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Chronologie der Scientologischen Bewegung
1968 - 1969
| 1968 Jan |
Die OT-Abschnitte IV, V und VI werden freigegeben.
(5,
S.148) |
| 1968/8 |
Der Spiegel: England - Scientology: Stand des Klaren:
Science Fiction - Scientology, Royal Scotsman, Sea Org in
Tunesien, Aussage von Kenneth Robinson, Englands
Gesundheitsminister: "Die Scientology ist übel,
ihre Praktiken sind ein schwerer Schlag gegen die
Gemeinschaft - medizinisch und moralisch." |
| 1968 Früh |
Kurzer Artikel in der Ausgabe "Mental
Health" der National Association for Mental
Health: Sie unterrichtete ihre Leser davon, daß Mr. Peter
Hordern, konservativer Abgeordneter für Horsham,
seit langer Zeit Hauptgegner der Scientology, dabei ist,
erneut eine amtliche Untersuchung zu propagieren. Er hat
Briefe von vielen enttäuschten Mitgliedern erhalten -
viele davon zu verängstigt, um ihren Namen unter das
Geschriebene zu setzen.
Diese Briefe, einschließlich der vielen anonymen, wurden
an den Gesundheitsminister weitergeleitet und bildeten
einen Teil dessen, was der Abgeordnete später als "erhebliche
Beweissammlung über die Tätigkeiten des Kultes in
diesem Land" beschrieb, die er aber niemals
einer öffentlichen Überprüfung überließ.
Der anhaltende Druck, der in den Ministerien für
Gesundheitswesen, Erziehung und Wissenschaft und im
Innenministerium aufgebaut wurde, führte schließlich zu
verwaltungstechnischen Maßnahmen gegen die Scientologen.
(1, S. 183/184) |
| 1968 25.6. |
Das Home Office unterrichtet L. Ron Hubbard, daß ihm ein
weiterer Aufenthalt im Vereinigten Königreich nicht
gestattet würde. (8, S. 205 bezogen auf den Foster
Report)
Das Home Office habe ihn zu einem unerwünschten
Ausländer erklärt und ihm eine weitere Genehmigung in
Großbritannien zu bleiben verweigert. (8, S. 60) |
| 1968 28.6. |
In Neuseeland wurde im Parlament eine Petition
eingereicht, einen Untersuchungsausschuß bezüglich
Scientology einzusetzen und rechtliche Schritte
einzuleiten. Am 3.2.69 wurde ein Untersuchungsausschuß
einberufen. (4, S. 155) |
| 1968 25.7. |
In Beantwortung der im Unterhaus gestellten Frage nach
den Maßnahmen gegen Scientology sagte Kenneth
Robinson:
"Die Regierung hat sich nach Erhalt aller
verfügbaren Beweise davon überzeugt, daß die
Scientology gesellschaftlich schädlich ist. Sie
entfremdet Familienmitglieder voneinander und unterstellt
allen, die sich gegen sie richten, niederträchtige und
unehrenhafte Beweggründe; ihre autoritären Grundsätze
und Praktiken sind eine potentielle Bedrohung der
Persönlichkeit und des Wohlergehens derjenigen, die so
verblendet sind, ihre Anhänger zu werden; vor allem aber
können ihre Methoden eine ernsthafte Gefahr für die
Gesundheit derjenigen werden, die sich ihr unterwerfen.
Es liegen Beweise vor, daß nunmehr auch Kinder
unterrichtet werden.
Nach bestehendem Gesetz gibt es keine Möglichkeit, die
Praktik der Scientology zu verbieten; die Regierung ist
jedoch zu dem Schluß gelangt, daß sie abgelehnt werden
muß und daß es richtig ist, alle Schritte zu
unternehmen, die in ihrer Macht stehen, um ihrer
Expansion Einhalt zu gebieten.
Es scheint, daß die Scientology ihre Anhänger
größerenteils aus Übersee hat, obwohl die Organisation
jetzt intensive Anstrengungen unternimmt, Bewohner dieses
Landes zu gewinnen. Ausländer kommen hierher, um die
Scientology zu studieren und an dem sogenannten College
in East Grinstead zu arbeiten. Die Regierung kann dies
gemäß bestehender Gesetze verhindern
(Ausländerverordnung) und hat beschlossen, dies zu tun.
