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Logik im Leben

Seminar von Captain Bill Robertson

am 1./2. September 1990

Teil 11

Wenn die Kommunikationslinie zu Person A unterbrochen ist, kann es durchaus auch nötig sein, daß man stattdessen gleich zu einer Person B geht. Wenn ihr also eine Reihe von Leuten anrufen wollt, entweder damit sie zu einem Vortrag kommen oder daß sie ihre Rechnung bezahlen, und die eine Kommunikationslinie nicht funktioniert, entweder indem dauernd belegt ist oder man keine Antwort erhält, dann könnt ihr immer noch weitermachen und den nächsten anrufen. Das ist die einfache Anwendung, die man systematisch tun kann, wenn es um so Dinge geht wie das Zahlen von Rechnungen und das Einladen zu einer Veranstaltung, einem Vortrag oder einer Party.

Was macht ihr aber, wenn ihr etwas ganz Wichtiges braucht oder tun müßt, z.B. im Falle einer Mission oder sonst einer sehr wichtigen Aktion. Vielleicht geht es um einen Zulieferer, der irgendeinen Teil einer Aktion machen muß, die sehr wichtig ist, damit ihr eine Sache abgeschlossen bekommen könnt. Vielleicht muß er ein Foto machen für ein Buch, das ihr publizieren wollt. Auch in diesem Fall kann man anstelle der Person A die Person B nehmen. Man soll sich also hier nicht auf eine bestimmte Person fixieren. Wenn deren Kommunikationslinie gebrochen ist, dann wird euer Projekt entsprechend verzögert. Jede Situation, welche die Herstellung eures Produkts verzögert, sorgt dafür, daß es über einen längeren Zeitraum euer Produkt nicht auf dem Markt gibt und daß es somit auf dem Markt nicht verkauft werden kann. Möglicherweise müßt ihr auf den, der euch die Fotoaufnahme machen soll, 2 Wochen warten, weil er gerade im Urlaub ist. So etwas passiert einem ständig, wenn man irgend etwas im Geschäftsleben erledigt bekommen will. Schaut euch den Anwendungsaspekt davon an! Vielleicht habt ihr noch nicht alles davon gesehen!

In eurer persönlichen Kommunikationsabteilung solltet ihr nicht nur Telefonnummern und Adressen von einem Lieferanten des Produkts oder der Produkte, die ihr benötigt, haben, sondern mehrere, vielleicht 3 oder 4. Und wenn ihr das macht, dann könnt ihr beim Herausbringen eures Produktes nicht gestoppt werden oder dabei, daß ihr eure Kunden kontaktiert. Damit meine ich nicht die gelben Seiten des Telefonbuchs. Mit Lieferant meine ich jemanden, bei dem man schon war. Man hat mit ihnen geredet und man weiß, daß die liefern können, was man braucht. Und sie wissen auch, was ihr braucht. Der Zweck davon ist, daß man sich im Bedarfsfall an sie wenden kann, daß man dort einen Ansprechpartner hat. Das bedeutet, daß ihr für diese Sachen ein Archiv haben müßt.

Vorher haben wir darüber gesprochen, daß ihr ein Logbuch habt, wo ihr die Reihenfolge von Ereignissen, von Zeit, Ort und was sich ereignet hat, aufzeichnet. Und genauso solltet ihr hier in dieser Abteilung die entsprechende Liste von Telephon- und Telefaxnummern oder was auch immer nötig ist, von allen Leuten haben, die ihr braucht, um gewisse Projekte erledigt zu bekommen. Und wenn ihr auf Geschäftsreise seid, dann solltet ihr zumindest eine Kurzfassung der relevanten Daten bei euch haben. Auf diese Art habt ihr eure Kommunikationslinien immer dabei.

Eine der gebrochenen Kommunikationslinien, die euch widerfahren kann, ist: Kaum seid ihr außer Haus, könnt ihr plötzlich, wenn ihr zuhause anruft, niemanden mehr erreichen. Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse! Das gilt insbesondere, wenn ihr in bezug auf die erste Unterabteilung die Regeln nicht befolgt habt, und die Leute nur dann arbeiten, wenn ihr dabei seid und ihnen über die Schultern schaut. Kaum seid ihr außer Haus, dann gehen sie plötzlich baden und machen blau. Ihr müßt eine Menge wissen, um in diesem Spiel überleben zu können.

