Teil 3/3
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Die Entstehung der Sea-Org

Ende 1966, auf dem Höhepunkt der Angriffe, verkaufte Hubbard seine Namensrechte für 100.000 Pfund Sterling an "... die scientologische Bewegung" (8, S.157) und ging nach Afrika um dort die Scientology-Stufe, OT  III, auch Feuerwand genannt, zu erforschen (11). Hubbard bespricht ein Tonband, welches später als Ron's Journal 67 herauskommt:

"In all den 18 Jahren war dies das schwerste, was ich zu Gesicht bekam... Nach all den Aktionen, die man während der letzten 17 Jahre gegen uns unternommen hat, wollte ich herausisolieren, wer uns auf diesem Planeten attackiert. Die Angriffe hatten immer dasselbe Muster. Sie folgten stets den selben Presselinien. Sie benutzten stets denselben Typ von Parlamentariern... Unsere Feinde auf diesem Planeten setzen sich aus weniger als 12 Personen zusammen. Es sind Mitglieder der Bank von England und anderer hoher Finanzkreise. Sie besitzen und kontrollieren Zeitungsketten und sind seltsamerweise die Direktoren in all den Gruppen für geistige Gesundheit, die auf der Welt gegen uns aufgestanden sind. Da sie die meisten Goldvorräte kontrollieren, hatten sie sich für ein Programm entschieden, jede Regierung zum Bankrott und somit unter ihre Kontrolle zu bringen, sodaß keine Regierung ohne ihre Erlaubnis in der Lage sei politisch zu handeln. Der Rest ihres offenkundigen Programms bestand darin, "geistige Gesundheit" zu benutzen, genauer gesagt, psychiatrischer Elektroschock und präfrontale Lobotomie, um jegliche politisch Andersdenkenden von ihrem Weg zu beseitigen.. Diese Personen organisierten jene "Mental Health" Gruppen, die überall gleichzeitig auf der ganzen Welt entstanden sind. (...) Wir sind 1950, ohne an etwas Böses zu denken, in deren Weg und in ein großes Komplott geraten.

... Diese Burschen kontrollieren Zeitungsketten über einen von ihnen, genannt Cecil King. Und diese Zeitungen erscheinen in Südafrika, Australien. Sie gehen in alle Teile der Welt. Diese Zeitungskette wurde dazu benutzt, uns einen schlechten Ruf zu geben... Es gibt in deren Hirnen nicht den geringsten Zweifel daran, daß unsere Technologie funktioniert, denn viele andere solcher Aktivitäten ... blieben von ihnen unbelästigt. Es ist lediglich die unglaublich funktionierende Technologie der Scientology, die ihren Zorn erregt hat." (6, S. 1/3)

Im August 1967 formierte Hubbard die Sea Org (See-Organisation), um die, aus seiner neuen Entdeckung resultierende Technologie, auf dem Meer, in sicherer Umgebung, abgetrennt vom Trubel der Großstädte und den Angriffen gegen Scientology, praktizieren zu können. Zu der Zeit war er der Ansicht, daß dieser Abschnitt nur in einer speziellen Umgebung, mit medizinischer Betreuung durchgeführt werden konnte. (11)

Im Laufe des Jahres wurden drei Schiffe gekauft. Das Flaggschiff war eine ausgediente Kanalfähre mit dem Namen Royal Scotsman, später umbenannt in Apollo. Die anderen beiden, die Diana und die Athena, waren kleiner und wurden für spezielle Aufgaben benutzt. (2, S. 27)

Geheimkrieg gegen ein Schiff

Ende der sechziger Jahre nahm der Geheimkrieg der U.S.-Geheimdienste gegen die Scientology Kirche internationale Ausmaße an. Ziel war die Apollo. In diesen Geheimdienstaktionen verwickelt waren:
CIA
Drug Enforcement Agency (DEA)
U.S.-Botschaften und diplomatische Außenstellen, sowie
freundlich gesinnte ausländische Geheimdienste

Ein CIA-Memorandum berichtet, daß es keine Anzeichen dafür gab, daß die Aktivitäten des Schiffes ein Sicherheitsrisiko darstelle. Andere Geheimdienste fanden ebenfalls nichts, worüber etwas auszusetzen wäre (10, S. 75). Der DEA war bekannt, daß die Scientologen nicht im Gebrauch von oder im Handel mit Drogen verwickelt waren, denn sie hatte, wie sich später herausstellte, einen Agenten an Bord der Apollo, der über alle Aktivitäten auf dem Schiff berichtete (10, S. 81).