Die folgenden Schritte werden mit sofortiger Wirkung
gültig:
- Das Hubbard College of Scientology sowie
sämtliche anderen Scientology-Institute werden
nicht länger als Ausbildungsstätten im Sinne
der Richtlinien des Innenministeriums über die
Einreisegenehmigungen und anschließende
Überwachung von Ausländern anerkannt;
- Ausländern, die in den Häfen Großbritanniens
ankommen und beabsichtigen, Scientology-Institute
zu besuchen, wird keine Einreise als Studenten
mehr bewilligt;
- Ausländern, die bereits in Großbritannien
weilen, z.B. als Besucher, wird der Status von
Studenten zum Zwecke des Besuches einer
Scientology-Einrichtung nicht mehr gewährt;
- Ausländern, die bereits in Großbritannien
zwecks Studium an einer Scientology-Einrichtung
weilen, wird die Aufenthaltsgenehmigung zur
Fortsetzung dieser Studien nicht gewährt;
- Eine Arbeitserlaubnis und
Angestelltenversicherung wird Ausländern (oder
Staatsbürgern des Commonwealth) zwecks Arbeit in
einer Scientology-Einrichtung nicht gewährt;
- Eine Arbeitserlaubnis, soweit sie an Ausländer
zwecks Arbeit in einer Scientology-Einrichtung
bereits ausgestellt wurde, wird nicht
verlängert."
Dies wurde in der letzten Sitzung des Parlamentes vor den
Ferien verkündet. Damit war jede ausreichende
Erörterung oder Debatte über diese Frage unter den
Abgeordneten von vornherein ausgeschlossen. Desweiteren
waren keine stichhaltigen Beweise vorgelegt worden, die
derartig drastische Maßnahmen gerechtfertigt hätten.
Sogar die Presse kritisierte diese Ausländerverfügung
und nahm teilweise Partei für Scientology ein. Die
"Beweise" gegen Scientology wurden in Frage
gestellt. Die Klatschgeschichten gegen Scientology in den
Medien wurden etwas nüchterner betrachtet. Ein
Journalist fand heraus "daß der jüngste Wirbel
mit einem Artikel in der Daily Mail angefangen hat und
daß seitdem, mit zwei Ausnahmen, sämtliche Presseleute
jeweils einander zitiert haben". (1, S. 184/186) |
| 1968 Sept. - Oktober |
LRH hält an Bord der "Royal Scotsman" die
Klasse VIII-Vorträge, während das Schiff in Korfu vor
Anker liegt. (13) |
| 1968 Herbst |
Robinson nahm im Unterhaus Stellung zu den
kritischen Stimmen gegen diese Ausländerverordnung. Er
wurde aufgefordert die Beweise zu veröffentlichen, die
er angeblich in seinem Besitz habe und auf die er seine
Äußerungen und Maßnahmen gegen Scientology aufgebaut
hatte. Seine Aussage dazu:
"Detaillierte Beweise, welche die potentielle
Gefahr des Kultes für die Gesundheit bewiesen,
bestünden aus individuellen Fallgeschichten, die zu
veröffentlichen unangebracht wäre.
Die Beweise für die Gefährdung der Gesellschaft
durch die Scientology seien in der Presse bereits
ausreichend veröffentlicht worden." (1, S.
187/188)
England befand sich seit der Zeit in einer Art
Kriegszustand gegen die Scientologen:
 | Telefon- und Telexanlagen in Saint Hill Manor
wurden angezapft, |
 | ausländischen Scientologen wurde die Einreise
nach England verweigert, |
 | in Einzelfällen wurden einreisende Scientologen
vorübergehend ins Gefängnis gesperrt (1, S.
188/193).. |
 | Der Rektor einer Privatschule lehnte es ab, den
Sohn eines bekannten Scientologen als Schüler
aufzunehmen, wobei er erklärte: "Der Vater
hat sehr viel Aufmerksamkeit erregt, und die
Familie gehört einer Organisation an, die
gesellschaftlich schädlich sein soll. |
 | Sechs Ärzte in East Grinstead, Sussex (Sitz der
weltweiten Zentrale der Scientology) weigerten
sich, Scientologen als Kassenpatienten
anzunehmen. Ein Sprecher dieser Gruppe sagte zu
Presseleuten, daß er aus "Gründen der
Ethik" seine Einwände nicht aussprechen
könne, |
 | Die größte englische Versicherungsgesellschaft,
die Royal Insurance Company, kündigte ihre
Police mit der internationalen Zentrale der
Scientology, Saint Hill Manor. Von den
bevollmächtigten der Versicherung wurde
angegeben, "wir reinigen unseren
Kundenbestand von unrentablen Geschäften".
