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Abkürzungsverzeichnis
Quellenverzeichnis

 

Chronologie der Scientologischen Bewegung

1960 - 1967

1950er/60er Ein FBI-Memorandum, welches 1978 im Rahmen der Freedom of Information Acts erhalten wurde besagt sinngemäß:

"Wir unterwandern die Kirche und schleusen unsere Agenten bis hinauf in die Positionen des Direktoriums. Wir müssen die Ausbreitung von Scientology in China und Japan verhindern, da sie dem Buddhismus sehr ähnlich ist und sich wie ein Lauffeuer verbreiten würde." (9)

1960 22.11. Der Organisationssekretär des südafrikanischen National Council for Mental Health, T. J. Stander schrieb einen Brief an die Group for the Advancement of Psychiatry (Gruppe zur Förderung der Psychiatrie) in New York. Darin fragte er diese Organisation, welche Schritte sie gegen die Scientology unternommen habe, wobei er ausführte: "Soweit es sich um bestehende Gesetze in Südafrika handelt, können keine Schritte unternommen werden, um die Scientologen an der Ausübung zu hindern, obwohl wir äußerst besorgt über die Tätigkeit dieser Gruppe sind."

Gleichlautende Briefe gingen an die Mental Health Association auf den Philippinen, an die National Association for Mental Health, an das Gesundheits- und Sozialministerium in Kanada und an die American Medical Association. (1, S. 212)

Unermüdlich schrieb Stander Anfragen und Briefe. Er förderte und half bei der Koordination von zwanglosen Abendvorträgen über die Scientology. Er war der Verbindungsmann zwischen verschiedenen medizinischen, psychologischen und Sozialfürsorgegruppen. Er holte der Scientology feindlich gestimmte Artikel ein und ließ sie abdrucken. Er schleuste einen Spion in die Scientology- Organisation ein, der den Auftrag hatte, ihre Anhänger in eine Falle zu führen. Er führte stundenlange Telephonate mit Mitgliedern verschiedener "wissenschaftlicher Gremien" und drängte sie, "ihre Kenntnisse und den Einfluß ihrer Stellung dafür einzusetzen, daß Maßnahmen gegen jene Organisationen getroffen werden". (1, S. 214)

1960 Nov. Die Schaltpläne des Mark V - E-Meters werden von LRH genehmigt. Das Meter wird anschließend gebaut.

Vorausgegangen waren verschiedene, seit 1950 insgesamt acht Modelle. ("Die Geschichte der E-Meter", abgedruckt in "Freie Zone Pack 2")

1961 LRH richtet Ausbildungsaufenthalte zur Unterrichtung, der jetzt standardisierten Methoden der Dianetik und Scientology ein, um die einheitliche Qualität der Anwendung zu sichern. (5, S.146)
1962 Dr. E. Cunningham Dax (Mitglied der World Federation for Mental Health (WFMH)) schreibt an jeden Gesundheitsminister in Australien, warum die Scientology seiner Meinung nach gefährlich sei. Er drängte die Landesregierung, die Aktivitäten der Scientologen durch das Verbot zu bremsen, öffentlich für sich zu werben.

Den üblichen, angesehenen Kritikern der Scientology - Sprecher der australischen Ärztevereinigung, Gesundheitsbehörden und führende Psychiater - wurden Titelseiten eingeräumt, wo sie täglich ihre tiefe Besorgnis über die Gefahren der Scientology äußerten. (1, S. 140/142)

1963 4.1. Als Capt. Ernest Jefferson nach fünfjähriger Anstrengung seiner Polizei keine Erfolge verzeichnen konnte und selbst die Einschaltung eines privaten Nachrichtendienstes, der Crawford Research Company fruchtlos blieb, übergab er seine Akten der FDA.

Es wurde die Idee umgesetzt, eine genaue Durchsuchung der Kirche durchzuführen, unter dem Vorwand, ein zur Beichte benutztes Gerät, das E- Meter, zu beschlagnahmen. Die FDA behauptete, das Gerät würde zu Diagnosezwecken benutzt, (nach folgendem Versuch zur Heilung) worauf dann der Versuch zur Heilung folgte. (10, S. 22/23)

Am 4.1.1963 erfolgte die Razzia in der Founding Church of Scientology in Washington DC, auf Initiative der FDA. Ohne einen richterlichen Durchsuchungsbefehl vorzuzeigen stürmte eine Gruppe von US- Polizeioffizieren und zu Hilfssheriffs ernannte Hafenarbeiter die Scientology Kirche. Sie beschlagnahmten drei Tonnen an Material.