Im März 1969 ordnete die griechische Regierung an, daß die Scientologen Griechenland zu verlassen hätten. Die New York Times schrieb darüber:

"Der Ausweisungsbefehl erfolgte auf monatelangen diplomatischen Druck, den amerikanische, englische und australische Diplomaten in Athen ausgeübt, und mit dem sie die griechischen Behörden dazu gedrängt hatten, die Tätigkeiten der Personen an Bord der Apollo zu untersuchen".

Hintergrund dieser Geschichte: Das Sea-Org-Schiff Apollo lag vor Anker im Hafen von Korfu, einer griechischen Insel im Ionischen Meer. Hubbard und etwa 200 seiner Mitarbeiter und Studenten lebten dort auf dem Schiff. Die einheimische Bevölkerung zeigte sich freundlich. Nach fünf oder sechs Monaten an ihrer Zufluchtsstätte in Griechenland wurden die Scientologen gewahr, daß ihre Feinde erneut, hinter den Kulissen, Verdächtigungen gegen die Scientology in die Köpfe der örtlichen Amtsträger setzten sowie falsche Gerüchte unter der Bevölkerung verbreiteten. Die Hauptquelle dieser Schwierigkeiten war der britische Honorar-Vizekonsul Major John Forte.

Der griechischen Botschaft in London ließ man Vervielfältigungen des Parlamentsprotokolls zukommen, die vollständige Debatte vom 6.3.67 über die Scientology, sowie der Grundsatzerklärung des Gesundheitsministers vom 25.7.68, als er den Bann der ausländischen Botschaft verkündete.

Das amerikanische Außenministerium schaltete sich ein, mit eine Anfrage an die griechischen Behörden zwecks Auskunft über eine 31-jährige Frau aus Las Vegas, deren Eltern behaupteten, sie sei von den Scientologen gekidnapped worden. Die Frau war an Bord der Apollo gewesen, hatte das Schiff aber einige Zeit vorher verlassen. Später tauchte sie in Athen auf und war sehr überrascht, daß alle Welt nach ihr gesucht hatte.

Wenig später, nachdem die von den griechischen Behörden selbst durchgeführte Untersuchung die Wahrheit über die Scientology ans Licht brachte, entschuldigte sich der griechische Innenminister Stylianos Pattakos für den Zwischenfall und lud Hubbard ein, nach Griechenland zurückzukehren. (1, S. 195/196)

Die Scientologen der Sea Org behaupten, daß britische Agenten Verdächtigungen über sie bei ausländischen Regierungen vorbrachten.

Einer ihrer Mitglieder habe Einblick in die Akten des spanischen Marineministeriums genommen und soll Berichte vom britischen Innen- und Außenminister vorgefunden haben. In diesen Berichten wurde angedeutet, daß das Bordpersonal der Scientology Schmuggler seien, die von Interpol überprüft würden.

In Casablanca erschien ein Mann, der sich als Korrespondent des Manchester Guardian ausgab, im Konsulat von Panama und erklärte, er sammele Auskünfte für eine Story über die Scientologen. (Die Apollo fuhr unter panamesischer Flagge.)

Dieser "Reporter" soll dem panamesischen Konsul, wie auch der lokalen Zeitung, die Informationen gegeben haben, die Scientologen seien Drogenhändler, die von Interpol wegen Haschischschmuggel nach Frankreich und Südamerika gesucht würden. (1, S. 198)

Im September lag die Apollo im Trockendock vor Casablanca. Anhand von Dokumenten ist ersichtlich, daß die dortige U.S. Botschaft Falschmeldungen über Scientology und das Schiff verbreitete. Kopien eines Berichtes mit verleumderischen Aussagen wurden nach Rabat, Tanger, Hamburg, London und Panama geschickt. Nach Aussagen des amerikanischen Vizekonsuls war das Schiff in Prostitution, Drogenhandel, Spionage oder Gegenspionage verwickelt. Es wurde weiterhin spekuliert, daß die Apollo Teil eines Pornographienetzes sei, mit Verbindungen nach Dänemark und Los Angeles. (10, S. 79/80)

Im Dezember 1969 erläßt die spanische Regierung eine Anweisung, welche die Aufenthaltsgenehmigung der Schiffe in jedem spanischen Hafen auf acht Tage begrenzt. Ein Beamter des spanischen Ministeriums eröffnete zwei Mitgliedern der Schiffsbesatzung, daß nun eine offizielle Akte über das Schiff existiert. Er könne den Inhalt nicht preisgeben, läßt aber durchblicken, daß der Inhalt sehr ungünstig für die Scientologen ausfalle. (10, S. 80)