Jetzt kommen wir zu Unterabteilung 3, Inspektionen und Berichte. Das ist auch der Bereich, wo Ethik hineinfällt. Für euer persönliches Qrgboard heißt das: dort ist das Wissen über die Ethikzustände. Wir hatten über die Situationen von Aufwärts- und Abwärtstrend gesprochen und was passieren kann, wenn man nicht die richtigen Leute gemäß der Emotionsskala auswählt. Dann kann man sehr leicht einen Abwärtstrend erhalten. In diesem Bereich von Ethik ist es sehr wichtig, daß man die Formeln für die Zustände Gefahr und Notlage beherrscht.

Wir haben schon ein bißchen über die Nicht-Existenz-Formel gesprochen. Das wäre am Anfang, bevor man ein Produkt vermarktet. Man findet heraus, was von der jeweiligen Zielgruppe gewünscht und gebraucht wird und was in jenem Bereich als legal und als illegal gilt. Aber wenn ihr wirklich ein Geschäft am Laufen habt, dann sind normalerweise diese beiden Zustände (Gefahr und Notlage) euer Problem. Wenn es also nach unten geht und irgend etwas wenig oder nicht überlebensfähig ist!

Notlage ist ein leichtes Absinken der Statistiken und Gefahr wäre ein steiles Abfallen. Strenggenommen ist bei Notlage die Linie entweder waagrecht oder abfallend, denn eine waagrechte Kurve bleibt nicht lange waagrecht, sondern geht bald herunter.

StatistikDie Formel von Gefahr gilt nicht nur, wenn die Statistiken runter gehen, sondern auch, wenn irgend jemand fehlt, d.h. es gibt eine Situation, aber es ist niemand da, um sie zu handhaben. Wie bei einer gebrochenen Kommunikationslinie! Eine der Angestellten mußte wegen Bauchschmerzen gerade ins Krankenhaus. Sie war vielleicht am Empfang. Wir müssen also die Situation handhaben. Wir müssen irgend jemanden in den Empfang setzen. Und nachher müssen wir herausfinden, warum sie wegen Bauchschmerzen ins Krankenhaus mußte.

Vielleicht ist jemand auf niedrigem Emotionsniveau hereingekommen und hat ihr Süssigkeiten angeboten, die nicht gut waren. Ihr müßt also diese Zustände sehr gut kennen! Und die Abhilfe für den Zustand Gefahr ist natürlich, die betreffende Person zu übergehen und die Situation zu handhaben. Dann muß der jeweilige Bereich reorganisiert werden, damit sich der Gefahrenzustand nicht wiederholt. Die unmittelbare Handhabung könnte sein, daß man selber hingeht und die nächsten Kunden begrüßt und hereinführt, dann aber gleich jemanden hinsetzt, der das tun kann. Und ihr müßt die ganze Gefahr in diesem Bereich in Ordnung bringen, die Bauchschmerzen von der Empfangsdame und alles, was damit zusammenhängt. Und später müßt ihr dann die ganzen Ergebnisse eurer Untersuchung hernehmen und eine Richtlinie entwickeln, die dafür sorgt, daß diese Situation nicht mehr entstehen kann. Denn es war ein Zustand, wo es in diesem Bereich abwärts ging.

Um eine feste Richtlinie anzunehmen, muß man natürlich davor etwas tun - man muß die Situation auswerten. Denn wie ich vorher schon gesagt habe, alle Policybriefe entstehen aufgrund von Auswertungen von tatsächlichen Situationen und von der Anwendung der Datenserien. Es könnte z.B. die Regel gelten, daß wenn die Empfangsdame aus irgendeinem Grund weg muß, der und der dann dafür zuständig ist. Er muß sofort einspringen und einem mitteilen, was passiert ist, damit man nachsehen kann, ob die Situation in Ordnung kommt.

Und ihr müßt natürlich auch Reserven haben, d.h. ihr müßt wissen, daß es ein paar andere Leute gibt, die sich schnell umziehen könnten und als Empfangsdame einspringen könnten. Ihr müßt sicherstellen, daß dieser Posten dauernd besetzt ist, denn über den Empfang kommen die Leute herein. Und ihr solltet sicherstellen, daß die Leute, die ihr als Ersatz für den Empfang vorgesehen habt, keine Ladung auf Hilfe haben, oberhalb von 2.0 sind und von jemandem eingestellt wurden, der darauf achtete, daß sie in Ordnung sind.

