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Abkürzungsverzeichnis
Quellenverzeichnis

 

Chronologie der Scientologischen Bewegung

ab 1987

1987 31.05. Authorization Ermächtigung von Norman F. Starkey (als Testamentsvollstrecker von LRH) an New Era Pubs - Vollmacht zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen in der BRD.
1987 10.11. (vermutlich) Vertrag
zwischen Nachlaßverwalter von LRH und New Era Pubs
"exclusive" = ausschließliches Nutzungsrecht
an sämtlichen Schrift- und Tonwerken von LRH bezüglich Scientology (Vertrag wird lediglich in einem Schreiben eines Rechtsanwaltes erwähnt/Text liegt nicht vor).
1988, 10.4. AZ: Polizei erfuhr von Mordauftrag - 4 Millionen Mark auf den Kopf von Gauweiler - Ermittlungen in der Sekten-Szene. Die Mordankündigung kam per Postkarte. Staatssekretär Gauweiler und Polizeipräsident Roland Koller stehen auf der Todesliste von noch unbekannten Attentätern. CofS dahinter vermutet.
1989, 4.11./5 BamS: Scientology-Sekte: Erst die Seele, dann das Geld

Knallhart stoßen Scientologen ins Immobiliengeschäft vor. Ganze Mietergemeinschaften kämpfen gegen ihren Rausschmiß, haben sogar Kanzler Kohl um Hilfe angerufen. Die CofS soll hinter Hauskäufen stecken (über 30 große Mietshäuser im Wert von etwa 20 Millionen).

1990 3./4.11. In Berlin findet eine "Source Conference" von Pam und Ray Kemp statt. Pam und Ray Kemp arbeiten seit einiger Zeit mit Per Schiotz in Dänemark zusammen und sind sehr alte Scientologen (haben in den 50er Jahren mit LRH zusammengearbeitet). Auf dieser Convention erläutern sie ihren Auditing-Stil. Sie sind der Auffassung, daß die Brücke an sich mit dem Zustand "Clear" beendet ist. Nach LRH gäbe es für einen Clear nichts mehr zu auditieren. Auch habe LRH nie "starre Richtlinien" gewollt. Jeder sollte daraus machen, was er will und braucht.

Ray Kemp erklärt, daß das von der CofS benutzte Copyright am OCA-Test (besser bekannt als der "Persönlichkeitstest") bei ihm liegt und daß die CofS den Test verändert habe.

Die Kemps haben bereits ein neues Buch auf den Markt gebracht ("You live - as you think") und bereiten weitere Bücher, sowie Übersetzungen vor. (Gesprächen mit Teilnehmern an dieser Convention und deren Aufzeichnungen.)

1990 Dez. Die CofS gibt ein weiteres Beispiel, wie sie die Standard-Tech abwandelt:

Die CofS-Zeitung "The Auditor" veröffentlicht auf der Titelseite "The Road to Clear" von LRH, mit dem Copyright-Vermerk von 1965. Tatsächlich gibt es ein HCOB vom 2.4.1965, das diesen Titel trägt. Auffallend ist aber, daß dieses HCOB nur zu etwa dem ersten Drittel mit dem veröffentlichten Artikel in "The Auditor" übereinstimmt. Der überwiegende Rest ist verändert und endet mit der deutlichen Aufforderung an den Leser, sich an die nächste Org zu wenden, um Clear zu werden. Das gültige HCOB enthält einen solchen Hinweis nicht. (aus "The Auditor", 1990)

1991 Anfang Die CofS (genauer New Era Publications) verklagt diverse Klein-Gruppen der Freien Zone wegen Copyright- und Trademark- Verstößen.

Um an die notwendigen Informationen und Beweise zu gelangen, werden gezielt Spione der CofS eingesetzt und in die Gruppen der Freien Zone infiltriert. Die Verfahren dauern zur Zeit noch an. (Original/Kopie der Klageschriften)

1991, 22.3. Wirtschaftswoche: Aufs Pflaster knallen - SEKTEN: Wie sich ein Glaubens- Konzern in die Wirtschaft einschleicht - Scientology-Sekte verspricht Führungskräften mehr Leistungskraft und Glück.
1991, 1.4. Der Spiegel: "Lieber tot als unfähig"

Spiegel-Report über die Geschäfte der Scientology-Sekte. Über Tarnorganisationen versucht die finanzstarke Scientology-Kirche in der deutschen Wirtschaft Fuß zu fassen.

