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Chronologie der Scientologischen Bewegung
ab 1987
| 1987 31.05. |
Authorization Ermächtigung von Norman F. Starkey (als
Testamentsvollstrecker von LRH) an New Era Pubs -
Vollmacht zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen in
der BRD. |
| 1987 10.11. |
(vermutlich) Vertrag
 | zwischen Nachlaßverwalter von LRH und New Era
Pubs |
 | "exclusive" = ausschließliches
Nutzungsrecht |
 | an sämtlichen Schrift- und Tonwerken von LRH
bezüglich Scientology (Vertrag wird lediglich in
einem Schreiben eines Rechtsanwaltes
erwähnt/Text liegt nicht vor). |
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| 1988, 10.4. |
AZ: Polizei erfuhr von Mordauftrag - 4 Millionen Mark auf
den Kopf von Gauweiler - Ermittlungen in der
Sekten-Szene. Die Mordankündigung kam per Postkarte.
Staatssekretär Gauweiler und Polizeipräsident Roland
Koller stehen auf der Todesliste von noch unbekannten
Attentätern. CofS dahinter vermutet. |
| 1989, 4.11./5 |
BamS: Scientology-Sekte: Erst die Seele, dann das Geld
Knallhart stoßen Scientologen ins Immobiliengeschäft
vor. Ganze Mietergemeinschaften kämpfen gegen ihren
Rausschmiß, haben sogar Kanzler Kohl um Hilfe angerufen.
Die CofS soll hinter Hauskäufen stecken (über 30 große
Mietshäuser im Wert von etwa 20 Millionen). |
| 1990 3./4.11. |
In Berlin findet eine "Source Conference" von
Pam und Ray Kemp statt. Pam und Ray Kemp arbeiten seit
einiger Zeit mit Per Schiotz in Dänemark zusammen und
sind sehr alte Scientologen (haben in den 50er Jahren mit
LRH zusammengearbeitet). Auf dieser Convention erläutern
sie ihren Auditing-Stil. Sie sind der Auffassung, daß
die Brücke an sich mit dem Zustand "Clear"
beendet ist. Nach LRH gäbe es für einen Clear nichts
mehr zu auditieren. Auch habe LRH nie "starre
Richtlinien" gewollt. Jeder sollte daraus machen,
was er will und braucht.
Ray Kemp erklärt, daß das von der CofS benutzte
Copyright am OCA-Test (besser bekannt als der
"Persönlichkeitstest") bei ihm liegt und daß
die CofS den Test verändert habe.
Die Kemps haben bereits ein neues Buch auf den Markt
gebracht ("You live - as you think") und
bereiten weitere Bücher, sowie Übersetzungen vor.
(Gesprächen mit Teilnehmern an dieser Convention und
deren Aufzeichnungen.) |
| 1990 Dez. |
Die CofS gibt ein weiteres Beispiel, wie sie die
Standard-Tech abwandelt:
Die CofS-Zeitung "The Auditor" veröffentlicht
auf der Titelseite "The Road to Clear" von LRH,
mit dem Copyright-Vermerk von 1965. Tatsächlich gibt es
ein HCOB vom 2.4.1965, das diesen Titel trägt.
Auffallend ist aber, daß dieses HCOB nur zu etwa dem
ersten Drittel mit dem veröffentlichten Artikel in
"The Auditor" übereinstimmt. Der überwiegende
Rest ist verändert und endet mit der deutlichen
Aufforderung an den Leser, sich an die nächste Org zu
wenden, um Clear zu werden. Das gültige HCOB enthält
einen solchen Hinweis nicht. (aus "The
Auditor", 1990) |
| 1991 Anfang |
Die CofS (genauer New Era Publications) verklagt diverse
Klein-Gruppen der Freien Zone wegen Copyright- und
Trademark- Verstößen.