Der Zustand Notlage ist nicht ganz so schlimm wie Gefahr. Das interessante an dem Zustand Notlage ist, daß der erste Punkt gemäß Ron darin besteht, zu werben. Er sieht die Sache als eine Statistik, die auf gleicher Ebene bleibt oder leicht nach unten geht. Es ist nicht ein plötzliches Abfallen, wo man sofort eine Ursache feststellen kann. Aber das erste, was man hier machen kann, ist, daß man die Verluste ausgleicht. Normalerweise ging die Statistik nach oben, aber plötzlich flachte die Statistik ab. Wenn in der Stunde zuvor z.B. 20 Autos vom Fließband kamen, und jetzt in der Stunde nur noch 5 herunterkommen, dann ist es leicht. Man muß sofort eingreifen.

Das erste, was man in Notlage hingegen tun muß, ist, entweder mündlich oder schriftlich oder wie auch immer irgendeine Art von Werbung oder Motivation zu entwickeln, die dafür sorgt, daß sich die Produktion steigert. Während man das tut, kann es sein, daß man den wirklichen Grund findet, weshalb die Statistik abgeflacht ist. Es könnte z.B. sein, daß ihr feststellt, daß irgendein Zulieferbestandteil in der Autofabrik fehlt. Und der Grund, warum die Fahrzeuge zu langsam vom Fließband kommen, liegt darin, daß die Lenkräder nur in dieser Menge Zur Verfügung stehen. Und wenn ihr dann nachforscht, stellt ihr vielleicht fest, daß der Lastwagenfahrer, der die Zulieferteile bringen sollte, Magenschmerzen hat und ins Krankenhaus mußte. Und dann müßtet ihr z.B. als Abhilfe den Zulieferer anrufen und sagen: "Okay, wir zahlen euch zusätzlich tausend Franken. Ihr leiht euch jetzt sofort einen Ersatz LKW aus und bringt uns die entsprechenden Lenkräder, damit unsere Produktion nicht in Mitleidenschaft gezogen wird." Oder falls derjenige, der ins Krankenhaus mußte, dabei nicht das Fahrzeug beschädigt hat, dann braucht man nur einen Ersatzfahrer zu finden. Den muß man entsprechend motivieren. Man könnte ihm einen Zuschlag versprechen, wenn er den LKW so schnell wie möglich hierher bringt.

Wenn ihr, was häufig der Fall ist, die Ursachen nicht so genau feststellen könnt, aber merkt, die Kunden bleiben aus, dann solltet ihr nicht hergehen und irgendwelche Begründungen dafür ausdenken, nach dem Motto: "Heute abend ist ein Fussballspiel. Da bleiben sie alle zuhause, um sich die Weltmeisterschaft am Fernsehen anzusehen." Dann schnappt euch ein paar Leute, die bei den potentiellen Kunden anrufen und sagen: "Wir haben ein Sonderangebot heute! Kauft 5 Stück mehr, und ihr bekommt eine Tasse Kaffee und eine Freikarte für das Fussballspiel!" Das Produkt, das ihr verkauft, kostet vielleicht 1000 Pfund und die Eintrittskarte kostet 5 Pfund. Es lohnt sich!

Während ihr die Aktion macht, findet ihr vielleicht die wirkliche Ursache heraus, warum die Kunden weggeblieben sind. Es könnte etwas mit "Inspektion und Berichte" (= Unterabteilung 3) zu tun haben. Denn es könnte sein, das ihr in eurer Organisation oder auf euren Kommunikationslinien eine Dritte Partei habt. Es könnte sein, daß die Konkurrenzfirma, z.B. Audi, jemanden herübergeschickt hat, der folgendes Gerücht in Umlauf gebracht hat: "Die Mercedes in diesem Jahr sind ganz mies. Unsere Autos sind viel besser!" Oder es könnte sein, daß irgendein Unterdrücker eure Mitarbeiter abwertet und sagt: "Wißt ihr übrigens, daß es dieses Jahr kein Weihnachtsgeld gibt!-" oder "Ich habe gehört, daß 10 Prozent der Mitarbeiter entlassen werden sollen, und euere Namen habe ich auch auf der Liste gesehen!" Es könnte sein, daß einige eurer Mitarbeiter deswegen Achterbahn fahren, denn sie denken sich: "Warum soll ich mich hier noch anstrengen, wenn ich ohnehin entlassen werde?" Das paßt alles zusammen. Wenn man mit den Spielern zu diesem Zeitpunkt in diesem Spiel zu tun hat, dann können all diese Situationen vorkommen.