Der langjährige Mitarbeiter Hubbard's, William B. Robertson, Kapitän der Apollo, sagte dazu:

"Die Situation in Spanien zu beheben war teilweise erfolgreich. Wir fanden heraus, daß der hauptsächliche Protest gegen uns von Madrid aus kam. Sie entdeckten, daß die Informationen der Regierung von Interpol ausgingen und wußten nicht, was dagegen zu tun war. Die Namen aller Leute, die damals mit dem Schiff in Verbindung standen, die führenden Offiziere usw., sind in den Akten von Interpol und in der Feindesliste, das heißt, in der Liste der Staatsfeinde der Vereinigten Staaten verzeichnet." (11, S. 11)

Man fand später heraus, daß die immerwährenden Schwierigkeiten auf Falschinformationen basierten, die aus Washington D.C. zu Botschaften und Konsulaten in den verschiedenen Häfen gelangte und von dort aus zu den Regierungen verbreitet wurden.

"Sie unterstellten uns, daß wir entweder Drogenhändler, Mädchenhändler oder weiße Sklavenhändler wären. Sie beschuldigten uns zum CIA zu gehören, gaben die Daten den kommunistischen Parteien der Länder, was dann viel Aufruhr verursachte." (11, S. 10)

Ein Memorandum des U.S. State Department vom April 1972 an die U.S. Botschaft in Spanien, Madrid, wartete mit verschiedensten Gerüchten über die Apollo auf, einschließlich der Spekulation über möglichen Drogenmißbrauch an Bord des Schiffes. (10, S. 80)

Es wurde beispielsweise eine Sendung Schokolade von der Kirche per Luftfracht verschickt und durch die Drogenabteilung der spanischen Geheimpolizei untersucht.

Zunächst wurde behauptet, man habe Anzeichen für LSD entdeckt. Sechs Amerikaner und zwei Engländer wurden festgenommen und in der Gegenwart eines Agenten der U.S. Drug Enforcement Agency verhört ("durch die Mangel gedreht"). Sie wurden bedroht und beschuldigt, mit Drogen zu handeln.

Nach einigen Tagen stellte sich heraus, daß kein LSD gefunden wurde und man ließ die Leute frei. (10, S. 80/81)

Aussage von Kapitän Bill Robertson:

(...) "Sie wurden alle aufgrund einer verrückten Anklage verhaftet, die von der Regierung der Vereinigten Staaten weitergegeben wurde. Der Anklagepunkt war: "Wir würden in Spanien mit Drogen handeln". Die Polizei kam herein, warf jeden ins Gefängnis, bedrohte sie sehr schlimm. Sie haben sie nicht direkt gefoltert, aber sie gaben ihnen nicht viel zu essen, hielten sie in Einzelzellen und ließen sie ihre Rechtsanwälte weder sehen noch sprechen. Schließlich kam eine Nachricht von einer Person, die herausgefunden hatte, daß die Leute im Gefängnis waren. Es wurden Rechtsanwälte beschafft und sie kamen frei."

"(...) Als auf einen der Gefolgsleute Franco's, Carrero Blanco, ein Attentat verübt wurde, schrieb eine Zeitung, daß wir dahinter stecken würden. Das war die Geisteshaltung. Es gab immer einen Reporter, der versuchte, eine Geschichte über das "Geisterschiff Apollo" zu bekommen." (11, S. 13)

1972 Dezember: Die Polizei von Tanger fordert die Apollo auf, die marokkanischen Gewässer zu verlassen (10, S. 80). Hubbard und Begleitung müssen Marokko innerhalb 24 Stunden verlassen. (12)

"Wir besuchten verschiedene Häfen wie Dakar, Las Palmas, Madeira und die Azoren. (...) Sie versuchten uns einige falsche Zeitungsreporter an Bord zu schleusen, um "Stories" zu bekommen. Wir bekamen auch zwei oder drei falsche Rekruten von ihnen, die hypnotisiert und unter Drogen gesetzt waren, deren Aufgabe es war, an Bord zu kommen und Ron zu töten." (11, S. 14)

1974 Mai/Aug.: Als die Apollo im spanischen Hafen Cadiz vor Anker lag, wurde es offensichtlich, daß es eine Ablehnung gegen das Schiff in behördlichen Kreisen gab. Besatzungsmitglieder des Schiffes versuchten die Ursache zu ergründen und bekamen letztlich die Erklärung, daß der U.S. Konsul in Cadiz hatte durchsickern lassen, das Schiff hätte Verbindungen zum CIA. Danach kam es auch in anderen Häfen Spaniens zu behördlicher Feindseligkeit mit dem Verbot bestimmte Häfen anzulaufen.