Um an die notwendigen Informationen und Beweise zu
gelangen, werden gezielt Spione der CofS eingesetzt und
in die Gruppen der Freien Zone infiltriert. Die Verfahren
dauern zur Zeit noch an. (Original/Kopie der
Klageschriften) |
| 1991, 22.3. |
Wirtschaftswoche: Aufs Pflaster knallen - SEKTEN: Wie
sich ein Glaubens- Konzern in die Wirtschaft einschleicht
- Scientology-Sekte verspricht Führungskräften mehr
Leistungskraft und Glück. |
| 1991, 1.4. |
Der Spiegel: "Lieber tot als unfähig"
Spiegel-Report über die Geschäfte der
Scientology-Sekte. Über Tarnorganisationen versucht die
finanzstarke Scientology-Kirche in der deutschen
Wirtschaft Fuß zu fassen.
Die Bürgerschaftsabgeordnete aus Hamburg, Ursula Caberta
(SPD) stellte Strafantrag wegen "Bildung einer
kriminellen Vereinigung". Die baden-
württembergische Landesregierung will jetzt ein
Gutachten über mögliche juristische Schritte gegen die
Sekte in Auftrag geben. Der Bonner Abgeordnete Eckart
Kuhlwein (SPD) und Michael von Schmude (CDU) betreiben
die Einsetzung eines Parlamentarischen
Untersuchungsausschusses im Bundestag.
Es gibt laut ABI rund 60 Basis- und Untergruppen sowie
Absplitterungen. Verwaltungs-Anordnung ED 1040 INT des
Hubbard-Büros indes beschrieb detailliert den "Plan
für die Ausweitung von Scientology auf das
Geschäftsleben", Ziel: die "völlige
Kontrolle".
Vier Schritte der Anordnung:
 | Suche Dir ein Geschäft aus, welches bereits sehr
gut arbeitet. |
 | Wende Dich an den höchsten Direktor und
verbreite Scientology |
 | Lokalisiere SP's (Suppressive Person: jemand, der
Scientology stört) in der Organisation und wirf
sie hinaus. |
 | Auditiere die leitenden Angestellten und zeige
ihnen, um was es sich handelt, das wird dann den
Zyklus in Gang setzen... die leitenden
Angestellten werden die Jungmanager und das
andere Personal dazu drängen, Auditing zu
nehmen. |
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| 1991, 5.4. |
Die Zeit: Thetanen in geheimer Mission - Egmont R. Koch,
Irene Meichsne
"Sie sind Unternehmensberater und Mangement-Trainer.
Sie bringen die brutale Heilslehre des L. Ron Hubbard.
Und sie kassieren ab. Die Anhänger der Scientology
Church haben die "Clear-Deutschland-Kampagne"
ausgerufen. Ihre Zielgruppe sind die Köpfe der
Wirtschaft." |
| 1991, 8.5. |
Das Beste - Scientology - ein gefährlicher Kult - Behar,
Richard
Er gibt sich den Anstrich einer Religion, doch in
Wahrheit ist er ein florierendes Schwindelunternehmen.
Der 24-jährige Noah Lottick aus Kingston in Pennsylvania
war allem Anschein nach ein normaler junger Mann, der
seinen Platz im Leben suchte - bis er die Scientology
entdeckte. In knapp einem Jahr zahlte er gut 5000 Dollar
an die Sekte. Sein Verhalten wurde sonderbar. Zu seinen
Eltern sagte er einmal, daß seine Scientology-Mentoren
wahrhaftig Gedanken lesen könnten. Eines Tages platzte
er in die Wohnung seiner Eltern und verlangte von ihnen
zu wissen, "warum sie falsche Gerüchte" über
ihn verbreiteten - eine Wahnvorstellung, die seinen Vater
schließlich veranlaßte, einen Psychiater einzuschalten.
Es war zu spät. Wenige Tage darauf sprang der junge
Slawist aus einem Fenster im zehnten Stock eines New
Yorker Hotels. In den letzten 10 Jahren hatte es den
Anschein, als könnten die Aufklärung durch die Medien
und gerichtliche Schritte gegen Scientology die Gefahr
bannen. Nun aber droht die Sekte, die sich überall in
der Gesellschaft zu etablieren versucht, immer
aggressiver zu werden. Feinde begraben. - Beträchtliche
Mittel wendet Scientology auch zur Unterdrückung von
Kritikern auf. Laut einer Devise Hubbards sind alle
erkannten Feine "Freiwild", und müssen mit
Täuschung, gerichtlicher Verfolgung, Lügen und
Vernichtungskampagnen bekämpft werden.
