. Nur ein Video wird sie vom Gegenteil überzeugen. Er (Yager) soll ein Video aus alten Aufzeichnungen von LRH zusammenschneiden und als neu herausarbeiten. Falls irgend jemand den Verdacht schöpft, daß es nicht LRH ist, wird es Yager den Hals kosten. Miscavige droht weiterhin, daß wenn Mayo oder irgendein anderer Squirrel immer noch an der Arbeit ist, wird "jeder, der an diesem Projekt gearbeitet hat auf Ewigkeit draußen sein. Da sind ein paar Bänder auf denen R (Ron) "David Mayo" sagt - Horwich kennt einige, also kannst Du den ganzen Text in seiner Stimme kriegen." Zu dieser Zeit gab die Kirche das sogenannte "smash the Squirrls Project" heraus. Es beinhaltete eine Art Steckbrief auf dem Scientologen 400 $ für die Vernichtung einer Squirrlgruppe versprochen wurden. (diverse Zeitungsartikel) Vicki Aznaran war zwischen 1984 und 1987 Präsident und Vorstandsvorsitzende des RTC.
1984 intensiviert die Kirche ihr gerichtliches Vorgehen gegen die Unabhängigen mit einer klage beim District Court für den Bezirk Kaliforniens. Das Problem der Kirche war, daß so ein unabhängiges Feld für eine rechtliche Verfolgung schwer festzunageln war. Dies wurde gelöst, indem man 100 Personen anklagte. Die Anklagepunkte der Kirche umfaßten "Gangstermethoden, falsche Angaben über Urheberschaft, Beschaffung und Verstecken gestohlener Materialien, unlauterer Wettbewerb, Vertrauensbruch, Vertragsbruch" und "unrechtmäßige Benutzung von Firmengeheimnissen (Trade Secrets)" (2, S. 69). Zur gleichen Zeit erreichte die Austrittswelle ihren Höhepunkt. Am 27.1.1986 verkündet Die Scientology Kirche den Tod L. Ron Hubbards. Offizielle Todesursache ist ein Schlaganfall am 24.1. um 20.00 Uhr. LRH soll, Angaben seines Arztes zufolge, während der letzten Tage an Gehirnblutungen gelitten haben. (16, Nr.3/86, 20.3.86) Das Testament Hubbards ist am 23.1.86 geschrieben, bzw. unterzeichnet. Aussage von Vickie Aznaran: "Es war mir klar - kurz vor Hubbard's Tod - daß bestimmte IRS-Anklageschriften an Hubbard weitergereicht werden sollten. Miscavige sagte wie verlautet daß 'der einzige Weg, wie das jetzt noch aufzuhalten werden kann ist, wenn der alte Mann (Hubbard) stirbt'. (Eidesstattliche Erklärung von Vicki Aznaran, 4.4.1994 im Gerichtsfall Scientology Kirche ./. Steven Fishmann und Uwe Geertz. V. Aznaran hat diese Aussage später, nachdem sie sich mit der Scientology Kirche arrangiert hat, wieder zurückgezogen) Es ist wenig bekannt, was zwischen seinem Tod und dem Moment 12 Stunden später geschah, als Kirchenvertreter den Beerdigungsunternehmer kontaktierten, den Leichnam abzuholen. Robert Whaley, ein pensionierter Manager aus der Werbebranche erinnert sich an außergewöhnlichen Verkehr in jener Freitagnacht. Am folgenden Morgen rief der Scientology-Anwalt Earl Cooley die Kapelle von San Louis Obispo, rund 35 Kilometer südwestlich der Ranch an. "Er fragte mich, ob wir auch Kremationen machten", erinnerte sich Irene Reis, Inhaberin der Kapelle. Sie sagte, daß besondere Arrangements im Krematorium gemacht wurden, das normalerweise am Wochenende geschlossen sei. Gene Reis, ihr Mann, holte den Leichnam von L. Ron Hubbard auf der 64 Hektar großen Ranch ab. Cooley begleitete den Leichnam