Zur Verhandlung kam es drei Jahre später, am 3.4.67. (1, S. 128/131)

Der Durchsuchungsbefehl wurde von der FDA beim Gericht erwirkt, um die E- Meter zu beschlagnahmen, weil diese für medizinische Zwecke benutzt werden. (2, S. 31)

Der Durchsuchungsbefehl basierte allein auf der Aussage des U.S. Attorney und zweier Assistenten - es gab nichts an Beweisen, was die Durchsuchung rechtfertigen würde. Desweiteren bekam die Kirche niemals eine Aufforderung, die Nutzung der E-Meter zu unterlassen. Die Kirche wurde nie mit einer Aussage oder Anschuldigung konfrontiert, daß die Nutzung illegal sei.

"Diese Aktion", so schrieb George W. Sody, von der FDA im Distrikt Baltimore, "hat deren Bestand an E-Metern, die sie so dringend für die Anwerbung neuer Mitglieder brauchen, effektiv beschnitten". (10, S. 25/27)

Während der sechs Jahre, die dieser Razzia folgten und in denen dieser Fall rechtlich abgehandelt wurde, fuhr die Regierung fort, die Kirche und ihre Mitglieder mit Drogen in Verbindung zu bringen. Geheimagenten verschafften sich Zugang zu den Privatwohnungen, um nach Anzeichen für Drogenmißbrauch Ausschau zu halten. (Anmerkung: Der Bericht des deutschen Bundeskriminalamtes von 1973 besagte: "Der Konsum von Rauschgift wird vermutet, es besteht jedoch keine Grund zur Annahme, daß dies von der Organisation gefördert wird.")

Die FDA schleuste fünf weitere Agenten in die Kirche, die sämtliche Aktivitäten ausspionierten und versuchten Kirchenmitglieder dazu zu bewegen, sie aufgrund verschiedener Krankheiten zu behandeln.

Hubbards Vergangenheit wurde, einschließlich seiner Schul- und Dienstzeit bei der U.S. Navy untersucht.

Die Medien wurden sorgfältig überwacht und immer, wenn herausgefunden wurde, daß die Scientology-Kirche, ihr Gründer oder Mitglieder Gegenstand einer Reportage oder Berichterstattung waren, hat die FDA vernichtende "Hintergrundinformationen" zur Verfügung gestellt. (10, S. 29/31)

Als die australische Regierung ihre Untersuchung bezüglich der Scientology- Kirche begann, versorgte die FDA sie mit zehn Jahre alten Akten, voll von falschen Beschuldigungen über Gehirnwäsche, Hypnose, Drogenmißbrauch, Homosexualität und Kommunismus innerhalb der Kirche. (10, S. 31)

Die Food and Drug Administration machte eine Razzia mit gezogenen Pistolen in der Washingtoner Organisation. "Dies geschah unmittelbar nachdem wir dem damaligen Präsidenten Kennedy unsere Unterstützung bei seinen nationalen Programmen mit Hilfe von Scientology angeboten hatten." (6, S. 1)

1963 Aug. Der Gesundheitsminister von Viktoria, Australien, R. W. Mack gab eine Nachricht heraus, daß sich Personen, die glauben, daß sie Beweise bezüglich illegaler Praktiken der Scientologen haben, an das Crown Law Department wenden sollen.

Nicht eine Person meldete sich mit einer Klage gegen Scientology. (4, S. 155)

1963 17.10. Der Abgeordnete der australischen Labour Opposition J. Walton hielt eine Rede vor dem gesetzgebenden Rat des Staates Victoria, in der er eine umfassende Untersuchung der Praktiken des "gefährlichen Kultes" durch die Regierung forderte (Walton war von Phillip Bennet Wearne einem unzufriedenen, ehemaligen Scientologen kontaktiert worden).

