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alle scientologischen Freunde & Bekannten

U. & U. B. (Name und Adresse sind der Redaktion bekannt)

  1. Das Recht auf Selbstbestimmtheit
  2. Das Recht, ein Spiel zu verlassen
    • L. Ron Hubbard, "Die Rechte eines Thetans"

Austrittserklärung

Berlin, den 16. 8. 1998

Seit einigen Wochen haben wir uns von der Berliner Org zurückgezogen, mit dem erklärten Ziel, die Doubt-Formel bezüglich unserer Mitgliedschaft in der Scientology Kirche anzuwenden. Wir sind nunmehr zu einem Ergebnis gekommen, das sich wie folgt darstellt:

Jenseits aller Bekenntnisse zur Verbesserung des Menschen und der Erde arbeitet die Kirche in stärkstem Maße polarisierend. Obwohl die meiststudierte Policy mit Sicherheit KSW 1 ist, werden Demonstrationen gegen Regierungen, Verfolgungen von Kritikern und eine Opfermentalität geschürt, zusammen mit Zensur und Repressalien gegenüber freier Kommunikation, die den Graben zwischen Scientologen und "Wogs" immer tiefer ziehen. Jedoch "… ist das Ungeheuer, das uns auffressen könnte, nicht die Regierung oder die Hohenpriester. Es ist unser mögliches Versagen, unsere Technologie beizubehalten und auszuüben." (HCO PL 7. 2. 1965)Hier und da gab es kleine Eingeständnisse, in der Vergangenheit Fehler gemacht zu haben – wir erinnern an die Absetzung von Wiebke Hansen oder Heidi Raschidi und daraufhin folgende Erklärungen von Kirchenmitarbeitern.Anstatt jedoch die Conditions auf die Org anzuwenden und "… jedes kleinste Detail darüber, was zu dieser Zeit geschehen ist, herauszugeben" (Notes on the Lectures, Das Auditieren eines Gruppenengramms), wird der Mantel des Schweigens über die Vergangenheit gebreitet. Die Kirche erschafft sich hiermit ihre eigene Bank.Anstatt Selbsbestimmtheit und, wie es die aktuelle Werbung verspricht, eigenständiges Denken zu fördern, wird einseitige Kommunikation aufgezwungen (in Form von Events, die jeden Fehlschlag oder negativen Aspekt verschweigen, unter der Vortäuschung, es handele sich um Entheta (= … Kommunikation, welche auf Lügen und Verwirrungen basiert …; Tech. Dic.), obwohl es "lebenswichtig für eine Gruppe ist, über alle Daten, die sich auf diese Gruppe beziehen, informiert zu werden; und ein Management, das als Zensor vorgeht oder PR wird diese Gruppe zerstören." (Essay on Management).Andererseits werden Mitglieder zu ungewolltem Outflow gezwungen, wie im Falle der "Scientologist Online"-Sites unter der massiven Bedrohung, daß eine Zuwiderhandlung einen Report wegen angeblicher PTSness zur Folge hätte und man sich damit Schwierigkeiten auf den OT-Stufen erschaffen würde (Aussagen von DS, MS und KK).

Gleichzeitig sieht sich das Management, das entgegen jeglicher offiziellen Verlautbarung das RTC zu sein scheint (DS) – obwohl dieses nur ein Kontrollorgan für die Reinheit der Tech und außerhalb der Befehlskanäle sein sollte – vor dem Problem, diejenigen, die bei diesem Projekt mitmachen, vor der Kommunikation anderer zu "schützen" (wie es durch die verteilte Online-Software versucht wird, die es unmöglich macht, einen großen Teil des Internets anzuschauen. Ein Vorgehen, das sonst nur besorgte Eltern an den Tag legen, um ihre unmündigen Kinder von möglichen pornographischen Darstellungen fernzuhalten). Aufgezwungene und verhinderte Kommunikation sind keine Methoden, um die Selbstbestimmung zu erhöhen – im Gegenteil!Nicht zuletzt ist es für die meisten Menschen schlicht unmöglich, auf der Brücke wirklich voranzukommen.