Die Bürgerschaftsabgeordnete aus Hamburg, Ursula Caberta (SPD) stellte Strafantrag wegen "Bildung einer kriminellen Vereinigung". Die baden- württembergische Landesregierung will jetzt ein Gutachten über mögliche juristische Schritte gegen die Sekte in Auftrag geben. Der Bonner Abgeordnete Eckart Kuhlwein (SPD) und Michael von Schmude (CDU) betreiben die Einsetzung eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses im Bundestag.

Es gibt laut ABI rund 60 Basis- und Untergruppen sowie Absplitterungen. Verwaltungs-Anordnung ED 1040 INT des Hubbard-Büros indes beschrieb detailliert den "Plan für die Ausweitung von Scientology auf das Geschäftsleben", Ziel: die "völlige Kontrolle".

Vier Schritte der Anordnung:
Suche Dir ein Geschäft aus, welches bereits sehr gut arbeitet.
Wende Dich an den höchsten Direktor und verbreite Scientology
Lokalisiere SP's (Suppressive Person: jemand, der Scientology stört) in der Organisation und wirf sie hinaus.
Auditiere die leitenden Angestellten und zeige ihnen, um was es sich handelt, das wird dann den Zyklus in Gang setzen... die leitenden Angestellten werden die Jungmanager und das andere Personal dazu drängen, Auditing zu nehmen.

1991, 5.4. Die Zeit: Thetanen in geheimer Mission - Egmont R. Koch, Irene Meichsne

"Sie sind Unternehmensberater und Mangement-Trainer. Sie bringen die brutale Heilslehre des L. Ron Hubbard. Und sie kassieren ab. Die Anhänger der Scientology Church haben die "Clear-Deutschland-Kampagne" ausgerufen. Ihre Zielgruppe sind die Köpfe der Wirtschaft."

1991, 8.5. Das Beste - Scientology - ein gefährlicher Kult - Behar, Richard

Er gibt sich den Anstrich einer Religion, doch in Wahrheit ist er ein florierendes Schwindelunternehmen. Der 24-jährige Noah Lottick aus Kingston in Pennsylvania war allem Anschein nach ein normaler junger Mann, der seinen Platz im Leben suchte - bis er die Scientology entdeckte. In knapp einem Jahr zahlte er gut 5000 Dollar an die Sekte. Sein Verhalten wurde sonderbar. Zu seinen Eltern sagte er einmal, daß seine Scientology-Mentoren wahrhaftig Gedanken lesen könnten. Eines Tages platzte er in die Wohnung seiner Eltern und verlangte von ihnen zu wissen, "warum sie falsche Gerüchte" über ihn verbreiteten - eine Wahnvorstellung, die seinen Vater schließlich veranlaßte, einen Psychiater einzuschalten. Es war zu spät. Wenige Tage darauf sprang der junge Slawist aus einem Fenster im zehnten Stock eines New Yorker Hotels. In den letzten 10 Jahren hatte es den Anschein, als könnten die Aufklärung durch die Medien und gerichtliche Schritte gegen Scientology die Gefahr bannen. Nun aber droht die Sekte, die sich überall in der Gesellschaft zu etablieren versucht, immer aggressiver zu werden. Feinde begraben. - Beträchtliche Mittel wendet Scientology auch zur Unterdrückung von Kritikern auf. Laut einer Devise Hubbards sind alle erkannten Feine "Freiwild", und müssen mit Täuschung, gerichtlicher Verfolgung, Lügen und Vernichtungskampagnen bekämpft werden.

Wer sich der Sekte entgegenstellt - abtrünnige Mitglieder, Journalisten, Anwälte, sogar Richter -, sieht sich oft mit Prozessen eingedeckt, von Privatdetektiven bespitzelt, erfundener Verbrechen angeklagt und mit Morddrohungen bedacht. Kritiker der Scientology drängen darauf, daß staatliche Stellen entschiedener und überlegter gegen die Sekte vorgehen. "Das Prozessieren sollte man nicht Privatpersonen überlassen", sagt Rechtsanwalt Toby Plevin aus Los Angeles, der Geschädigte vertritt. "Die meisten von uns haben doch Angst, sich da hineinziehen zu lassen."

1991, 29.5. Stuttgarter Zeitung - dpa - Scientology-Sekte verliert Rechtsfähigkeit - Hamburg will Kirche wie eine Firma besteuern - Beschluß mit Signalwirkung
1991, 30.9. Münchner Merkur - Organisation will Ausschußsitzung beiwohnen.