Die Reihenfolge der Wichtigkeit, wie sich eine der drei Situationen auf euer Geschäft auswirken kann, ist folgende: PTS ist der geringste Störeffekt. Ein SP kann mehr Schaden anrichten, und Dritte Partei ist das, was sich am stärksten und unmittelbarsten auswirken kann.

Denn PTS ist nur Achterbahn fahren. Es geht rauf und dann wieder runter. Den Leuten geht es gut, wenn Theta da ist. Wenn Entheta da ist, dann liefert derjenige schlechte Leistungen. Man kann diese Leute dadurch handhaben, daß man in ihren Bereich mehr Theta steckt, damit es ihnen wieder besser geht. Man findet heraus, wer sie abwertet, so daß es bei ihnen heruntergeht, und dann findet man den SP. Wenn einer der Mitarbeiter sagt: "Der Chef hat mir heute morgen eine Zulage gegeben!", wird der SP kommen und sagen: "Ja, das liegt daran, weil ich deinen Namen auf der Liste gesehen habe. Du wirst nämlich nächste Woche entlassen!" Diese PTS-Personen sind natürlich nicht sehr stabil. Die bekommen das eine stabile Datum von der Sonderzahlung, und schon geht's mit ihnen aufwärts. Dann kommt eine Abwertung, und runter geht's.

Warum ist die Dritte Partei das schlimmste von den dreien? Warum hat es die schlimmste Auswirkung auf euer Geschäft? Die Ursache dafür ist, daß die Dritte Partei auf einer Basis arbeitet, wo sie zwei fähige Thetans nimmt, also zwei, die beide oberhalb von 2.0 sind, und sie gegeneinander ausspielt. Das bewirkt, daß die Leute ihre Energien dafür verbrauchen, sich gegenseitig zu bekämpfen, anstatt gemeinsam für das Ziel der Firma zu arbeiten. Und weil es sich hier um zwei stabile und fähige Leute handelt, hat man in demselben Moment ihre Dienstleistung für die Firma verloren. Der Bereich, für den sie zuständig waren, wird jetzt vernachlässigt, weil sie einen Privatkrieg führen. Und die beiden finden die Ursache nicht heraus, weil der eine irgendwelche Informationen über den anderen erhalten hat und der andere über den einen. Dann bekämpfen sie sich und keiner weiß, daß eine Dritte Partei am Werk war. Das kann den weitaus schlimmsten Effekt auf eure Firma haben.

Man sieht das oft in Firmen, wo man die Arbeiter gegen die Firmenführung aufgehetzt hat. In der Schweiz ist das nicht so ausgeprägt, aber in vielen anderen Ländern ist das sehr stark vorhanden. Es besteht ein richtiger Klassenkampf zwischen den Arbeitern und der Firmenführung, als ob das Konkurrenten von verschiedenen Firmen wären. In Wirklichkeit sind das eine die Führungskräfte und das andere die Mitarbeiter ein und derselben Firma. Sie sind alle Teil desselben Orgboard und sollten eigentlich zusammen arbeiten. Meistens gehen diese Dritten Parteien so vor, daß sie sich einen aus dem Top-Management und den Führer der Gewerkschaft oder des Betriebsrats aussuchen und die beiden gegeneinander aufhetzen. Normalerweise steckt ein entsprechendes Motiv dahinter, Geld oder Macht oder so etwas. Und manche Firmen reagieren darauf mit einer "Gegen-Dritte-Partei", indem sie von vornherein einen Schiedsrichter einsetzen, der jedesmal, wenn es Streit zwischen Arbeitern und Management gibt, einschreiten muß. Das kann ein Rechtsanwalt, ein ehemaliger Arbeiter oder ein ehemaliger Manager der Firma sein, der heute ausserhalb dieses Spiels steht. Ist dieser Schiedsrichter gut, verhält er sich unparteiisch und verbindet er sich mit keiner der beiden Seiten, sondern beobachtet das Ganze wirklich neutral, dann kann er aufgrund seiner Sachkenntnis herausfinden, was da übereinander erzählt worden ist und was die Ursachen sind. Er muß genügend wissen, um die Wahrheit oder Unwahrheit von Dingen herauszufinden und um die Sache in Ordnung zu bringen.

