Teil 3/2
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Der Angriff der Nationen

Die World Federation for Mental Health

Die "Antipathie" gegen Hubbard und Scientology breitete sich in den frühen sechziger Jahren auch auf andere englischsprachige Länder aus. Eine Organisation scheint ganz besonders ernst mit Hubbard zu meinen, die World Federation for Mental Health. Ihr Ihr Begründer, Colonel John Rawlings Rees [7] verdeutlicht die Bestrebungen der Mental Health Bewegung, als es 1940 bei einer Jahresverammlung unter anderem sagte:

"...Wenn wir die professionellen und sozialen Aktivitäten anderer Völker unterwandern wollen, denke ich, daß wir den Totalitarismus nachahmen und eine Art Fünfte Kolonne organisieren müssen! ...Es würde wirklich nichts ausmachen, wenn niemand jemals über dieses Treffen hören würde, vorausgesetzt, daß die Arbeit getan wurde. Laßt uns deshalb alle sehr geheime "Fünfte Kolonnisten" sein... (in Bezug auf Medienarbeit) ...Auch hier sollten wir dieses COUNCIL oder jede andere Körperschaft besser geheimhalten und einfach als Individuen schreiben und sprechen. Laßt uns den Ausdruck geistige Hygiene nicht erwähnen, da wir sicher in Begriffen der geistigen Gesundheit und des gesunden Menschenverstandes schreiben können... Das Parlament, die Presse und andere Veröffentlichungen sind der offensichtlichste Weg, unsere Propaganda zu verbreiten. Dazu wird die Überlegung und Arbeit eines jeden Einzelnen von uns benötigt. Ärztliche Mitglieder des Parlaments sind jederzeit bereit, bei jeder gutdurchdachten Propagandakampagne, die eindeutig zum Wohl des Volkes ist, mitzuhelfen, aber wir sollten uns nicht auf sie begrenzen. Es gibt eine Menge energiegeladener Männer im Parlament, die durchaus bereit sind, sofern sie korrekt eingewiesen werden, daß man sie fragen und durch persönlichen Kontakt im Auge behalten kann, um sicherzugehen, daß wichtige Punkte entsprechend behandelt werden." (Bernhard Schreiber, Die Männer hinter Hitler, S. 149-152)

Australien

Dr. E. Cunningham Dax, Mitglied der World Federation for Mental Health schrieb 1962 an jeden Gesundheitsminister in Australien und erklärte, warum die Scientology seiner Meinung nach gefährlich sei. Er drängte die Landesregierung, die Aktivitäten der Scientologen durch das Verbot zu bremsen, öffentlich für sich zu werben. Die Presse spielte mit. Den üblichen, angesehenen Kritikern der Scientology - Sprecher der australischen Ärztevereinigung, Gesundheitsbehörden und führende Psychiater - wurden Titelseiten eingeräumt, wo sie täglich "ihre tiefe Besorgnis über die Gefahren der Scientology" äußerten. (1, S. 140/142)

Der Abgeordnete der australischen Labour Opposition J. Walton hielt im Oktober 1963 eine Rede vor dem gesetzgebenden Rat des Staates Viktoria, in der er eine umfassende Untersuchung der Praktiken des "gefährlichen Kultes" durch die Regierung forderte. In einer lautstarken Rede vor dem gesetzgebenden Rat kritisierte der Fraktionsführer der Labour-Partei John W. Galbally die Regierung dafür, daß sie es unterlassen habe, etwas gegen diesen bösartigen Kult zu unternehmen - trotz wiederholter Warnungen, welche die Behörde für Psychohygiene und andere verantwortliche Personen und Gremien geäußert hätten (1, S. 140/142).

Dem vereinten Druck von politischen Führern der Opposition und Lobbyisten der Psychohygiene nachgebend, ernannte der Ratspräsident von Viktoria einen Ermittlungsausschuß zwecks "Untersuchung, Berichterstattung und Ausarbeitung von Empfehlungen bezüglich der Scientology, wie sie in Viktoria bekannt ist, ausgebreitet, praktiziert und angewandt wird". Der Ausschuß bestand aus dem Staatsanwalt Kevin Victor Anderson. In der Zusammenfassung seiner Feststellungen wurde die Scientology von Anderson verdammt. "Der Ausschuß hat nicht einen einzigen mildernden Zug an der Scientology finden können". Der gesamte Aufbau ihrer Lehren sei ein Gewebe aus Falschheit, Betrug und Einbildung:

"Scientology ist schädlich, ihre Techniken sind schädlich, ihre Ausübung ist eine ernsthafte Gefährdung für die Gemeinde in medizinischer, moralischer und sozialer Hinsicht; ihre Anhänger sind tief verblendet und häufig geisteskrank". Hubbard sei ein Betrüger und Scientology ein Schwindel. "Man muß stark bezweifeln ob er geistig gesund ist".