In einer lautstarken Rede vor dem gesetzgebenden Rat kritisierte der Fraktionsführer der Labour-Partei John W. Galbally die Regierung dafür, daß sie es unterlassen habe, etwas gegen diesen bösartigen Kult zu unternehmen - trotz wiederholter Warnungen, welche die Behörde für Psychohygiene und andere verantwortliche Personen und Gremien geäußert hätten. Unter Ausnutzung parlamentarischer Privilegien, die ihn vor Anklagen wegen Verleumdung schützten, beschrieb er die Scientologen als Scharlatane, die der Einschüchterung und Erpressung schuldig seien, was zu Geisteskrankheit und sogar Selbstmord führen könne. (1, S. 140/142)

1963 27.11. Dem vereinten Druck von politischen Führern der Opposition und Lobbyisten der Psychohygiene nachgebend, ernannte der Ratspräsident von Viktoria einen Ermittlungsausschuß zwecks "Untersuchung, Berichterstattung und Ausarbeitung von Empfehlungen bezüglich der Scientology, wie sie in Victoria bekannt ist, ausgebreitet, praktiziert und angewandt wird".

Der Ausschuß bestand aus dem Staatsanwalt Kevin Victor Anderson. Der Ausschuß beendete seine Arbeit am 21.4.65. (1, S. 150/154)

1964 23.9. Das HCO PL 23.9.1964 "Dissemination and Programmes" (Vol. 2, Seite 48) besagt: "Das Processing einer Woche (25 Stunden) sollte den durchschnittlichen Monatslohn kosten."

Diese Policy wurde zwar später von einem anderen HCO PL aufgehoben, das aber seinerseits wieder aufgehoben wurde. (12)

1965 21.4. Der Anderson-Ausschuß in Victoria, Australien beendete seine Untersuchung in Sachen Scientology und legte seinen Bericht dem Parlament in den ersten Oktoberwochen desselben Jahres vor. In diesem Bericht griff Anderson die Scientology in einer Weise an, die von einer Zeitung als "die deftigste Sprache" bezeichnet wurde, "die jemals bei einer öffentlichen Untersuchung in Australien benutzt wurde".

In der Zusammenfassung seiner Feststellungen wurde die Scientology von Anderson verdammt. "Der Ausschuß hat nicht einen einzigen mildernden Zug an der Scientology finden können". Der gesamte Aufbau ihrer Lehren sei ein Gewebe aus Falschheit, Betrug und Einbildung".

"Scientology ist schädlich, ihre Techniken sind schädlich, ihre Ausübung ist eine ernsthafte Gefährdung für die Gemeinde in medizinischer, moralischer und sozialer Hinsicht; ihre Anhänger sind tief verblendet und häufig geisteskrank".

Hubbard sei ein Betrüger und Scientology ein Schwindel. "Man muß stark bezweifeln ob er geistig gesund ist".

Als Reaktion auf den Bericht berief der Regierungspräsident von Victoria, Sir Henry Bolte, eine Pressekonferenz ein, um zu verkünden, daß es die Pflicht der Regierung sei, auf die Empfehlungen des Ausschusses hin Maßnahmen zu ergreifen.

In weniger als zwei Monaten wurde von den gesetzgebenden Gremien des Staates Victoria ein Gesetz verabschiedet, das als "Gesetz über psychologische Praktiken, 1965" bezeichnet wurde und dessen vorrangiges Ziel das Verbot der Scientology war. Bei Strafe wurde die Benutzung der E-Meter von jedem nicht ausgebildeten Psychologen verboten.

Bereits eine halbe Stunde nach Verabschiedung des Gesetzes wurde das Scientology-Zentrum in Melbourne von der Polizei gestürmt und etwa 4.000 Dokumente, Personalakten und Bücher beschlagnahmt. (S. 154/155)

Dieses quasi Scientology-Verbot dehnte sich später auf andere Staaten Australiens aus und wurde erst 1973 wieder aufgehoben, als die Labour-Partei an die Regierung kam. (1, S. 169)

Als der Anderson-Bericht veröffentlicht wurde, wurde dieser von der FDA weit verbreiten und als eine "verläßliche Quelle von Informationen" über die Kirche dargestellt. (10, S. 31)

1965 27.4. Das HCO PL 27.4.1965 "Price Engram" besagt: "Vermarktung durch Bekanntgabe, daß die Preise bald steigen, ist verboten."
1965 August LRH verkündet in Saint Hill, der Zustand Clear sei erreicht worden. (5, S.147)
1965 20.11. Das HCO PL 20.11.1965 "Promotional actions of an Organisation" besagt: "Die Finanzplanung sorgt dafür, daß die Festlegung der Preise für alles was verkauft wird, nicht zu hoch ist, um das Publikum zu entmutigen und nicht zu niedrig, um die Orgs zahlungsunfähig zu machen".
1965 Hubbard wendet sich Südafrika zu. Nach kurzem Aufenthalt in der Johannisburg-Organisation, zieht er weiter nach Rhodesien.