(1, S. 194) |
Im November 1977 erschienen die Memorieren des
verstorbenen Richard Crossman, der 1968 Nachfolger von
Robinson im Gesundheitsministerium geworden und von
Robinson bei mehreren Anlässen, die vor dem Amtswechsel
stattgefunden hatten, instruiert worden war. In seinen
Memorieren stellte Crossman ganz klar, daß es in England
keine Beweise gegen die Scientology gab. Die seinerzeit
amtierenden Minister waren sich alle einig, daß Robinson
einen Fehler gemacht hatte. Crossman: "Wir waren
alle einer Meinung darüber, daß wir aus der Sache
aussteigen sollten". (1, S. 209; Richard Crossman,
Diaries of a Cabinet Minister - Vol. III, London 1977) |
| 1968 15.11. |
Hubbard hebt das "Fair Game" Policy auf.
(1, S. 167) |
| 1968 |
Eine Untersuchung der Publikationsabteilung in Edingburgh
ergab, daß dort Agenten eingeschleust waren. Sie
brachten die Organisation durcheinander, indem sie
Bücher an falsche Adressaten schickten. Die Verbindung
dieser Personen lief bei einem Dr. Carstairs zusammen,
der Präsident der World Federation for Mental Health
war. (11, S. 4) |
| Der Fall der Internal Revenue Service /
Scientology-Kirche Washington DC wegen Aberkennung der
Steuerbefreiung wurde erneut von Gericht gehört. Die
Petition der Scientology-Kirche wurde abgewiesen. (4, S.
154) |
| In West- und Süd-Australien wurden ähnliche Gesetze zu
denen im Staate Viktoria verabschiedet (siehe 1965, 21.4.
auf Seite 13.), um Scientology zu verbieten. Dabei
handelte es sich um "psychologische Praktiken",
die den Effekt hatten Scientology in ihrer Ausübung zu
verbieten. Die Scientology-Kirche änderte daraufhin
ihren Namen in "Church of new Faith" und machte
weiter. (2, S. 31) |
| In Süd-Rhodesien (Zimbabwe) wurde ein Gesetz zur
Güterkontrolle (Control of Goods Act) verabschiedet.
Dieses verbot die Einfuhr von Scientology- verwandtem
Material. (2, S. 32) |
| 1968/69, ab
|
Zum Ende der sechziger Jahre nahm der Geheimkrieg der
U.S.Geheimdienste gegen die Scientology Kirche
internationale Ausmaße an.. Verwickelt waren:
 | CIA |
 | Drug Enforcement Agency (DEA) |
 | U.S. Botschaften und diplomatische Außenstellen
sowie |
 | freundlich gesinnte ausländische Geheimdienste |
Ein CIA-Memorandum berichtet, daß es keine Anzeichen
dafür gab, daß die Aktivitäten des Schiffes ein
Sicherheitsrisiko darstellten. Andere Geheimdienste
fanden ebenfalls nichts, woran etwas auszusetzen wäre.
(10, S. 75)
Der DEA war ebenfalls bekannt, daß die Scientologen
nicht im Gebrauch oder Handel mit Drogen verwickelt
waren, denn sie hatte einen Agenten an Bord der Apollo,
der über alle Aktivitäten auf dem Schiff berichtete.
(10, S. 81) |
| 1968/69 |
Die Scientology-Kirche errichtete Advanced Orgs in Los
Angeles, Edinburgh und Kopenhagen. (2, S. 28) |
| 1969 Anfang |
Eine Reihe führender Zeitungen in Südafrika brachte
lange Erklärungen, "um höchsten Kreisen eine
Untersuchung nahezulegen".
In einem Leitartikel auf der Vorderseite von Die
Transvaaler hieß es, "der Antrag auf eine
amtliche Untersuchung hätte die Unterstützung der
Kirchenführer". Außerdem wurde ein rassistischer
Unterton in die Sache eingebracht. Die Scientology, so
hieß es, "hat eine ethische Vorstellung, die zu der
christlichen Ethik in Widerspruch steht und sie
befürwortet eine damit verbundene liberale Einstellung
der gleichen Rechte für alle Rassen und Farben". (1,
S. 220) |
| 1969 27.1. |
Richard Crossman, englischer Minister für
Soziales, teilte dem Unterhaus mit, daß er eine
Untersuchung der Scientology aufnehmen werde.
Mehrere Abgeordnete fragten nach dem Grund, wieso
Scientology zuerst als Schwindel bezeichnet wird und man
dann eine Untersuchung vornimmt.