Es könnte z.B. sein, daß den Arbeitern erzählt worden ist, daß 10 Prozent entlassen werden sollen. Und die fordern jetzt, daß niemand entlassen werden darf und daß sie eine Gehaltserhöhung erhalten. Und das Management sagt vielleicht: "Wir können euch nicht mehr Gehalt zahlen, denn wir haben jetzt schon zuviel Krankenhausunkosten, weil der LKW-Fahrer und die Empfangsdame diese Woche ins Krankenhaus mußten." Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte man jemanden, der geschult ist, Auswertungen zu machen, rufen. In der Situation gibt es zu viele OutPoints.

Kommen wir zur Abteilung 2. Normalerweise befindet sich in Abteilung 2 das Zentralarchiv, also nicht nur die Adressen der Lieferanten und Kunden, sondern die wirklichen Briefe und Geschäftskorrespondenz, die abgelegt wurde. Dort könnten auch die geschichtlichen Aufzeichnungen der Firma, z.B. alte Logbücher etc. aufbewahrt werden. Oder dort könnte auch eine Bücherei sein, wo man etwas nachschlagen kann. Diese Abteilung könnte auch dafür zuständig sein, daß die Gegenleistungen für das Produkt, also Zahlungen, eingetrieben werden. Gemeint ist hier das Eintreiben von Geldern, bevor sie die Zahlungsfrist überschritten haben. Wenn das der Fall ist, dann geht es in die Inkasso Abteilung.

Normalerweise sind in Abteilung 2 die Leute, die die Korrespondenz für die Firma erledigen. Sie haben Zugriff zu den Akten. Sie wissen, was die Firma produziert und können dementsprechend den Leuten schreiben und Dinge regeln. Sie könnten ihnen Prospekte über die neuen Modelle schicken oder so etwas. Da handelt es sich also um Kunden, von denen man Namen und Adressen schon kennt. Das sind z.B. die Leute, die schon euer Auto, das ihr produziert, gekauft haben. Ihr seid mit diesen Leuten schon im Geschäft.

Wißt ihr, daß in den meisten Firmen diese Abteilung am stärksten vernachlässigt wird? Schaut euch zum Beispiel euer Lebensmittelgeschäft an. Ihr geht rein und kauft dort etwas. Ihr geht dort sehr häufig rein und raus. Niemand fragt euch je nach eurem Namen oder sonst etwas. Das gleiche gilt für Restaurants, Bars und Einkaufszentren. Diese Geschäfte wissen in der Regel nie, wer ihre Kunden sind. Wenn sie jemals einen Abwärtstrend erleben, würden sie nie herausfinden, woran es liegt. Sie wissen nicht einmal, wen man fragen müßte, um das herauszufinden. Wenn sie je eine Werbeaktion veranstalten wollten, um ihr Einkommen wieder zu steigern, wüßten sie gar nicht, wen sie anrufen sollten. Vielleicht haben die Leute das Gefühl, daß die Kunden sich sträuben würden, ihren Namen und ihre Adresse zu hinterlassen, wenn sie dort etwas einkaufen. Aber es muß ja nicht so aufgezwungen sein. Man könnte ja z.B. sagen: "Wenn wir gewisse Sonderaktionen machen, etwas besonders Attraktives anzubieten haben, und sie hinterlassen uns ihre Anschrift, dann können wir sie entsprechend informieren."

Ich notiere hier die drei Bereiche. Das eine ist die Handhabung der Kunden, das andere wäre Briefkorrespondenz, Zentralarchivablagen und der dritte wären Broschüren über Produkte und Dienstleistungen, die man hat. Es geht hier also um die Verkaufsunterstützung. Das, was einem ermöglicht, an Leute, deren Adressen man bereits hat, zu verkaufen. In den meisten Firmen wird dieser Bereich sehr vernachlässigt. Die Versicherungen wissen es, die Banken wissen es und die großen Autofirmen wissen es auch. Frage aus dem Publikum: "Hat sich das Problem heute nicht durch die ganzen Kreditkarten gelöst?"