In weniger als zwei Monaten wurde von den gesetzgebenden Gremien des Staates Viktoria ein Gesetz verabschiedet, dessen vorrangiges Ziel das Verbot der Scientology war. Bei Strafe wurde die Nutzung des E-Meters von jedem nicht ausgebildeten Psychologen verboten. Dieses "Scientology-Verbot" dehnte sich später auf andere Staaten Australiens aus und wurde erst 1973 wieder aufgehoben, als die Labour-Partei an die Regierung kam. (1, S. 169)

Als der Anderson-Bericht veröffentlicht wurde, sorgte die amerikanische FDA für weltweite Verbreitung. Der Bericht wurde als eine "verläßliche Quelle von Informationen" über die Kirche dargestellt (10, S. 31).

In der Folgezeit gibt es kaum ein Land oder einen Bericht in den Medien, wo dieser Bericht, speziell obige Passage, nicht zitiert wird.

Rhodesien

1965 wendet sich Hubbard Südafrika zu. Nach kurzem Aufenthalt in der Johannisburg-Organisation, besucht er Rhodesien.

Am 14.7.66 erschien ein Artikel im Rhodesia Herald: Dem Gründer der Scientology wurde die Erlaubnis verweigert, in Rhodesien zu bleiben. (8, S. 25, Quelle: Foster Report, S. 11)

1968 wurde in Süd-Rhodesien ein Gesetz zur Güterkontrolle (Control of Goods Act) verabschiedet. Die Einfuhr von Scientology-verwandtem Material wurde verboten (2, S. 32)

England

Die australische Untersuchung gegen Scientology wurde Anfang 1962 von dem Abgeordneten Lord Balniel, Vorsitzender der National Association for Mental Health (NAMH), zum Anlaß genommen im Unterhaus die Frage zu stellten ob es nicht im Interesse der Öffentlichkeit sei, eine ähnliche Untersuchung auch in England durchzuführen.

Auch nach weiteren Vorstößen von Abgeordneten gegen die Scientology war der Gesundheitsminister zunächst gegen eine Untersuchung. (1, S. 183)

Im Frühjahr 1968 erschien ein kurzer Artikel in der Ausgabe "Mental Health". Sie unterrichtete ihre Leser davon, daß Mr. Peter Hordern, konservativer Abgeordneter für Horsham, seit langer Zeit Hauptgegner der Scientology, dabei ist, erneut eine amtliche Untersuchung zu propagieren. Er hat Briefe von vielen enttäuschten Mitgliedern erhalten - viele davon zu verängstigt um ihren Namen unter das Geschriebene zu setzen. Diese Briefe, einschließlich der vielen anonymen, wurden an den Gesundheitsminister weitergeleitet und bildeten einen Teil dessen, was der Abgeordnete später als "erhebliche Beweissammlung über die Tätigkeiten des Kultes in diesem Land" beschrieb, die er aber niemals einer öffentlichen Überprüfung überließ. Der anhaltende Druck, der in den Ministerien für Gesundheitswesen, Erziehung und Wissenschaft und im Innenministerium aufgebaut wurde, führte schließlich zu verwaltungstechnischen Maßnahmen gegen die Scientologen (1, S. 183/184).

Am 25.6.1968 unterrichtet das Home Office L. Ron Hubbard, daß ihm ein weiterer Aufenthalt im Vereinigten Königreich nicht gestattet würde (8, S. 205 bezogen auf den Foster Report). Das Home Office habe ihn zu einem unerwünschten Ausländer erklärt. (8, S. 60)

1968 25.7.: In Beantwortung der im Unterhaus gestellten Frage nach den Maßnahmen gegen Scientology sagte Kenneth Robinson:

"Die Regierung hat sich nach Erhalt aller verfügbaren Beweise davon überzeugt, daß die Scientology gesellschaftlich schädlich ist. Sie entfremdet Familienmitglieder von einander und unterstellt allen, die sich gegen sie richten, niederträchtige und unehrenhafte Beweggründe; ihre autoritären Grundsätze und Praktiken sind eine potentielle Bedrohung der Persönlichkeit und des Wohlergehens derjenigen, die so verblendet sind, ihre Anhänger zu werden; vor allem aber können ihre Methoden eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit derjenigen werden, die sich ihr unterwerfen. Es liegen Beweise vor, daß nunmehr auch Kinder unterrichtet werden.