Für 16.500 Pfund soll er sich in Salisbury eine Villa gekauft und dort das Leben eines gutsituierten Bürgers geführt haben.

Zum erstenmal seit Jahren erweiterte er den Kreis seiner Bekannten - zu dem nunmehr auch viele Nicht-Scientologen gehörten - beträchtlich. Es wurden Parties veranstaltet, auf denen man die Creme der Gesellschaft von Salisbury sehen konnte, einschließlich zahlreicher Politiker und vieler anderer einflußreicher Leute. Mindestens einmal kam es zu einer Begegnung zwischen Hubbard und Ian Smith.

Hubbard sagte bei einer Gelegenheit, daß er Rhodesier sei und bei einem Auftritt im Fernsehen, daß er für immer in Salisbury bleiben wolle und nicht mehr aktiv auf dem Sektor der Scientology sei. (8, S. 59/60; Quelle: Christopher Evans, Kult des Irrationalen, S. 97)

1966 19.2. William Benitez gründet Narconon. (4, S. 87)
1966 7.2. Die Attacke auf die Scientology-Kirche in England drang ins Unterhaus vor, als der Abgeordnete Lord Balniel, Vorsitzender der National Association for Mental Health (NAMH), eine Anfrage einbrachte, in der er dem damaligen Gesundheitsminister Kenneth Robinson, selbst ein ehemaliges leitendes Mitglied der NAMH, die Frage stellte ob es nicht, angesichts der Untersuchungen gegen Scientology in Australien, im Interesse der Öffentlichkeit sei, eine ähnliche Untersuchung auch in England durchzuführen.

Mr. Robinson erwiderte, er sei bereit, "jeglichen Antrag auf Untersuchung ins Auge zu fassen", bis jetzt sei aber kein derartiges Gesuch eingereicht worden.

"Ich weiß", so fügte er hinzu, "daß im Namen der Scientology unmäßige Behauptungen aufgestellt werden, die nicht allgemein akzeptiert sind, und ich persönlich würde jedem, der einen solchen Kurs machen will, raten, zuerst seinen Arzt zu konsultieren".

Die Anschuldigungen des australischen Anderson-Berichtes gegen die Scientology reichten in England allein noch nicht aus, um aktiv zu werden.

Während dieser Bericht zwar in der Presse zu provokativen Abdrucken verhalf (die englischen Medien nahmen in fünf Monaten 278 mal darauf Bezug), so mußten doch Spuren am eigenen Ort entdeckt werden, um den entsprechenden Funken unter den Abgeordneten zu entzünden. (1, S. 179/181)

1966 1.3. Die Funktion des "Guardian" wird von LRH ins Leben gerufen. (HCOPL 1.3.66)
1966 April Anfang April wurde in südafrikanischen Zeitungen die Story herausgebracht, daß führende Psychologen und andere Spezialisten für Geisteskrankheiten in Johannesburg, Durban und Kapstadt die Tätigkeit der Scientologen untersuchten und daß die Psychologische Gesellschaft von Südafrika in Kürze die Ergebnisse bekanntgeben würde. Man ließ durchblicken, daß der Bericht recht erschreckend sein würde. (1, S. 214)
1966 14.7. Artikel im Rhodesia Herald: Dem Gründer der Scientology wurde die Erlaubnis verweigert, in Rhodesien zu bleiben. Es wurden keinerlei Gründe angegeben. Hubbard hatte hier, der Zeitung zufolge, ein Hotel gekauft und plante weitere geschäftliche Unternehmungen. (8, S. 25, Quelle: Foster Report, S. 11)

L. Ron Hubbard berichtet über seine Zeit in Rhodesien. Spezielle Interessengruppen hätten dort versäumt seinen Paß zu erneuern, als er zu viel politische Macht bekam und er versucht hatte, das gleiche Stimmrecht für die Schwarzen einzuführen.