Die Gerüchte, daß die Apollo ein CIA-Schiff sei, verbreiteten sich an der Mittelmeerküste wie ein Lauffeuer. Im portugiesischen Hafen Setubal wurde die Bevölkerung, die sonst die Apollo freundlich willkommen hieß, feindselig und bedrohte das Schiff, so daß der Hafen gezwungenermaßen verlassen werden mußte. (10, S. 82)

Auf der Suche nach einer sicheren Landbasis für Scientology wurden vielversprechende Verbindungen mit Portugal geknüpft. Ein Telex-Büro wurde in Lissabon eingerichtet und die Schiffe befanden sich in der Gegend von Madeira. Die Hoffnungen zerschlugen sich, als im Oktober das Flaggschiff von einer wütenden Menge in Funchal, der Hauptstadt von Madeira, gestürmt wurde. Die Menge glaubte, das Schiff und die Kirche seien eine geheime Operation des CIA. Bald danach wurde das Telex-Büro in Lissabon durch portugiesische Regierungsbeamte gestürmt. (2, S. 36)

Robertson:

"Das war, als die amerikanische Botschaft der örtlichen kommunistischen Partei einen Hinweis gab, daß die Apollo ein CIA-Schiff wäre. Portugal hatte gerade die Schmerzen der Revolution überwunden. Zu der Zeit war es sehr linksorientiert. Die Kommunisten bildeten einen großen Mob mit Fackeln und Steinen und sie wollten das Schiff niederbrennen... ungefähr 250 Mann. Wir wehrten sie ungefähr 2 Stunden ab und schließlich erschien die örtliche Marinepolizei mit Maschinenpistolen und zerstreute den Mob... LRH entschied, daß es Zeit war, dieses Gebiet zu verlassen. Es gab etwas zu viel Hetze. Als wir die Linien zurückverfolgten, führten sie immer in die Vereinigten Staaten und das war zu der Zeit als ein Knabe namens Henry Kissinger Außenminister war. Sie führten von seinem Büro aus in die Botschaften." (11, S. 15)

Am 10.10.1974 verlassen die Schiffe Europa in Richtung Charleston, USA. (13)

30.10.1974: Durch einen Regierungsinformaten an Bord der Apollo wurde der Bestimmungsort Charleston und das Ankunftsdatum des Schiffes bekannt. Das U.S. Department of Justice machte Beamte verschiedener Behörden darauf aufmerksam, um das Schiff zu "begrüßen". Dazu gehörten Agenten des Immigration Office, der Drug Enforcement Agency, U.S. Customs Service, Coast Guard, sowie Marshals.

Die Besatzung der Apollo bekam jedoch Wind von der Sache und kehrte ein paar Meilen vor der Küste wieder um. (10, S. 83/84)

Artikel im News Courier, Charleston:

"Nach Auskunft offizieller Quellen gab es am Dienstag genügend Agenten des U.S. Customs Service, um jedes Mitglied der Schiffsbesatzung, wegen möglichem Drogenschmuggel unter Beobachtung zu halten".

Captain Robertson:

"So begaben wir uns in die Karibik, an den Bahamas vorbei, immer mit dem Außenministerium der Vereinigten Staaten, mit Kissinger auf den Fersen. Er schickte Telexe an seine Botschaften in Barbados, Trinidad und Curacao... Wir hatten in all diesen Gebieten Angriffe. Wir wurden ersucht, einige Häfen zu verlassen, und niemand konnte verstehen warum, außer daß die Vereinigten Staaten einen Druck ausübten - sie würden die Auslandsunterstützungen streichen, wenn sie uns willkommen hießen.

Wir fingen auch ein paar Telexe direkt vom State Department ab, wo diese Befehle herkamen und diese wurden in einem Rechtsstreit verwendet, den L. Ron Hubbard gegen Kissinger, das State Department und verschiedene andere Botschafts- und Konsulatsbeamte zu führen beabsichtigte. Ein 800 Millionen Dollar Rechtsstreit gegen Henry Kissinger und andere Leute im State Department, die damals im Amt waren." (11, S. 16)

1975 Okt.: Die Schiffe lagen in den Bahamas und die Besatzung ging zu verschiedenen Orten in den USA. Die Rückkehr war unauffällig und von dieser Zeit ab wurden Geheimhaltung und Sicherheit zu oberster Priorität. Es wurde entschieden, eine Basis in Clearwater, Florida zu errichten. Es sollte das Hauptzentrum für Managementtraining für Scientology weltweit werden. Es wurde bekannt als Flag, nach dem Namen des Flaggschiffes Apollo.

 

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