Wer sich der Sekte entgegenstellt - abtrünnige
Mitglieder, Journalisten, Anwälte, sogar Richter -,
sieht sich oft mit Prozessen eingedeckt, von
Privatdetektiven bespitzelt, erfundener Verbrechen
angeklagt und mit Morddrohungen bedacht. Kritiker der
Scientology drängen darauf, daß staatliche Stellen
entschiedener und überlegter gegen die Sekte vorgehen.
"Das Prozessieren sollte man nicht Privatpersonen
überlassen", sagt Rechtsanwalt Toby Plevin aus Los
Angeles, der Geschädigte vertritt. "Die meisten von
uns haben doch Angst, sich da hineinziehen zu
lassen." |
| 1991, 29.5. |
Stuttgarter Zeitung - dpa - Scientology-Sekte verliert
Rechtsfähigkeit - Hamburg will Kirche wie eine Firma
besteuern - Beschluß mit Signalwirkung |
| 1991, 30.9. |
Münchner Merkur - Organisation will Ausschußsitzung
beiwohnen.
Die finanzstarke Scn-Organisation, die auch in Bayern
vertreten ist, versucht nach Angaben der
Bundestagsabgeordneten Susanne Rahardt (CDU) mit einer
gesteuerten Aktion auf Bonner Parlamentarier einzuwirken.
Abgeordnete aller Fraktionen würden derzeit mit
Schreiben und Telefonanrufen von Scientologen
überschwemmt, sagte die Politikerin am Wochenende. S.
Rahardt, die eine für den 9. Okt. geplante,
nichtöffentliche Anhörung des Ausschusses für Frauen
und Jugend zum Thema "Scientology" vorbereitet,
verwies auf ein ihr zugespieltes Scientology-Papier.
Darin würden Führungskräfte des Psycho-Multis
aufgefordert, auf Bundestagsabgeordnete Einfluß
auszuüben, mit dem Ziel, zu der Bundestags-Anhörung
auch Scientologen einzuladen. Falls eine Anhörung von
Scientologen nicht geplant ist, empöre dich, heißt es
in dem Schlachtplan. |
| 1992/0 |
Der Spiegel - Sektierer gesucht.
Mitglieder der obskuren Scientology-Sekte wehren sich
gegen den Ausschluß aus der CDU. Der Streit soll bis
nach Karlsruhe getragen werden.
Die Mitglieder der Scientology-Sekte wurden mit einem in
der deutschen Parteigeschichte einmaligen
Ausgrenzungsbeschluß aus der Union relegiert.
Die Mitgliedschaft in der Scientology-Church, beschloß
der Dresdner Parteitag, ist mit der CDU-Mitgliedschaft
unvereinbar. |
| 1992, 5.3. |
SZ - Stuttgarter Justiz soll Scientologen prüfen -
Reuter
Der baden-württembergische Justizminister Helmut
Ohnewald hat den Generalstaatsanwalt und die
Staatsanwaltschaft Stuttgart gebeten, die Einleitung
eines Ermittlungsverfahrens gegen die Scn-Kirche zu
prüfen. Es bestehe aufgrund einer Anzeige sowie
zahlreicher Berichte mutmaßlich Geschädigter der
Verdacht der unerlaubten Ausübung der Heilkunde, teilte
das Justizministerium mit. |
| 1992, 1.4. |
Stuttgarter Zeitung - Rausschmiß für
Scientology-Makler?
Ärger im Ring Deutscher Makler wegen angeblicher
"Unterwanderung". Verbandsinterne Opposition
bezichtigt den Vorstand der "Nestbeschmutzung".