Nach bestehendem Gesetz gibt es keine Möglichkeit, die Praktik der Scientology zu verbieten; die Regierung ist jedoch zu dem Schluß gelangt, daß sie abgelehnt werden muß und daß es richtig ist, alle Schritte zu unternehmen, die in ihrer Macht stehen, um ihrer Expansion Einhalt zu gebieten. Es scheint, daß die Scientology ihre Anhänger größerenteils aus Übersee hat, obwohl die Organisation jetzt intensive Anstrengungen unternimmt, Bewohner dieses Landes zu gewinnen. Ausländer kommen hierher, um die Scientology zu studieren und an dem sogenannten College in East Grinstead zu arbeiten. Die Regierung kann dies gemäß bestehender Gesetze verhindern und hat beschlossen, dies zu tun."

Die folgenden Schritte werden mit sofortiger Wirkung gültig:

  1. Das Hubbard College of Scientology sowie sämtliche anderen Scientology-Institute werden nicht länger als Ausbildungsstätten im Sinne der Richtlinien des Innenministeriums über die Einreisegenehmigungen und anschließende Überwachung von Ausländern anerkannt.

  2. Ausländern, die in den Häfen Großbritanniens ankommen und beabsichtigen, Scientology-Institute zu besuchen, wird keine Einreise als Studenten mehr bewilligt;

  3. Ausländern, die bereits in Großbritannien weilen, z.B. als Besucher, wird der Status von Studenten zum Zwecke des Besuches einer Scientology-Einrichtung nicht mehr gewährt;

  4. Ausländern, die bereits in Großbritannien zwecks Studium an einer Scientology-Einrichtung weilen, wird die Aufenthaltsgenehmigung zur Fortsetzung dieser Studien nicht gewährt;

  5. Eine Arbeitserlaubnis und Angestelltenversicherung wird Ausländern (oder Staatsbürgern des Commonwealth) zwecks Arbeit in einer Scientology-Einrichtung nicht gewährt;

  6. Eine Arbeitserlaubnis, soweit sie an Ausländer zwecks Arbeit in einer Scientology-Einrichtung bereits ausgestellt wurde, wird nicht verlängert.

Dies wurde in der letzten Sitzung des Parlamentes vor den Ferien verkündet. Damit war jede ausreichende Erörterung oder Debatte über diese Frage unter den Abgeordneten von vornherein ausgeschlossen. Desweiteren waren keine stichhaltigen Beweise vorgelegt worden, die derartige drastische Maßnahmen gerechtfertigt hätten. Sogar die Presse kritisierte diese Ausländerverfügung und nahm teilweise Partei für Scientology ein. Die "Beweise" gegen Scientology wurden in Frage gestellt. Der Klatsch gegen Scientology in den Medien wurden etwas nüchterner betrachtet. Ein Journalist fand heraus "daß der jüngste Wirbel mit einem Artikel in der Daily Mail angefangen hat und daß seitdem, mit zwei Ausnahmen, sämtliche Presseleute jeweils einander zitiert haben". (1, S. 184/186)

Im Herbst 1968 nahm Robinson im Unterhaus Stellung zu den kritischen Stimmen gegen diese Ausländerverordnung. Er wurde aufgefordert die Beweise zu veröffentlichen, die er angeblich in seinem Besitz habe, und auf die er seine Äußerungen und Maßnahmen gegen Scientology aufgebaut hatte. Seine Aussage dazu:

Detaillierte Beweise, welche die potentielle Gefahr des Kultes für die Gesundheit bewiesen, bestünden aus individuellen Fallgeschichten, die zu veröffentlichen unangebracht wäre.

Die Beweise für die Gefährdung der Gesellschaft durch die Scientology seinen in der Presse bereits ausreichend veröffentlicht worden. (1, S. 187/188)

England befand sich seit der Zeit in einer Art Kriegszustand gegen die Scientologen:

Telefon- und Telexanlagen in Saint Hill Manor wurden angezapft,
ausländischen Scientologen wurde die Einreise nach England verweigert,
in Einzelfällen wurden einreisende Scientologen vorübergehend ins Gefängnis gesperrt. (1, S. 188/193)

Der Rektor einer Privatschule lehnte es ab, den Sohn eines bekannten Scientologen als Schüler aufzunehmen, wobei er erklärte: "Der Vater hat sehr viel Aufmerksamkeit erregt, und die Familie gehört einer Organisation an, die gesellschaftlich schädlich sein soll."