Die Erfahrung, die er aus dieser Reise mitbrachte führte zu der Folgerung, daß einzelne OT's nicht sehr erfolgreich sind sondern als Gruppe zusammenarbeiten müssen. Daraufhin wurde das Sea-Project (Sea Org) gegründet. (11)

1966 Juli Die Stufen OT I und OT II werden freigegeben. (5, S.148)
1966 Aug. Die englische Zeitung Daily Mail machte einigen Abgeordneten den Weg frei, noch einmal die Frage nach einer Untersuchung der Scientology zu stellen.

Die Zeitung veröffentlichte einen längeren Artikel mit der Überschrift "Der Fall der auditierten Frau", der eine junge Frau betraf, die zwangsweise in einer Irrenanstalt einbehalten worden war, nachdem sie in Verbindung mit Scientologen in Saint Hill Manor in East Grinstead gestanden hatte. Die 30jährige Frau war seit ihrem 19. Lebensjahr immer wieder in Nervenheilanstalten untergebracht gewesen. Dessen ungeachtet schob der Pressebericht die Schuld an ihrem psychischen Zusammenbruch dem Scientology-Auditing zu.

Die Story war nicht, wie die Daily Mail behauptete, das Ergebnis einer gründlichen Untersuchung dieses Falles. Sie war auf Informationen aufgebaut, die der Zeitung von der Mutter der Patientin zur Verfügung gestellt worden waren; diese war gewillt, private Einzelheiten über den Zustand ihrer Tochter in der Presse bloßzustellen, damit man Scientology "drankriege".

Mary Applebey, Generalsekretär der National Association for Mental Health, wurde in dem Artikel mit den Worten zitiert: "Nunmehr ist die Zeit für eine ministerielle Untersuchung gekommen." (1, S. 181/182)

1966 1.9. Hubbard tritt von seinem Posten als Executive Director und vom Vorstand der Kirche zurück. Er nennt sich von nun an "Hubbard Founder". Die Begründung dafür war, daß er seine Forschungen und seine schriftstellerische Arbeit fortsetzen wollte. (2, S. 26/27)

LRH tritt von jeder offiziellen Verwaltungsposition zurück. (5, S.147)

1966 30.9. In Südafrika stellte der Abgeordnete Dr. E. L. Fischer dem Gesundheitsminister Dr. Albert Hertzog die Frage: Ob ihm ein Kult bekannt geworden sei, der unter der Bezeichnung "Hubbard Association of Scientologists International" in der Republik tätig sei und ob sein Ministerium den Kult in Bezug auf die Volksgesundheit überprüft habe. Wenn dem nicht so wäre, würde er dann jetzt eine derartige Untersuchung durchführen lassen?

Die Antwort war, daß der Gesundheitsminister eine erste Untersuchung der Scientology veranlaßt, aber keine greifbaren Tatsachen zutage gefördert habe, die ein amtliches Vorgehen erforderlich machten.

Zwei Wochen später richtete sich Dr. Fisher im Abgeordnetenhaus erneut auf, um den Gesundheitsminister zu fragen, ob er weitere Mitteilungen über die Scientology erhalten habe und um auf eine Untersuchung zu drängen.

Dr. Hertzog erwiderte, daß er nur zwei Briefe von Privatpersonen erhalten habe, davon eine voll des Lobes über Scientology und einer gegen sie. Ehe keine konkreten Beweise vorgelegt würden, gäbe es keine Berechtigung für eine großangelegte Untersuchung. (1, S. 215)

1966 5.12. Der englische Abgeordnete Peter Hordern ersuchte den Gesundheitsminister Kenneth Robinson "eine Untersuchung in der als Scientology bekannten Praktik" einzuleiten. In einer schriftlichen Antwort führte der Minister aus, er halte eine weitere Untersuchung nicht für notwendig, um festzustellen, daß die Tätigkeiten dieser Organisation potentiell schädlich seien. (1, S. 182)