Im Ring Deutscher Makler (RDM) herrscht Streit:
Immobilienfirmen, die das werbeträchtige RDM-Siegel
führen, sollen von Scientologen unterwandert sein. Der
Verband fürchtet um seinen seriösen Ruf. Ein Großer
der Branche soll bereits ein Kündigungsschreiben
erhalten haben. In einem anonymen Rundschreiben
distanzieren sich RDM-Makler von dem Gerücht, Tarnfirmen
der weltweit verrufenen Sekte würden versuchen, die
Standesorganisationen "in den Griff zu
bekommen". Die von der Verbandsspitze betriebene
Aufklärungskampagne gegen scientologische Umtriebe sei
"Nestbeschmutzung". |
| 1992, 8.6. |
Stuttgarter Zeitung - Will Scientology-Sekte
Krupp-Stahlbau kaufen?
Die heftig umstrittene Scientology-Sekte will offenbar
verstärkt in Ostdeutschland und Berlin Fuß fassen. Nach
Angaben eines Betriebsrates der Krupp Stahlbau AG in
Berlin-Tempelhof bemüht sich die Sekte derzeit um den
Kauf dieses Unternehmens. Das offenbar kurz vor dem
Abschluß stehende Geschäft müsse um jeden Preis
verhindert werden, sagt der Arbeitnehmervertreter auf
einer Betriebskonferenz in Berlin.
Bereits vor zwei Jahren habe die Scientology-Sekte den
Schwesterbetrieb der Krupp Stahlbau AG bei Esslingen
übernommen. Uns ist unverständlich, daß nun erneut an
die Scientology verkauft werden soll. Nach Angaben des
Betriebsrates haben sich die Scientologen über die
Berliner Treuhandanstalt bereits in einige Großbetriebe
der ehemaligen DDR eingekauft. |
| 1992, 10.6. |
Stuttgarter Nachrichten - Sekte unterhält Geheimdienst -
Experten: Scientology-Kirche läßt Kritiker bespitzeln
Ungewöhnliche Aktivitäten in Baden Württemberg -
Sektenexperten sprechen von alarmierender Situation - Die
Scientology-Kirche schaltet ihren Geheimdienst ein -
Kritiker werden beschattet und auch von Privatdetektiven
ausgeforscht - Offenbar neue Spitzelabteilung in
Stuttgart |
| 1992, 25.06 |
Süddeutsche Zeitung, Anfrage von Buendnis 90/Gruene:
Bonn (epd/KNA) - Der Bundestagsabgeordnete Konrad Weiss
(Buendnis 90/Gruene) hat die Bundesregierung
aufgefordert, Stasi-Kontakte der Scientology Church und
den Verkauf ostdeutscher Unternehmenan bekannte
Sektenmitglieder zu ueberpruefen. |
| 1992, 30.7. |
Stuttgarter Zeitung: Scn: ein Syndikat mit Tarnkappe?
Ehemalige Mitarbeiterin beschuldigt Altbacher Unternehmer
- Firma kontert: "Privater Rachefeldzug".
Schutzgemeinschaft Robin Direkt warnt vor
"knallharter Unterwanderung der Wirtschaft". |
| 1992, 24.10. |
Stuttgarter Zeitung - FDP-Chef will Scientologen aus
Partei ausschließen. |
| 1992, 7.12. |
Die Welt: Psychosekte im Bonner Visier -
Verfassungsschutz will jetzt auch Scientology-Kirche
beobachten
Hamburg - die Bundesregierung läßt prüfen, ob
Psycho-Sekte Scientology gegen das Grundgesetz
verstößt. Das Innenministerium reagiert damit auf ein
Gutachten des Verfassungsschutzes, wonach die Sekte
verfassungsfeindliche Bestrebungen verfolgt. Nach
Einschätzung des Kölner Bundesamtes sind die
Voraussetzungen für eine Beobachtung durch den
Verfassungsschutz erfüllt: Bei der Scientology-Kirche
handele es sich um eine "Ideologie mit ausgeprägten
totalitären Grundprinzipien. Das Gutachten über das der
"Spiegel' berichtete, beraten in Kürze die
Innenminister. Gibt es keine Bedenken, käme es zur
ersten Beobachtung einer Sekte durch
Verfassungsschützer, die eigentlich für Spionageabwehr
und Extremiszuständig sind. Laut Gutachten gefährdet-
die Scientology-Kirche die in GG-Artikel 1
gewährleistete Unantastbarkeit der Würde des Menschen.