Sechs Ärzte in East Grinstead, Sussex (Sitz der weltweiten Zentrale der Scientology) weigerten sich, Scientologen als Kassenpatienten anzunehmen. Ein Sprecher dieser Gruppe sagte zu Presseleuten, daß er aus "Gründen der Ethik" seine Einwände nicht aussprechen könne.

Die größte englische Versicherungsgesellschaft, die Royal Insurance Company, kündigte ihre Police mit der internationalen Zentrale der Scientology, Saint Hill Manor. Von den bevollmächtigten der Versicherung wurde angegeben, "wir reinigen unseren Kundenbestand von unrentablen Geschäften". (1, S. 194)

Im November 1977 erschienen die Memorieren des verstorbenen Richard Crossman, der 1968 Nachfolger von Robinson im Gesundheitsministerium geworden und von Robinson bei mehreren Anlässen, die vor dem Amtswechsel stattgefunden hatten, instruiert worden war. In seinen Memorieren stellte Crossman ganz klar, daß es in England keine Beweise gegen die Scientology gab. Die seinerzeit amtierenden Minister waren sich alle einig, daß Robinson einen Fehler gemacht hatte. Crossman: "Wir waren alle einer Meinung darüber, daß wir aus der Sache aussteigen sollten". (1, S. 209; Richard Crossman, Diaries of a Cabinet Minister - Vol. III, London 1977)

Ungeachtet dessen teilte Richard Crossman Ende Januar 1969 dem Unterhaus mit, daß er eine Untersuchung der Scientology aufnehmen werde. Mehrere Abgeordnete fragten nach dem Grund, wieso Scientology zuerst als Schwindel bezeichnet wird, und man dann eine Untersuchung vornimmt. Die Regierung beauftragte Sir John Foster, konservativer Abgeordneter für Northwich, mit der Durchführung der Untersuchung. Crossman erklärte, die Untersuchung würde von Sir John allein, nicht durch einen Ausschuß, vorgenommen, und nicht aufgrund gesetzlicher Vollmachten durchgeführt; daher brauche niemand eine Zeugenaussage zu machen. Außerdem würden die freiwilligen Zeugenaussagen nicht öffentlich und nicht auf einen Eid gestützt sein. Selbst ungeprüftes Aussagenmaterial aus Übersee sollte zugelassen sein (1, S. 199/200).

Am 31.12.1970 schloß Sir John Foster seine Untersuchung ab und legte einige Monate später einen schriftlichen Bericht vor. Sir Keith Joseph hielt den Bericht zunächst zurück, mußte dann aber dem öffentlichen Druck nachgeben. Ein Jahr später wurde der Foster-Bericht schließlich veröffentlicht. Seine Hauptempfehlungen:

  1. Die Mehrheit der Regierungsmaßnahmen gegen Scientology waren ungerechtfertigt, und die Einreiseverweigerung für ausländische Scientologen nach Großbritannien sollte aufgehoben werden.

  2. Gesetze zu verabschieden, deren Ziel es sein sollte, die Praxis der Psychotherapie gegen Entgelt oder Vergütung zu überwachen. Nach den Bestimmungen dieses Gesetzes sollte ein Berufsrat eingerichtet werden, der über die Qualifikationen der Ausübenden zu befinden hätte.

  3. Das Finanzamt möge sich aller Schattengesellschaften der Scientologen annehmen.

Die Empfehlung dieses Berichtes führte nicht zur Aufhebung des Scientologen-Bannes. Dieser erfolgte erst im Sommer 1980. (1, S. 200-210)

Südafrika

Im November 1960 schrieb der Organisationssekretär des südafrikanischen National Council for Mental Health, T. J. Stander einen Brief an die Group for the Advancement of Psychiatry (Gruppe zur Förderung der Psychiatrie) in New York. Darin fragte er diese Organisation, welche Schritte sie gegen die Scientology unternommen habe, wobei er ausführte: "Soweit es sich um bestehende Gesetze in Südafrika handelt, können keine Schritte unternommen werden, um die Scientologen an der Ausübung zu hindern, obwohl wir äußerst besorgt über die Tätigkeit dieser Gruppe sind."