Die Regierung beauftragte Sir John Foster,
konservativer Abgeordneter für Northwich, mit der
Durchführung der Untersuchung. Crossman erklärte, die
Untersuchung würde von Sir John allein, nicht durch
einen Ausschuß, vorgenommen und nicht aufgrund
gesetzlicher Vollmachten durchgeführt; daher brauche
niemand eine Zeugenaussage zu machen. Außerdem würden
die freiwilligen Zeugenaussagen nicht öffentlich und
nicht auf einen Eid gestützt sein.
Selbst ungeprüftes Aussagenmaterial aus Übersee sollte
zugelassen sein.
Die straffreien Verleumdungen Tür und Tor öffnende
Form, welche die Untersuchung annehmen sollte, rief zwar
negative Kommentare in mehreren führenden Zeitungen
Englands hervor, nahm aber ihren geplanten Lauf. (1, S.
199/200) |
| 1969 3.2. |
In Neuseeland wurde ein Untersuchungsausschuß bezüglich
Scientology eingesetzt, der für acht Tage zusammensaß
und 27 Zeugen vernahm. Das Ergebnis wurde am 30.6.69
bekanntgegeben und besagte, daß die Regierung keine
legislativen Maßnahmen gegen Scientology einleiten soll.
(4, S. 155) |
| 1969 Feb. |
In der ersten Februarwoche traf T. J.Stander mit
Dr. Venter in Pretoria zusammen und übergab ihm eine
Akte mit Dokumenten und Zeitungsausschnitten über die
Scientology. Unter den Papieren, die der Abgeordnete
erhielt, befand sich ein Antragsentwurf, der im Parlament
vorgelegt werden sollte und die offizielle Untersuchung
der Scientology forderte.
Eine Woche später Legte Dr. Venter im Parlament
einen Privatantrag auf Untersuchung der Tätigkeiten der
Scientology vor mit dem Zweck, die Organisation in
Südafrika zu verbieten.
Der neue Gesundheitsminister Dr. Carel de Wet war
bereit eine Untersuchungskommission über die Scientology
einzusetzen und zwar, weil die Einwände gegen die
Organisation "von verantwortungsbewußten Kreisen
erhoben worden sind". Bezugnehmend auf die von
der Regierung in Großbritannien gegen die Scientology
getroffenen Maßnahmen sagte Dr. de Wet: "wenn
England handelt, dann wissen wir, daß es allerhöchste
Zeit ist". (1, S. 220/221) |
| 1969 18.3. |
Die griechische Regierung ordnete an, daß die
Scientologen Griechenland zu verlassen hätten.
Die New York Times schrieb darüber: "Der
Ausweisungsbefehl erfolgte auf monatelangen
diplomatischen Druck, den amerikanische, englische und
australische Diplomaten in Athen ausgeübt und mit dem
sie die griechischen Behörden dazu gedrängt hatten, die
Tätigkeiten der Personen an Bord der Apollo zu
untersuchen".
Hintergrund dieser Geschichte:
Das Sea-Org-Schiff Apollo lag vor Anker im Hafen von
Korfu, einer griechischen Insel im Ionischen Meer.
Hubbard und etwa 200 seiner Mitarbeiter und Studenten
lebten dort auf dem Schiff. Die einheimische Bevölkerung
zeigte sich freundlich.
Nach fünf oder sechs Monaten an ihrer Zufluchtsstätte
in Griechenland begannen die Scientologen gewahr zu
werden, daß ihre Feinde erneut hinter den Kulissen
Verdächtigungen gegen die Scientology in die Köpfe der
örtlichen Amtsträger zu setzen sowie falsche Gerüchte
unter der Bevölkerung verbreiteten. Die Hauptquelle
dieser Schwierigkeiten war der britische Honorar-
Vizekonsul Major John Forte.
Der griechischen Botschaft in London ließ man
Vervielfältigungen des Parlamentsprotokolls zukommen, in
dem über die vollständige Debatte vom 6.3.67 über die
Scientology sowie der Grundsatzerklärung des
Gesundheitsministers vom 25.7.68 berichtet wurde, als er
den Bann der ausländischen Botschaft verkündete.
Das amerikanische Außenministerium schaltete sich ein
mit eine Anfrage an die griechischen Behörden zwecks
Auskunft über eine 31jährige Frau aus Las Vegas, deren
Eltern behaupteten, sie sei von den Scientologen
gekidnapped worden. Die Frau war an Bord der Apollo
gewesen, hatte das Schiff aber einige Zeit vorher
verlassen. Später tauchte sie in Athen auf und war sehr
überrascht, daß alle Welt nach ihr gesucht hatte.