Auch nach weiteren Vorstößen von Abgeordneten gegen die Scientology war der Gesundheitsminister gegen eine Untersuchung. "Ich habe", so Robinson, " noch keinen Beweis dafür vorgelegt bekommen, nach dem die Scientology direkt und ausschließlich für Nervenzusammenbrüche oder körperliche Verschlechterung ihrer Anhänger in diesem Land verantwortlich ist." (1, S. 183)

1966 Ende LRH ging nach Afrika und erforschte OT III. (11)
1966 Dez. Hubbards eigene Aussage diesbezüglich:

"Ich kam zu dem Schluß, daß ich so weit wie möglich gegangen war wie ich gehen konnte, ohne eine weitere gradlinige Aktion mit unserer Technologie zu machen... Ohne irgendjemand etwas davon zu erzählen was ich beabsichtigte, ging ich hinaus und nahm mein Leben in meine Hände und machte mich an die Sache. Das Geheimnis dieses Universums und dieses speziellen Teils des Universums war, sofern es seine Spur betrifft, völlig verschlossen. Niemand war jemals in der Lage einen Durchbruch zu schaffen und mit der Antwort hervorzukommen und zu wissen, was geschah. Tatsächlich ist es so verschlossen, daß wenn jemand versuchte es zu durchdringen - und ich bin sicher einige haben es versucht - er daran starb. Das Material, das in diesem Sektor enthalten ist, ist so bösartig, daß es sehr sorgfältig arrangiert wurde, um jeden zu töten, falls er die exakte Wahrheit darüber erfährt. Im Januar und Februar dieses Jahres (1967) wurde ich daher sehr krank, verlor fast diesen Körper und auf irgendeine Art und Weise kam ich hindurch und erhielt das Material und war fähig, es zu durchleben. Ich bin vollkommen sicher, daß ich der erste war, der jemals den Versuch überlebte, dieses Material zu erhalten. (...) In all den 18 Jahren war dies das Schwerste, was ich zu Gesicht bekam...

Ich formierte die Sea Org, um ein Gebiet zu haben, in dem ein Scientologe sicher durch diese letzte Feuerwand gehen konnte." (6, S. 5/6)

"Auf den unteren Stufen (von Scientology) ist man hauptsächlich mit sich selbst und seinem eigenen Fall oder mit seiner unmittelbaren Familie beschäftigt, aber wenn man höher kommt, macht man sich Gedanken über seine Umgebung und die Welt in der man lebt und bei diesen Gedanken erkennt man, daß es nicht zum Besten gelaufen war. Und es ist sehr wahr, daß auf diesem Planeten, wie auch auf 75 anderen Planeten, welche diese Konföderation vor 75 Millionen Jahren formten, eine große Katastrophe passierte. Seitdem war dieser Platz eine Wüste und es war das Los einer Handvoll Männer den Versuch zu unternehmen, die Technologie auf eine Stufe zu bringen, auf der jemand die Katastrophe durchdringen konnte, um sie wieder rückgängig zu machen." (6, S. 7)

1966 Ende L. Ron Hubbard verkauft seine Namensrechte für 100.000 Pfund Sterling an "... die scientologische Bewegung", und eine besondere Abmachung sah vor, daß die Orgs für die Benutzung seiner Unterschrift zahlen mußten". (8, S.157)
In Amerika tritt der FOIA (Freedom of Information Act) inkraft. Die Kirche nutzt diese Möglichkeit der Akteneinsicht um falsche Berichte über sie und ihren Gründer L. Ron Hubbard zu lokalisieren.
1967 Jan. LHR orderte die Mitarbeiter des Sea-Project nach Las Palmas. Er brachte die Forschungs-Aufzeichnungen (nach Aussage von Capt. Bill Robertson etwa 1 Meter hoch) über OT III mit, inklusive der Ethik-Orders bezogen auf die Wesen, welche für die Katastrophe vor 75 Millionen Jahren verantwortlich waren.

Zu der Zeit war LRH der Ansicht, daß OT III nur in einer speziellen Umgebung, mit medizinischer Betreuung laufen konnte. Er wollte eine OT- Basis aufbauen, um OT III auslaufen zu lassen und um Forschungen in Bezug auf die planetarische Kontrolle auszuführen, einschließlich der World Federation for Mental Health und einiger anderer Weltorganisationen. (11)

1967 3.4. Es kam zur Verhandlung gegen die Scientology Kirche, ausgehend von der Razzia am 4.1.63. Die US-Behörde hielt immer noch die Fiktion aufrecht, daß es kein Gerichtsverfahren gegen die Kirche sei. Laut Protokoll war das E-Meter der Beklagte.