Gleichlautende Briefe gingen an die Mental Health Association auf den Philippinen, an die englische National Association for Mental Health, an das Gesundheits- und Sozialministerium in Kanada und an die American Medical Association (1, S. 212).

Unermüdlich schrieb Stander Anfragen und Briefe. Er förderte und half bei der Koordination von zwanglosen Abendvorträgen über die Scientology. Er war der Verbindungsmann zwischen verschiedenen medizinischen, psychologischen und Sozialfürsorgegruppen. Er holte der Scientology feindlich gestimmte Artikel ein und ließ sie abdrucken. Er schleuste einen Spion in die Scientology-Organisation ein, der den Auftrag hatte, ihre Anhänger in eine Falle zu führen. Er führte stundenlange Telefonate mit Mitgliedern verschiedener "wissenschaftlicher Gremien" und drängte sie, "ihre Kenntnisse und den Einfluß ihrer Stellung dafür einzusetzen, daß Maßnahmen gegen jene Organisationen getroffen werden".

Im September 1966 stellte der Abgeordnete Dr. E. L. Fischer dem Gesundheitsminister Dr. Albert Hertzog die Frage: Ob ihm ein Kult bekannt geworden sei, der unter der Bezeichnung "Hubbard Association of Scientologists International" in der Republik tätig sei, und ob sein Ministerium den Kult in Bezug auf die Volksgesundheit überprüft habe. Wenn dem nicht so wäre, würde er dann jetzt eine derartige Untersuchung durchführen lassen? Die Antwort war, daß der Gesundheitsminister eine erste Untersuchung der Scientology veranlaßt, aber keine greifbaren Tatsachen zutage gefördert habe, die ein amtliches Vorgehen erforderlich machten.

Der neue Gesundheitsminister Dr. Carel de Wet war bereit, eine Untersuchungskommission über die Scientology einzusetzen, und zwar, weil die Einwände gegen die Organisation "von verantwortungsbewußten Kreisen erhoben worden sind". Bezugnehmend auf die von der Regierung in Großbritannien gegen die Scientology getroffenen Maßnahmen sagte Dr. de Wet: "wenn England handelt, dann wissen wir, daß es allerhöchste Zeit ist". (1, S. 220/221)

Im März 1969 wurde eine neunköpfige Kommission zur Untersuchung der Scientology benannt (1, S. 221). Jahre später wurde der Untersuchungsbericht veröffentlicht. Die positiven Aussagen über Scientology waren ignoriert (1, S. 226/227).

Neuseeland

Am 28.6.1968 wurde in Neuseeland eine Petition im Parlament eingereicht, einen Untersuchungsausschuß bezüglich Scientology einzusetzen und rechtliche Schritte einzuleiten. Am 3.2.69 wurde ein Untersuchungsausschuß einberufen.

In Neuseeland wurde ein Untersuchungsausschuß bezüglich Scientology eingesetzt, der für acht Tage zusammensaß und 27 Zeugen vernahm. Das Ergebnis wurde am 30.6.69 bekanntgegeben und besagte, daß die Regierung keine legislativen Maßnahmen gegen Scientology einleiten soll. (4, S. 155)

Frankreich

1978 14.2.: In einem Urteil der 13. Kammer der Grande Instance de Paris wurde L. Ron Hubbard in Abwesenheit zu einer Strafe von 4 Jahren Gefängnis und 35.000 Francs Geldstrafe verurteilt. Die Anklage trug gegen Hubbard und andere folgendes vor:

In Paris und auf dem Gebiet Frankreichs zwischen dem Jahr 1967 und dem 8.1.76 durch betrügerische Maßnahmen unter Vortäuschung von falschen Unternehmen, einer imaginären Macht, oder durch Erweckung von Hoffnungen auf einen Erfolg oder irgendein ausgebildetes Ereignis, von zahlreichen Personen hohe Geldsummen bekommen zu haben, und in betrügerischer Weise das Ganze oder Teile fremden Vermögens an sich gebracht zu haben ... und zwar in folgender Weise:

Unter dem Deckmantel einer Gesellschaft, die als Kirche deklariert wird, deren Zielsetzung rein philosophischer oder religiöser Natur sei, während diese Organisation wie eine organisierte psychotherapeutische Einrichtung funktioniert, hinter der sich ein gut geführtes, aufstrebendes Handelsunternehmen verbirgt, das eine ausgedehnte Werbung mit Broschüren, Prospekten, mündlicher Propaganda usw. betreibt... (8, S. 274/75)

 

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