Die finanzstarke Scn-Organisation, die auch in Bayern vertreten ist, versucht nach Angaben der Bundestagsabgeordneten Susanne Rahardt (CDU) mit einer gesteuerten Aktion auf Bonner Parlamentarier einzuwirken. Abgeordnete aller Fraktionen würden derzeit mit Schreiben und Telefonanrufen von Scientologen überschwemmt, sagte die Politikerin am Wochenende. S. Rahardt, die eine für den 9. Okt. geplante, nichtöffentliche Anhörung des Ausschusses für Frauen und Jugend zum Thema "Scientology" vorbereitet, verwies auf ein ihr zugespieltes Scientology-Papier. Darin würden Führungskräfte des Psycho-Multis aufgefordert, auf Bundestagsabgeordnete Einfluß auszuüben, mit dem Ziel, zu der Bundestags-Anhörung auch Scientologen einzuladen. Falls eine Anhörung von Scientologen nicht geplant ist, empöre dich, heißt es in dem Schlachtplan.

1992/0 Der Spiegel - Sektierer gesucht.

Mitglieder der obskuren Scientology-Sekte wehren sich gegen den Ausschluß aus der CDU. Der Streit soll bis nach Karlsruhe getragen werden.

Die Mitglieder der Scientology-Sekte wurden mit einem in der deutschen Parteigeschichte einmaligen Ausgrenzungsbeschluß aus der Union relegiert.

Die Mitgliedschaft in der Scientology-Church, beschloß der Dresdner Parteitag, ist mit der CDU-Mitgliedschaft unvereinbar.

1992, 5.3. SZ - Stuttgarter Justiz soll Scientologen prüfen - Reuter

Der baden-württembergische Justizminister Helmut Ohnewald hat den Generalstaatsanwalt und die Staatsanwaltschaft Stuttgart gebeten, die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen die Scn-Kirche zu prüfen. Es bestehe aufgrund einer Anzeige sowie zahlreicher Berichte mutmaßlich Geschädigter der Verdacht der unerlaubten Ausübung der Heilkunde, teilte das Justizministerium mit.

1992, 1.4. Stuttgarter Zeitung - Rausschmiß für Scientology-Makler?

Ärger im Ring Deutscher Makler wegen angeblicher "Unterwanderung". Verbandsinterne Opposition bezichtigt den Vorstand der "Nestbeschmutzung". Im Ring Deutscher Makler (RDM) herrscht Streit: Immobilienfirmen, die das werbeträchtige RDM-Siegel führen, sollen von Scientologen unterwandert sein. Der Verband fürchtet um seinen seriösen Ruf. Ein Großer der Branche soll bereits ein Kündigungsschreiben erhalten haben. In einem anonymen Rundschreiben distanzieren sich RDM-Makler von dem Gerücht, Tarnfirmen der weltweit verrufenen Sekte würden versuchen, die Standesorganisationen "in den Griff zu bekommen". Die von der Verbandsspitze betriebene Aufklärungskampagne gegen scientologische Umtriebe sei "Nestbeschmutzung".

1992, 8.6. Stuttgarter Zeitung - Will Scientology-Sekte Krupp-Stahlbau kaufen?

Die heftig umstrittene Scientology-Sekte will offenbar verstärkt in Ostdeutschland und Berlin Fuß fassen. Nach Angaben eines Betriebsrates der Krupp Stahlbau AG in Berlin-Tempelhof bemüht sich die Sekte derzeit um den Kauf dieses Unternehmens. Das offenbar kurz vor dem Abschluß stehende Geschäft müsse um jeden Preis verhindert werden, sagt der Arbeitnehmervertreter auf einer Betriebskonferenz in Berlin.

Bereits vor zwei Jahren habe die Scientology-Sekte den Schwesterbetrieb der Krupp Stahlbau AG bei Esslingen übernommen. Uns ist unverständlich, daß nun erneut an die Scientology verkauft werden soll. Nach Angaben des Betriebsrates haben sich die Scientologen über die Berliner Treuhandanstalt bereits in einige Großbetriebe der ehemaligen DDR eingekauft.