Wenig später, nachdem die von den griechischen Behörden
selbst durchgeführte Untersuchung die Wahrheit über die
Scientology ans Licht brachte, entschuldigte sich der
griechische Innenminister Stylianos Pattakos für den
Zwischenfall und lud Hubbard und seine Anhänger ein,
nach Griechenland zurückzukehren. (1, S. 195/196)
Die Scientologen der Sea Org behaupten, daß britische
Agenten Verdächtigungen über sie bei ausländischen
Regierungen vorbrachten.
Einer ihrer Mitglieder habe Einblick in die Akten des
spanischen Marineministeriums genommen und Berichte vom
britischen Innen- und Außenminister vorgefunden haben.
In diesen Berichten wurde angedeutet, daß das
Bordpersonal der Scientology Schmuggler seien, die von
Interpol überprüft würden.
In Casablanca erschien ein Mann, der sich als
Korrespondent des Manchester Guardian ausgab, im Konsulat
von Panama und erklärte, er sammle Auskünfte für eine
Story über die Scientologen. (Die Apollo fuhr unter
panamesischer Flagge.)
Dieser "Reporter" soll dem panamesischen
Konsul, wie auch der örtlichen Zeitung, die
Informationen gegeben haben, die Scientologen seien
Drogenhändler, die von Interpol wegen Haschischschmuggel
nach Frankreich und Südamerika gesucht würden. (1, S.
198) |
| 1969 28.3. |
Die Regierung von Südafrika benannte eine neunköpfige
Kommission zur Untersuchung der Scientology unter dem
Vorsitz von P. C. Kotze, einem ehemaligen Richter
des Obersten Gerichtshofes. (1, S. 221)
Jahre später wurde der Untersuchungsbericht
veröffentlicht. Die positiven Aussagen über Scientology
waren ignoriert.
Der Gesundheitsminister hat auf den Bericht hin keine
Maßnahmen ergriffen. (1, S. 226/227) |
| 1969 Mai |
Der IRS beginnt die Scientology Kirche zu
untersuchen. Durch teilweise unbekannte Quellen tauchten
in den IRS-Archiven eine große Anzahl von Dokumenten auf
(interne Mitteilungen, Privatkorrespondenz,
Bankaufzeichnungen etc, die von der Kirche gestohlen
wurden).
Anhand kircheninterner Untersuchungen wird vermutet, daß
der IRS den Agenten Lauren Gene Allard in die
Kirche eingeschleust hat. Allard wurde Mitglied der
Sea-Org und übernahm etwa im Mai 1969 den Posten als
Flag Banking Officer. In dieser Position war er für die
Kursgebühren, welche die AO's eingenommen hatten und
für die Einzahlung auf der Bank verantwortlich.
Nach etwa zwei Monaten erklärte Allard, daß er die
Kirche verlassen wolle. Anfang Juni entnahm er dem Save
der Kirche eine Reihe vertraulicher Dokumente, $ 23.000
in Schweizer Franken, $ 800 in amerikanischen
Travellerschecks, $ 2400 in australischen
Travellerschecks und $ 500 in bar. Er packte seine Sachen
und verschwand nach Kansas City. Dort übergab er die
gestohlenen Dokumente zwei Agenten vom IRS, die ihm
versprachen, ihn auf die eine oder andere Art da
rauszuholen und verschwand zwei Tage später nach
Florida. Es wurde vermutet, daß er dort unter dem Schutz
des IRS gelebt hat. Allard wurde letztlich verhaftet und
an das Gefängnis in Los Angeles überführt. Dort wurde
er von einem IRS- und einem FBI-Agenten besucht. Die
Gespräche mit ihm wurden aufgezeichnet.
Allard wurde nie verurteilt. Die Klage gegen ihn wurde
von Staatsanwalt mit der Begründung, er habe nur
Dokumente, nicht aber das Geld gestohlen, fallengelassen.
Im Gegenzug verklagte Allard die Kirche auf
Schadensersatz (insgesamt $ 300.000). Als Basis dafür
wurde Hubbard's "Fair Game Policy"
herangezogen.