Sie nenne sich zwar Kirche, habe aber nichts mit Religion
zu tun. Sie erkenne weder Gewaltenteilung noch die
Unabhängigkeit der Richter an. Die Sekte wurde von dem
1986 verstorbenen Ron Hubbard gegründet und ist mit Sitz
in Los Angeles in 30 Ländern vertreten. In Deutschland
verfügt sie über 20.000 Anhänger, zehn Kirchen', 30
Missionen. Geschätzter Jahresumsatz: mehrere Milliarden
Dollar. |
| 1993, 25.2. |
Stern: Ihr Ziel ist die Weltherrschaft
Scientology versucht, in Deutschland noch mehr Macht und
Geld zu erlangen. Doch jetzt regt sich Widerstand
Getrieben von der erklärten Gier nach Geld, Macht und
Einfluß, hat die Scientology-Organisation die 90er Jahre
zum Jahrzehnt der »totalen Expansion« erklärt. Ziel
ist es, »den Planeten zu clearen«, die Weltherrschaft
zu erobern. |
| 1993, 8.3. |
DER SPIEGEL: "Die wollen den totalitären
Staat" - Interview mit dem Scientology- Aussteiger
Gunther Träger über die Methoden der Sekte
Scientology erfüllt nach Ansicht des Kölner Bundesamtes
für Verfassungsschutz "die Voraussetzung für eine
Beobachtung". Die nordrhein- westfälische
Landesregierung stuft die Sekte als
"Wirtschaftskonzern" mit
"weltanschaulichem Mantel" ein.
Träger: "Man wird nach und nach einer totalen
Disziplin unterworfen...." "...Dann erreicht
man die sogenannten OT-Stufen, man wird ein
"Operierender Thetan"..." Spiegel"..
und ist laut Scientology-Lehre immun gegen atomare
Strahlung und Homosexualität."
Träger..."Es wird bis zum Umfallen gearbeitet.
Dieser Streß hindert die Leute am Nachdenken."...
Spiegel: "Stimmt es, daß Scientology versucht,
Parteien und Firmen zu unterwandern?" Träger:
"Viele werden ermuntert, in Parteien einzutreten und
in Firmen auf Schlüsselpositionen hinzuarbeiten. Das
wird forciert. Inzwischen läuft es aber direkter als
früher. Spiegel: "In welchen Bereichen?"
Träger: "Computer- und Managementtechnologie. Dies
ermöglicht Zugriff auf die Datensysteme großer
Firmen...." |
| 1993, 30.7. |
Wirtschaftswoche: Personalberater - Hochkantig raus
Mit einem engmaschigen Netz von Personalberatungsfirmen
unterwandert die Scientology-Kirche Deutschlands
Wirtschaft. |
| 44/1994 |
Focus: DIPLOMATIE - Scientologen als arme Verfolgte
Amerikanische KSZE-Kommission schätzt Menschenrechte in
Deutschland merkwürdig ein
Ein jetzt erschienener Menschenrechtsreport der
amerikanischen KSZE- Kommission dürfte auf dem
diplomatischen Parkett für Furore sorgen.
Unter dem Titel "Gewalt gegen Ausländer"
listet die US-Kommission in ihrem Bericht
"Menschenrechte und Demokratisierung im vereinigten
Deutschland" nicht nur die Morde von Mölln und
Solingen sowie die Zahl rassistischer Übergriffe auf,
sondern auch die Ausladung eines bekennenden
Scientologen, des Musikers Chick Corea.
Der Jazzer sollte während der
Leichtathletik-Weltmeisterschaft im "Baden-
Württemberg-Club", für dessen Programm das Land
zuständig ist, ein Konzert geben. Nachdem sich seine
Scientology-Zugehörigkeit auch im Schwabenland
herumgesprochen hatte, lud die Stuttgarter
Landesregierung Corea wieder aus. Dafür erntete sie, wie
auch der US-Bericht vermerkt, Zustimmung aller anderen
Bundesländer sowie von Sektenexperten.