1992, 10.6. Stuttgarter Nachrichten - Sekte unterhält Geheimdienst - Experten: Scientology-Kirche läßt Kritiker bespitzeln

Ungewöhnliche Aktivitäten in Baden Württemberg - Sektenexperten sprechen von alarmierender Situation - Die Scientology-Kirche schaltet ihren Geheimdienst ein - Kritiker werden beschattet und auch von Privatdetektiven ausgeforscht - Offenbar neue Spitzelabteilung in Stuttgart

1992, 25.06 Süddeutsche Zeitung, Anfrage von Buendnis 90/Gruene: Bonn (epd/KNA) - Der Bundestagsabgeordnete Konrad Weiss (Buendnis 90/Gruene) hat die Bundesregierung aufgefordert, Stasi-Kontakte der Scientology Church und den Verkauf ostdeutscher Unternehmenan bekannte Sektenmitglieder zu ueberpruefen.
1992, 30.7. Stuttgarter Zeitung: Scn: ein Syndikat mit Tarnkappe? Ehemalige Mitarbeiterin beschuldigt Altbacher Unternehmer - Firma kontert: "Privater Rachefeldzug". Schutzgemeinschaft Robin Direkt warnt vor "knallharter Unterwanderung der Wirtschaft".
1992, 24.10. Stuttgarter Zeitung - FDP-Chef will Scientologen aus Partei ausschließen.
1992, 7.12. Die Welt: Psychosekte im Bonner Visier - Verfassungsschutz will jetzt auch Scientology-Kirche beobachten

Hamburg - die Bundesregierung läßt prüfen, ob Psycho-Sekte Scientology gegen das Grundgesetz verstößt. Das Innenministerium reagiert damit auf ein Gutachten des Verfassungsschutzes, wonach die Sekte verfassungsfeindliche Bestrebungen verfolgt. Nach Einschätzung des Kölner Bundesamtes sind die Voraussetzungen für eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz erfüllt: Bei der Scientology-Kirche handele es sich um eine "Ideologie mit ausgeprägten totalitären Grundprinzipien. Das Gutachten über das der "Spiegel' berichtete, beraten in Kürze die Innenminister. Gibt es keine Bedenken, käme es zur ersten Beobachtung einer Sekte durch Verfassungsschützer, die eigentlich für Spionageabwehr und Extremiszuständig sind. Laut Gutachten gefährdet- die Scientology-Kirche die in GG-Artikel 1 gewährleistete Unantastbarkeit der Würde des Menschen. Sie nenne sich zwar Kirche, habe aber nichts mit Religion zu tun. Sie erkenne weder Gewaltenteilung noch die Unabhängigkeit der Richter an. Die Sekte wurde von dem 1986 verstorbenen Ron Hubbard gegründet und ist mit Sitz in Los Angeles in 30 Ländern vertreten. In Deutschland verfügt sie über 20.000 Anhänger, zehn Kirchen', 30 Missionen. Geschätzter Jahresumsatz: mehrere Milliarden Dollar.

1993, 25.2. Stern: Ihr Ziel ist die Weltherrschaft

Scientology versucht, in Deutschland noch mehr Macht und Geld zu erlangen. Doch jetzt regt sich Widerstand Getrieben von der erklärten Gier nach Geld, Macht und Einfluß, hat die Scientology-Organisation die 90er Jahre zum Jahrzehnt der »totalen Expansion« erklärt. Ziel ist es, »den Planeten zu clearen«, die Weltherrschaft zu erobern.

1993, 8.3. DER SPIEGEL: "Die wollen den totalitären Staat" - Interview mit dem Scientology- Aussteiger Gunther Träger über die Methoden der Sekte

Scientology erfüllt nach Ansicht des Kölner Bundesamtes für Verfassungsschutz "die Voraussetzung für eine Beobachtung". Die nordrhein- westfälische Landesregierung stuft die Sekte als "Wirtschaftskonzern" mit "weltanschaulichem Mantel" ein.

Träger: "Man wird nach und nach einer totalen Disziplin unterworfen...." "...Dann erreicht man die sogenannten OT-Stufen, man wird ein "Operierender Thetan"..." Spiegel".. und ist laut Scientology-Lehre immun gegen atomare Strahlung und Homosexualität."

Träger..."Es wird bis zum Umfallen gearbeitet. Dieser Streß hindert die Leute am Nachdenken."...

Spiegel: "Stimmt es, daß Scientology versucht, Parteien und Firmen zu unterwandern?" Träger: "Viele werden ermuntert, in Parteien einzutreten und in Firmen auf Schlüsselpositionen hinzuarbeiten. Das wird forciert. Inzwischen läuft es aber direkter als früher. Spiegel: "In welchen Bereichen?" Träger: "Computer- und Managementtechnologie. Dies ermöglicht Zugriff auf die Datensysteme großer Firmen...."