Das ist nichts, was den Geschäften hilft. Sie müssen höchstens dafür zahlen, daß die Kunden dort mit Kreditkarten einkaufen. Und das ist der Grund, weshalb man bei manchen Geschäften mehr zahlen muß, wenn man mit Kreditkarte kauft. Bei Tankstellen in Amerika ist es ganz kraß. Und den Hauptvorteil aus diesem System ziehen nur die Kreditkartenorganisationen selbst, denn sie haben die Unterlagen. Die Firmen bekommen diese nicht unbedingt.

Das wichtigste für diese Abteilung ist, daß sie herausfinden, wie zufrieden die Kunden sind, und aufgrund dieser Zufriedenheit ein Nachgeschäft machen. Wenn man die Adressen und Namen der Kunden gar nicht kennt, kann man das schlecht herausfinden.

Und die beste Werbung ist erstens die Zufriedenheit aufgrund der Ergebnisse, die bei Produkten oder Dienstleistungen erreicht wurden und zweitens die Mund-zu-Mund-Werbung, die von zufriedenen Leuten an andere weitergegeben wird. Die beste Art der Werbung ist nicht Fernseh- oder Zeitschriftenwerbung. Sie besteht auch nicht darin, daß man den Leuten tonnenweise Wurfsendungen reinschmeißt, sondern es ist wirklich Mund-zu-Mund-Werbung. Gute Ergebnisse und die Mund-zu-Mund-Werbung von Leuten, die gute Ergebnisse erzielt haben, ist die beste Reklame. Das ist die beste Reklame und auch diejenige, die die stabilsten Ergebnisse zeigt. Wir kommen nachher noch zur Abteilung 6.

Aber wißt ihr, daß man Millionen von Dollars für Femsehwerbung und alle möglichen Arten von Werbung ausgibt und schon zufrieden ist, wenn man zwischen 2 und 5 Prozent Reaktionen bekommt? Das ist ein ziemlich teurer Spaß! Einige der Werbebudgets von Firmen belaufen sich heutzutage auf ungeheure Summen in Millionenhöhe. Und sie machen es oft deshalb, weil sie keine Abteilung 2 haben und weil sie am Anfang nicht die nötigen Umfragen gemacht haben, um ihre Zielgruppe und deren Bedürfnisse genau festzulegen. Anstatt also diese Umfragen und Untersuchungen zu machen und dann ganz gezielte Werbung daraufhin zu machen, stellen sie eine Status-orientierte Werbeagentur ein, die ihnen die Werbeaktion verkauft, die gerade schick oder in ist. So nach dem Motto: "In diesem Monat ist es total in, daß man sein Produkt über sprechende Tiere verkauft." Im nächsten Monat heißt es vielleicht: "Diesen Monat muß die Werbung mit hübschen Mädchen im Badeanzug gemacht werden." Im folgenden Monat sagen sie: "Jetzt ist es in Mode, daß man mit Wortspielen die Werbung macht." Oder im nächsten Monat muß mit Trickfilmen geworben werden. Im Monat darauf ist der neueste Werbegag, mit irgendwelchen Raumfahrttricks zu arbeiten. Das Produkt muß von irgendeinem fernen Planeten hereinkommen und in einem Nebel explodieren.

Diese ganzen Aktionen haben weder mit dem tatsächlichen Produkt zu tun oder mit der Dienstleistung, die man geben will, noch mit den Bedürfnissen des Kundenkreises, den man ansprechen möchte. Das führt zwar zu ganz interessanten Anzeigen, z.T. sehr klugen und gerissenen. Aber wenn man sich einmal überlegt, wieviele dieser Produkte man wirklich kauft, dann stellt man oft fest, daß man sich für gar keines davon interessiert. Man müßte mal eine Umfrage machen, wie die Leute wirklich auf diese superschicken Anzeigen reagieren. Es hat wahrscheinlich mit der Emotionsskala zu tun. Vielleicht reagieren einige Leute, die weit unten sind, recht gut auf diese Anzeigen. Aber wenn diese Leute so fremdbestimmt sind und so leicht Effekt sind, dann könnte man genauso gut die Werbung vereinfachen und irgendeine autoritäre Person von der Implanterseite, z.B. einen Psychiater, auftreten lassen, der den Leuten sagt: "Kauft dieses Produkt! Es ist ganz in eurem Interesse. Ich sage das so!" Das würde vielleicht viele Leute, die auf der Stufe von hypnotischer Beeinflussung sind, sehr beeindrucken.

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