Und so bewertet die amerikanische KSZE-Kommission unter
Leitung von Senator Dennis Deconcini (Arizona) diesen
Vorgang: "Es scheint klar, daß Deutschlands
Vorgehen zum Ziel hat, extremistisch (... ) empfundene
Gruppen auszugrenzen oder auszumerzen." Des starken
Tobaks nicht genug, fahren die Autoren fort: "Diese
Zielsetzung kann die Regierung, verständlich bei
Deutschlands Vergangenheit, zu Diskriminierungspolitik
verführen."
Die vom US-Kongreß gestellte Kommission unterscheidet
nicht zwischen Brandanschlägen auf Ausländer und der
öffentlichen Reaktion auf die mehr als umstrittene
"Scientology-Kirche".
Wie in einem Werbeprospekt der Sekte heißt es zur
Menschenrechtssituation in Deutschland: "So haben
beispielsweise Mitglieder der Scientology-Kirche gegen
(... ) Entlassungen protestiert, gegen den Ausschluß aus
politischen Parteien und diskriminierende Behandlung
durch öffentliche und staatliche Stellen."
Anfang Oktober sollte das Papier auf einer
KSZE-Vorkonferenz in Warschau als offizielles Dokument
der Vertragsstaaten verabschiedet werden.
Deutsche Abgesandte reagierten erst verblüfft, dann
verärgert. Schon im Vorfeld des Treffens wirkten sie auf
ihre amerikanischen Kollegen ein und die zogen das Papier
vorerst zurück.
Das Auswärtige Amt möchte sich zu der Affäre noch
nicht äußern: "Das Papier", wehrt
Ministeriumssprecher Rüdiger von Fritsch ab, "wurde
von den Amerikanern in Warschau nicht eingebracht.
Deshalb werden wir es auch nicht kommentieren. "
Daheim in Washington verteilen Kommissions-Mitglieder den
Bericht derweil munter weiter. In einer Auflage von 3000
Exemplaren verschicken sie den Report an Medien, an
diplomatische Vertretungen und an jeden, der sich für
KSZE-Politik interessiert.
In der nächsten Sitzung wollen die Amerikaner versuchen,
das Papier in unveränderter Form als offizielle
KSZE-Position zu etablieren. James Ridge, Pressechef der
Kommission: "Wir stehen zu dem, was da drin
steht." |
| 1993, Nov.(?) |
Stuttgarter Zeitung: Hubbard soll Albanien zu einer neuen
Blüte führen
Ehemaliger STN-Chef Vorreiter / Kontakte zu
Bundestagsabgeordneten / Münchener Kanzlei erstellte
Gutachten
Scientology bläst zum Großangriff auf Albanien. In
internen Papieren der umstrittenen Organisation wird
Scientology als die "größte, strahlendste
Hoffnung" für die Albaner bezeichnet und dazu
aufgerufen, die Kampagne "Der Weg zum
Glücklichsein" zu organisieren: 30.000 Hefte mit
der Ideologie des Scientology Gründers L. Ron Hubbard
sollen gedruckt und in dem jahrelang vom finstersten
Kommunismus niedergedrückten Land verteilt werden.
Einer der Vorreiter scheint Gerhard Haag aus dem
schwäbischen Lichtenwald zu sein. Haag engagiert sich
offensichtlich sehr in Albanien nachdem er die
Stahlbautechnik Neckar (STN in Altbach an das
Stahlbauunternehmen Greschbach (Emmendingen/Karlsruhe)
verkauft hat: Nachdem die Mitgliedschaft Haags bei
Scientology bekannt geworden war, geriet die STN, so der
offizielle Verkaufsgrund damals, in finanzielle
Schwierigkeiten. In einem Schreiben bereits vom Dezember
vergangenen Jahres berichtet Haag von
"phantastischen" guten Nachrichten, die er von
einem Albanienbesuch mitgebracht hat. Investitionen mit
bemerkenswerten Vorteilen könnten vorgenommen werden,
eine Bau- und Handelsgesellschaft sei in Gründung
begriffen, Pläne für eine private Bank existierten
ebenfalls.