Wie die FDA-Klage behauptete, enthielt die Begleitschrift zum E-Meter Aussagen, die "andeuten, suggerieren oder implizieren", daß das E-Meter für die Diagnose, Vorbeugung, Behandlung, Entdeckung und Beseitigung einer langen Liste von Erkrankungen einschließlich Arthritis, Krebs, Magengeschwüre und Atomstrahlung gedacht und geeignet sei.

Der erste Prozess führte zu einem Urteil zugunsten der Regierung. Der Bezirksrichter John J. Sirica ordnete die Vernichtung der beschlagnahmten E- Meter sowie eines Teils des gedruckten Materiales an.

Es wurde Berufung eingelegt und die höhere Instanz entschied, daß die Regierung Unrecht getan hätte, als sie die E-Meter der Kirche 1963 beschlagnahmte.

Die FDA reichte daraufhin eine Petition um nochmalige Anhörung ein, dem das Berufungsgericht stattgab. Das Gericht schlug vor, daß für eine nochmalige Verhandlung des Falls das Bezirksgericht Punkt für Punkt bestimmen soll, ob eine Stelle in der Scientology-Literatur Ansprüche gänzlich nichtreligiöser Natur erhebe oder ob an irgendeiner Stelle lediglich ein religiöses Mäntelchen umgehängt worden sei.

Das Bezirksgericht lehnte dies jedoch ab. Unter dem Hinweis, daß die beschlagnahmte Literatur etwa 20.000 Seiten umfasse, erklärte das den Fall verhandelnde Gericht, es genüge eine einzige falsche wissenschaftliche, nichtreligiöse Kennzeichnung, um die von der FDA erhobenen Anschuldigungen zu belegen.

1967 4.5. In Südafrika erklärte der Abgeordnete der Opposition Dr. E. L. Fischer: Der Kult (Scientology) könnte Informationen, die man bei der Sicherheitsprüfung zu Beginn des Kurses erhalte, dazu verwenden, jeden, der die Fragen beantworte, bis ans Ende seiner Tage zu erpressen.

Fisher zitierte Auszüge aus dem Anderson-Bericht, um dann nochmals den Antrag auf amtliche Untersuchung der Scientology zu stellen.

Der Gesundheitsminister Dr. Albert Hertzog erwiderte, daß man sich nicht ausschließlich auf den Anderson-Bericht als eine Grundlage für die Anordnung einer regierungsseitigen Untersuchung in Südafrika stützen könne. Er brauche Informationen von Leuten, die angäben, Opfer der Scientology zu sein. Er habe keinen glaubhaften Fall, der für eine berechtigte Untersuchung notwendig sei.

Zwei Wochen später drängte Dr. Fisher den Gesundheitsminister erneut "einen Weg zu finden, um den Personen zu helfen, die unter der Verfolgung durch Scientologen leiden". (1, S. 216)

T. J. Stander erzählte einem aus Frankreich zu Besuch weilenden Psychotherapeuten, daß die Regierung niemals beschließen wird, einen Antrag anzunehmen, der von der Opposition eingereicht wird... Der einzige Weg sei die Mithilfe eines Abgeordneten zu gewinnen, welcher der Nationalen Partei angehöre. Seine Wahl viel auf Dr. Venter. (1, S. 216)

1967 5.7. Verhandlung der Klage der Scientology-Kirche gegen den Internal Revenue Service, basierend auf die aberkannte Steuerbefreiung von 1958. Nach sechstägiger Zeugenvernehmung für beide Parteien entschied das Gericht, daß die Kirche keinen Anspruch auf Freistellung habe, weil ein Teil ihrer Einnahmen Privatpersonen zugutekomme.

Gemäß der von der Regierung selbst durchgeführten Steuerprüfung belief sich das Gesamteinkommen Hubbard's von sämtlichen Scientologyquellen in den fraglichen Steuerjahren (Juni 1955 bis Juni 1959) durchschnittlich auf weniger als 20.000 $ im Jahr, einschließlich der Lizenzeinnahmen aus seinen Büchern und Vergütungen für Vorträge, die er auf verschiedenen Scientology- Kongressen gehalten hatte.