1993, 30.7. Wirtschaftswoche: Personalberater - Hochkantig raus

Mit einem engmaschigen Netz von Personalberatungsfirmen unterwandert die Scientology-Kirche Deutschlands Wirtschaft.

44/1994 Focus: DIPLOMATIE - Scientologen als arme Verfolgte

Amerikanische KSZE-Kommission schätzt Menschenrechte in Deutschland merkwürdig ein

Ein jetzt erschienener Menschenrechtsreport der amerikanischen KSZE- Kommission dürfte auf dem diplomatischen Parkett für Furore sorgen.

Unter dem Titel "Gewalt gegen Ausländer" listet die US-Kommission in ihrem Bericht "Menschenrechte und Demokratisierung im vereinigten Deutschland" nicht nur die Morde von Mölln und Solingen sowie die Zahl rassistischer Übergriffe auf, sondern auch die Ausladung eines bekennenden Scientologen, des Musikers Chick Corea.

Der Jazzer sollte während der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im "Baden- Württemberg-Club", für dessen Programm das Land zuständig ist, ein Konzert geben. Nachdem sich seine Scientology-Zugehörigkeit auch im Schwabenland herumgesprochen hatte, lud die Stuttgarter Landesregierung Corea wieder aus. Dafür erntete sie, wie auch der US-Bericht vermerkt, Zustimmung aller anderen Bundesländer sowie von Sektenexperten.

Und so bewertet die amerikanische KSZE-Kommission unter Leitung von Senator Dennis Deconcini (Arizona) diesen Vorgang: "Es scheint klar, daß Deutschlands Vorgehen zum Ziel hat, extremistisch (... ) empfundene Gruppen auszugrenzen oder auszumerzen." Des starken Tobaks nicht genug, fahren die Autoren fort: "Diese Zielsetzung kann die Regierung, verständlich bei Deutschlands Vergangenheit, zu Diskriminierungspolitik verführen."

Die vom US-Kongreß gestellte Kommission unterscheidet nicht zwischen Brandanschlägen auf Ausländer und der öffentlichen Reaktion auf die mehr als umstrittene "Scientology-Kirche".

Wie in einem Werbeprospekt der Sekte heißt es zur Menschenrechtssituation in Deutschland: "So haben beispielsweise Mitglieder der Scientology-Kirche gegen (... ) Entlassungen protestiert, gegen den Ausschluß aus politischen Parteien und diskriminierende Behandlung durch öffentliche und staatliche Stellen."

Anfang Oktober sollte das Papier auf einer KSZE-Vorkonferenz in Warschau als offizielles Dokument der Vertragsstaaten verabschiedet werden.

Deutsche Abgesandte reagierten erst verblüfft, dann verärgert. Schon im Vorfeld des Treffens wirkten sie auf ihre amerikanischen Kollegen ein und die zogen das Papier vorerst zurück.

Das Auswärtige Amt möchte sich zu der Affäre noch nicht äußern: "Das Papier", wehrt Ministeriumssprecher Rüdiger von Fritsch ab, "wurde von den Amerikanern in Warschau nicht eingebracht. Deshalb werden wir es auch nicht kommentieren. "

Daheim in Washington verteilen Kommissions-Mitglieder den Bericht derweil munter weiter. In einer Auflage von 3000 Exemplaren verschicken sie den Report an Medien, an diplomatische Vertretungen und an jeden, der sich für KSZE-Politik interessiert.

In der nächsten Sitzung wollen die Amerikaner versuchen, das Papier in unveränderter Form als offizielle KSZE-Position zu etablieren. James Ridge, Pressechef der Kommission: "Wir stehen zu dem, was da drin steht."

1993, Nov.(?) Stuttgarter Zeitung: Hubbard soll Albanien zu einer neuen Blüte führen

Ehemaliger STN-Chef Vorreiter / Kontakte zu Bundestagsabgeordneten / Münchener Kanzlei erstellte Gutachten

Scientology bläst zum Großangriff auf Albanien. In internen Papieren der umstrittenen Organisation wird Scientology als die "größte, strahlendste Hoffnung" für die Albaner bezeichnet und dazu aufgerufen, die Kampagne "Der Weg zum Glücklichsein" zu organisieren: 30.000 Hefte mit der Ideologie des Scientology Gründers L. Ron Hubbard sollen gedruckt und in dem jahrelang vom finstersten Kommunismus niedergedrückten Land verteilt werden.