Die Kirche wurde, auch nach der Berufung, dazu
verurteilt, $ 100.000 an ihn zu zahlen. (10, S. 43/45)
Ein anderer Fall berichtet von einem FBI-Agenten, der der
FDA zur Verfügung gestellt wurde. Er wurde beauftragt
Drogen in einer Mission der Scientology Kirche zu
plazieren. Als er sich weigerte, wurde er auf ein
administratives Abstellgleis geschoben. (10, S. 48) |
| 1969 Sept. |
Die Apollo lag im Trockendock vor Casablanca. Anhand von
Dokumenten ist ersichtlich, daß die dortige U.S.
Botschaft Falschmeldungen über Scientology und das
Schiff verbreitete. Kopien eines Berichtes mit
verleumderischen Aussagen wurden nach Rabat, Tanger,
Hamburg, London und Panama geschickt.
Nach Aussagen des amerikanischen Vizekonsuls war das
Schiff in Prostitution, Drogenhandel, Spionage oder
Gegenspionage verwickelt. Es würde weiterhin spekuliert,
daß die Apollo Teil eines Pornographienetzes sei, mit
Verbindungen nach Dänemark und Los Angeles zwecks
Verbreitung von Pornographie. (10, S. 79/80) |
| 1969 Sept. |
Alle Schiffe der Sea Organisation treffen sich bei der
griechischen Insel Korfu, um dort eine Advanced
Organisation zu eröffnen. (12)
"Sie sollte die Universität für Philosophie
genannt werden." (13) |
| 1969 18.11. |
Die Kirche beschloß, die drei Schiffe" (Royal
Scotsman, Enchanter und Avon River) zu Ehren
verschiedener historischer griechischer Figuren
umzutaufen.
Die Royal Scotsman wurde Apollo genannt, die Avon River,
Athena und die Enchanter, früher schon Diana genannt,
wurde nun Diana getauft, alles in einer großen Feier
für die Funktionäre der Insel. (13) |
| 1969 Dez. |
Die spanische Regierung erläßt eine Anweisung, welche
die Aufenthaltsgenehmigung der Schiffe in jedem
spanischen Hafen auf acht Tage begrenzt.
Ein Beamter des spanischen Ministeriums eröffnete zwei
Mitgliedern der Schiffsbesatzung, daß nun eine
offizielle Akte über das Schiff existiert. Er könne den
Inhalt nicht preisgeben, ließ aber durchblicken, daß
der Inhalt sehr ungünstig für die Scientologen
ausfalle. (10, S. 80) |
| 1969 |
Die Polizei in Perth, West-Australien, führt eine Razzia
in der dortigen Scientology-Kirche durch und
beschlagnahmt Materialien. Vierzehn Scientologen und die
Hubbard Association of Scientologists International
wurden wegen "Praktizierens von Scientology"
verklagt.
Am 18.11.69 wies das Gericht die Klage zurück und zeigte
somit, daß das Scientology-Verbot nicht durchführbar
ist. (4, S. 155) |
| Ein Bursche namens John Cole
kam eines Tages in die Org und wollte für 10.000 $ die
OT-Materialien für sein Geschäft kaufen. CBR schickte ihn zum
GO, die ihn wieder laufen ließen. Zwei Wochen später versuchte
er das Security-Pack von der AOSH zu stehlen. Er wurde der Polizei
übergeben und eingesperrt. Bob Thomas vom Guardian Office
holte ihn wieder heraus (11, S. 10).
Bob Thomas wurde später als ein Regierungsagent entlarvt, der
als Regierungsberater hinter den Szenarios gegen Scientology
stand, bekam ein CommEv und wurde von LRH zum SP declared (11,
S. 8).
Ein Geheimdienstbericht vom 29.2.69 in den Archiven der DEA
führt Materialien auf, die von Kirchenbüros in Los
Angeles entwendet wurden. Sie trugen die
Verteilerkennzeichnung "von: Cole.... an: Slagel.
(10, S. 65) |
| Es wurde festgestellt, daß Personen, die sich als
Interessenten für Scientology- Kurse ausgaben, von
bestimmten Psychiatern in die einzelnen Scientology-
Organisationen geschickt wurden. Sie waren von diesen
Psychiatern zuvor implantiert worden. Man mußte zu
dieser Zeit sehr kritisch neuen Leuten gegenüber sein,
weil man nicht wußte, ob jemand aus eigenen Stücken in
die Scientology Kirche kam oder ob sie gezielt geschickt
wurden, mit dem Auftrag "durch Scientology
verrückt zu werden" und somit einen großen
Aufruhr zu verursachen. (11, S. 10) |
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