Mrs. Hubbard, Mitleiterin der Kirche, erhielt durchschnittlich unter 4.000 $ im Jahr - ebenso L. Ron Hubbard Junior, der verantwortliche Aufgaben in der Organisation wahrnahm.

Die Regierung legte mit dem, was die Anwälte der Kirche als "Argument der versteckten Andeutung" bezeichneten, dem Gericht nahe, daß die Hubbards riesige Geldbeträge von sämtlichen Scientology-Kirchen erhielten und daß aufgrund dessen, der Founding Church of Scientology die Steuerbefreiung verweigert werden müsse. Die geforderten Beweise für diese Behauptung gab es nicht. (1, S. 173-178)

Die Kirche reichte sofort eine Petition zur Urteilsänderung bzw. einer Neuanhörung ein. (4, S. 154)

1967 12.8. Die Sea Organization (See Organisation) wurde offiziell gegründet. (4, S. 142)

Im Laufe des Jahres wurden drei Schiffe gekauft. Das Flag-Schiff war eine ausgediente Kanalfähre mit dem Namen Royal Scotsman, später umbenannt in Apollo. Die anderen beiden, die Diana und die Athena, waren kleiner und wurden für spezielle Aufgaben benutzt. (2, S. 27)

1967 20.9. L. Ron Hubbard bespricht nach den abgeschlossenen Forschungsarbeiten zu OT III das Tonband, welches später als Rons's Journal 67 herauskommt. Einige Zitate:

".. Nach all den Aktionen, die man während der letzten 17 Jahre gegen uns unternommen hat wollte ich herausisolieren, wer uns auf diesem Planeten attackiert. Die Angriffe hatten immer dasselbe Muster. Sie folgten stets den selben Presselinien. Sie benutzten stets denselben Typ von Parlamentariern...

Unsere Feinde auf diesem Planeten setzen sich aus weniger als 12 Personen zusammen. Es sind Mitglieder der Bank von England und anderer hoher Finanzkreise. Sie besitzen und kontrollieren Zeitungsketten und sind seltsamerweise die Direktoren in all den Gruppen für geistige Gesundheit, die auf der Welt gegen uns aufgestanden sind.

Da sie die meisten Goldvorräte kontrollieren, hatten sie sich für ein Programm entschieden, jede Regierung zum Bankrott und somit unter ihre Kontrolle zu bringen, so daß keine Regierung ohne ihre Erlaubnis in der Lage sei politisch zu handeln. Der Rest ihres offenkundigen Programms bestand darin, "geistige Gesundheit" zu benutzen, genauer gesagt, psychiatrischer Elektroschock und präfrontale Lobotomie, um jegliche politisch Andersdenkenden von ihrem Weg zu beseitigen..

Diese Personen organisierten jene "Mental Health" Gruppen, die überall gleichzeitig auf der ganzen Welt entstanden sind. (...) Wir sind 1950, ohne an etwas Böses zu denken, in deren Weg und großen Komplott geraten.

... Diese Burschen kontrollieren Zeitungsketten über einen von ihnen, genannt Cecil King. Und diese Zeitungen erscheinen in Südafrika, Australien. Sie gehen in alle Teile der Welt. Diese Zeitungskette wurde dazu benutzt uns einen schlechten Ruf zu geben... Es gibt in deren Hirnen nicht den geringsten Zweifel daran, daß unsere Technologie funktioniert, denn viele andere solcher Aktivitäten wie "Subub" (eine Selbstverbesserungsgruppe) blieben von ihnen unbelästigt. Es ist lediglich die unglaublich funktionierende Technologie der Scientology, die ihren Zorn erregt hat". (6, S. 1/3)

1967 20.11. Die Yacht Royal Scotsman, Flaggschiff der Sea Organisation verläßt den englischen Hafen Southhampton. (12)
1967 27.12. Die Royal Scotsman wurde als Advanced Organisation aufgebaut. (4, S. 143)
1967 Dez. LRH geht als erster durch OT III.
1967 Ende In den letzten Monaten des Jahres 1967 kam der Durchbruch von OT III. (5, S.148)

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