Einer der Vorreiter scheint Gerhard Haag aus dem schwäbischen Lichtenwald zu sein. Haag engagiert sich offensichtlich sehr in Albanien nachdem er die Stahlbautechnik Neckar (STN in Altbach an das Stahlbauunternehmen Greschbach (Emmendingen/Karlsruhe) verkauft hat: Nachdem die Mitgliedschaft Haags bei Scientology bekannt geworden war, geriet die STN, so der offizielle Verkaufsgrund damals, in finanzielle Schwierigkeiten. In einem Schreiben bereits vom Dezember vergangenen Jahres berichtet Haag von "phantastischen" guten Nachrichten, die er von einem Albanienbesuch mitgebracht hat. Investitionen mit bemerkenswerten Vorteilen könnten vorgenommen werden, eine Bau- und Handelsgesellschaft sei in Gründung begriffen, Pläne für eine private Bank existierten ebenfalls.

Haag lud für Ende Dezember 1992 weitere Genossen von Scientology nach Tirana ein, um eine Kooperation zu vereinbaren: Sein Schreiben war an Mitglieder des Scientology-Zweigs "WISE" (= World Institute of Scientology Enterprises) gerichtet eine Art Vereinigung für kommerzielle Lizenznehmer von Scientology. Das Büro für das sogenannte "Projekt A." wurde beim "CCI Institut" von Haags Partner Reinhold Stricker in Dreieich etabliert - er findet sich ebenfalls auf der Liste der "WISE"-Mitglieder.

Was in den Papieren zum, Project A." verzeichnet ist, läßt den Scientology- Kritikern in der Bundesrepublik das Blut in den Adern gefrieren. Im nationalen Fernsehen Albaniens soll versprochen worden sein, das Land mit Hilfe der "LRH Admin-Tech" (L. Ron Hubbards Verwaltungstechnologie) zu einer neuen Blüte zu führen, Haag und Stricker hätten in verschiedenen, von ihnen besuchten Ministerien in der Hauptstadt Tirana "sofortige Kooperation" gefunden. schließlich hätten die "WISE"-Mitglieder "dort besonders gute Möglichkeiten, da wir auf etablierte Verbindungen zurückgreifen können". Was Haag genau in Albanien treibt, teilt Scientology ebenfalls mit: "Sein gegenwärtiges Projekt ist das Bauen eines neuen Handelszentrums, welches Scientology-Verwaltungs-Technologie in Albanien beherbergen und Scientology-Technologie in dieses Land bringen wird."

1994, 4. Mai AUSZUG AUS DER LETZTEN FLAG-GRADUATION ("Good News von FLAG", Werbebeilage der Scientology Kirche)

Der Sprecher war Heber Jentsch, President C.S.I. Hier einige Highlights seines Briefings:

Deutschland: Es wurde vor kurzem eine Kampagne gestartet, um die Diskriminierung und Unterdrückung von Scientologen in Deutschland bekannt zu machen, indem schlechte PR außerhalb Deutschlands kreiert wird und von außen verlangt wird, daß es gehandhabt wird. In der Zeitschrift "Roll Call", die von Senatoren, vom Weißen Haus und vielen anderen Regierungsmitgliedern gelesen wird, wurden Anzeigen über die Geschehnisse in Deutschland veröffentlicht. Die Leser wurden dabei aufgefordert, an den IAS oder direkt an deutsche Regierungsbehörden zu schreiben und zu protestieren.

Jetzt haben deutsche Regierungsmitglieder im Außenministerium in U.S.A. angerufen, um sich über diese Anzeigen zu beschweren, da sie einen großen Effekt kreieren - was genau unser Plan war!

Während der letzten Woche wurden etwa 2000 WIS-Bücher (Anm. "Was ist Scientology") an deutsche Regierungsmitglieder, Meinungsführer etc geschickt und sie lesen das Buch und fragen bereits nach weiteren Daten und fangen tatsächlich an nach Kooperation und Hilfe zu fragen. In Hamburg zum Beispiel wurde die Kirche von einem Regierungsmitglied angerufen, der bei unserem Anti Drogen Programm mithelfen möchte.

Es kam auch eine Anzeige über Helmut Kohl, die zeigt, wie er ähnliche Taktiken wie Hitler verwendet, um Scientologen Rechte zu entziehen.

In Frankfurt nahm sich die Org diese Anzeigen und den Brief der IRS und ging damit zu lokalen Behörden, die ihnen nun Steuerbefreiung gewähren

Beichstrasse 12 80802 München Telefon: 089/343458 397930 Fax. 089 / 33 78 01

 

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