zur Kapelle und blieb ständig in seiner Nähe, auch wenn die anderen Vertreter der CofS Mittagessen gingen. "Herr Cooley bestand darauf, den Leichnam keinesfalls zu verlassen" sagt June Rodrigues, am Empfang der Kapelle beschäftigt. Die Kirchenvertreter sagten, sie wollten "alles privat haben, ohne Mitteilung an die Presse", sagte Reis. Nachdem die Angestellten der Kapelle vernahmen, wer Hubbard war, riefen sie den Gebietssheriff. June Rodrigues erklärte, die Leute von der Kapelle seien betroffen darüber gewesen, daß die Vertreter der CofS den Antrag auf "sofortige Kremation" stellten. Als der stellvertretende Sheriff des Gebiets San Louis Obispo, Don Hines bei der Kapelle eintraf, stoppte er die Kremation, bis ein unabhängiger Pathologe den Leichnam untersuchen konnte und Bluttests gemacht werden konnten. Cooley wies Hines ein von Hubbard gezeichnetes Schriftstück vor, in dem religiöse Gründe für die Ablehnung einer Autopsie geltend gemacht wurden. Hines wurde im weiteren mindestens ein Testament gegeben. Gemäß Rodrigues hätten es auch zwei sein können, eines davon älteren Datums. "Cooley erklärte, daß seine Frau im neueren Testament mehr zugesprochen erhielt als im älteren", sagte Rodrigues. Hubbard's Testament vermachte Dutzende von Millionen von Dollars der Kirche, seiner Frau und vier seiner fünf Kinder. Der Sohn Ron DeWolfe wurde enterbt, nachdem er der Kirche vor einigen Jahren den Rücken kehrte. Rodrigues sagte, daß Sheriff Hines und Angestellte der Kapelle die Gültigkeit des Testaments diskutierten. Gemäß Reis wurde auch noch der Bezirksanwalt konsultiert: "Sie wollten sicherstellen, daß dies kein Betrug war", sagte Rodrigues. "Das Ganze war so anders, keine Autopsie oder irgendetwas". Während Hines die Dokumente prüfte, untersuchte der Pathologe Karl Kirschner den Leichnam nach Narben, fand keine und begleitete dann Hubbard's persönlichen Arzt Eugene Denk zu einem Labor, um das Blut zu untersuchen. Während Kirschner es ablehnte, über die Resultate zu sprechen, erklärten Beamte des Leichenbeschauers, es seien genügende Mengen von Anti- Schlaganfall- Medikamenten gefunden worden. Nachdem Hines die Untersuchungsresultate sah, gab er den Leichnam ungefähr um halb vier zur Kremation frei. Hubbard erlitt bereits 1978 einen Schlaganfall, war aber scheinbar in den Monaten vor seinem Tod in gutem Zustand. "Er schaute aus, wie eine aktive Person", sagte Reis. "Seine Muskeln waren gut entwickelt." (Soweit der Bericht von Ronnie Smith)." (16, Nr.3/86, 20.3.86) San Jose Mercury News: Vom Leichnam LRH's seien Fingerabdrücke genommen und mit denjenigen verglichen worden, die sich in LRH's Akte beim FBI und beim Justiz-Department befinden. Der Leichenbeschauer des Distrikts, George S. Whitney, habe sie für identisch erklärt.
"Der Leichnam des am 25.1.1986 Kremierten wurde nur von solchen Leuten als L. Ron Hubbard identifiziert, die entweder im Sold der Kirche standen oder LRH gar nie kannten." (16, Nr.3/86, 20.3.86) Aus der Quelle geht zudem hervor, daß der Tod von LRH am 24.1.1986 ein eminent günstiges Datum war. Denn LRH war zu diesem Zeitpunkt in einer Vielzahl von Prozessen verwickelt.
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