Haag lud für Ende Dezember 1992 weitere Genossen von
Scientology nach Tirana ein, um eine Kooperation zu
vereinbaren: Sein Schreiben war an Mitglieder des
Scientology-Zweigs "WISE" (= World Institute of
Scientology Enterprises) gerichtet eine Art Vereinigung
für kommerzielle Lizenznehmer von Scientology. Das Büro
für das sogenannte "Projekt A." wurde beim
"CCI Institut" von Haags Partner Reinhold
Stricker in Dreieich etabliert - er findet sich ebenfalls
auf der Liste der "WISE"-Mitglieder.
Was in den Papieren zum, Project A." verzeichnet
ist, läßt den Scientology- Kritikern in der
Bundesrepublik das Blut in den Adern gefrieren. Im
nationalen Fernsehen Albaniens soll versprochen worden
sein, das Land mit Hilfe der "LRH Admin-Tech"
(L. Ron Hubbards Verwaltungstechnologie) zu einer neuen
Blüte zu führen, Haag und Stricker hätten in
verschiedenen, von ihnen besuchten Ministerien in der
Hauptstadt Tirana "sofortige Kooperation"
gefunden. schließlich hätten die
"WISE"-Mitglieder "dort besonders gute
Möglichkeiten, da wir auf etablierte Verbindungen
zurückgreifen können". Was Haag genau in Albanien
treibt, teilt Scientology ebenfalls mit: "Sein
gegenwärtiges Projekt ist das Bauen eines neuen
Handelszentrums, welches
Scientology-Verwaltungs-Technologie in Albanien
beherbergen und Scientology-Technologie in dieses Land
bringen wird." |
| 1994, 4. Mai |
AUSZUG AUS DER LETZTEN FLAG-GRADUATION ("Good News
von FLAG", Werbebeilage der Scientology Kirche)
Der Sprecher war Heber Jentsch, President C.S.I. Hier
einige Highlights seines Briefings:
Deutschland: Es wurde vor kurzem eine Kampagne gestartet,
um die Diskriminierung und Unterdrückung von
Scientologen in Deutschland bekannt zu machen, indem
schlechte PR außerhalb Deutschlands kreiert wird und von
außen verlangt wird, daß es gehandhabt wird. In der
Zeitschrift "Roll Call", die von Senatoren, vom
Weißen Haus und vielen anderen Regierungsmitgliedern
gelesen wird, wurden Anzeigen über die Geschehnisse in
Deutschland veröffentlicht. Die Leser wurden dabei
aufgefordert, an den IAS oder direkt an deutsche
Regierungsbehörden zu schreiben und zu protestieren.
Jetzt haben deutsche Regierungsmitglieder im
Außenministerium in U.S.A. angerufen, um sich über
diese Anzeigen zu beschweren, da sie einen großen Effekt
kreieren - was genau unser Plan war!
Während der letzten Woche wurden etwa 2000 WIS-Bücher
(Anm. "Was ist Scientology") an deutsche
Regierungsmitglieder, Meinungsführer etc geschickt und
sie lesen das Buch und fragen bereits nach weiteren Daten
und fangen tatsächlich an nach Kooperation und Hilfe zu
fragen. In Hamburg zum Beispiel wurde die Kirche von
einem Regierungsmitglied angerufen, der bei unserem Anti
Drogen Programm mithelfen möchte.
Es kam auch eine Anzeige über Helmut Kohl, die zeigt,
wie er ähnliche Taktiken wie Hitler verwendet, um
Scientologen Rechte zu entziehen.
In Frankfurt nahm sich die Org diese Anzeigen und den
Brief der IRS und ging damit zu lokalen Behörden, die
ihnen nun Steuerbefreiung gewähren
Beichstrasse 12 80802 München Telefon: 089/343458 397930
Fax. 089 / 33 78 01 |
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