Obwohl "Auditing einer Woche (25 h) dem Gegenwert eines durchschnittlichen Monatseinkommens …" entsprechen sollte (OEC Vol. 3), finden sich in unserem Bekanntenkreis keine Personen, die im Monat 16.000 DM verdienen – geschweige denn übrig haben. In den meisten Familien dürfte dieser Betrag, wenn überhaupt, innerhalb eines Jahres realisierbar sein – und mit ein bis zwei Intensiven im Jahr lassen sich allenfalls die Rudimente für das vergangene Jahr laufen, eine Bewegung auf der Brücke findet nicht statt.Das Zitat, daß "Geld niemals das Problem" ist, ist korrekt und authentisch. Und doch scheint Geld des öfteren ein großes Problem zu sein, nicht zuletzt für die Orgs, deren (oftmals gute, bemühte und idealistische) Mitarbeiter am Rande des Existenzminimums leben. Was stimmt also nicht? Gemäß der Daten-Serie ist "weggelassene Zeit ein Out-Point, den es zu untersuchen gilt, um das richtige Warum zu finden." Das berühmte Zitat stammt aus der Mitte der siebziger Jahre, als ein OT III-Paket (von Clear ab) etwa 800 $ kostete!

Die heutige Preisgebung von gut und gerne einer halben Million DM bis zu OT 8 (mindestens – oftmals noch mehr) bedeutet in der Regel den Zwang zur Hochverschuldung (was wiederum PTPs großem Ausmaßes und eine immense Verstrickung in Mest bedeutet) oder finanzielle Unregelmäßigkeiten (was durch einige Fälle in der Vergangenheit bestätigt wurde – z. B. die Firma Heilig).Uns scheint, daß solche Vorgehensweisen, obwohl vollkommen out-ethisch, von der Kirche geduldet wer-den, bis sie öffentlich bekannt werden. In diesem Fall erfolgt ein Declare der betreffenden Personen, um keine offensichtlichen Verbindungen mehr bestehen zu lassen.

Wie überhaupt der Umgang mit Kritik innerhalb der Kirche keine Chance zur Selbstkorrektur ermöglicht:

Kritik wird entweder als "Nattern" (meckern (Anm. Redaktion)) abgetan und/oder mit Ethikmaßnahmen "gehandhabt", schlußendlich erfolgt ein Declare der Person, wenn sie nicht locker läßt. Der Erfolg aller hier aufgelisteten Kritikpunkte resultiert in einer Person, die gezwungen ist, mehr und mehr Kompromisse mit der eigenen Realität einzugehen, damit sie die erhofften spirituellen Erfahrungen überhaupt genießen kann. Es ist aber nicht mög-lich, außerhalb der eigenen Valenz oder auf dauernden Withholds auf Flow 0 wirkliche Fortschritte zu machen!

Fazit:

Wenngleich wir der Meinung sind, daß die Scientology eine machtvolle und funktionierende Technologie zur Verbesserung des Lebens darstellt, sehen wir sie nicht mehr durch die Kirche repräsentiert. Auch hat die Beobachtung von Reformversuchen mittels Reports gezeigt, daß diese eher gegen den Schreiber gerichtet wurden als zur Behebung von Problemen führten (siehe z. B. P.S.).

Aufgrund dieser besorgniserregenden Beobachtungen sehen wir für uns keine Zukunft in der Kirche. Wir werden uns nie von der Scientology als solches abwenden, trennen uns aber hiermit von der Kirche und ziehen unsere Mitgliedschaft in ihr zurück.

Unsere volle Unterstützung gilt all denen, deren ehrliches Interesse und Handeln in der Verbesserung ihrer selbst und ihrer Mitmenschen liegt, seien sie innerhalb oder außerhalb der Kirche. (Dies ist die ursprüngliche Definition von "Scientologe", die mit der "modernen", vom RTC verbreiteten, leider nichts mehr gemein hat.)

Wir hoffen sehr, daß es gelingen mag, die Institution eines Tages wieder in ein Instrument für die Menschen zu verwandeln. An diesem Tag werden wir mit Freuden unsere Unterstützung der Kirche zukommen lassen.

Wir wünschen mit ganzem Herzen, daß all jene, die ihre Hoffnung in die Kirche legen, alle denkbaren Gewinne daraus ziehen mögen. Wir wünschen den guten und einsatzfreudigen Mitarbeitern, daß ihre Hingabe eine gerechte Belohnung erfahren möge.

Wir erlegen uns keinerlei Kommunikationsbeschränkungen auf und freuen uns über jede ehrliche Kontaktaufnahme.

Oder, mit den Worten von LRH:

    "Wenn man sich durch Kommunikation in ernsthafte Schwierigkeiten gebracht hat, sollte man dann nicht ganz auf die Kommunikation verzichten? Nein. Selbst wenn man sich durch Kommunikation in Schwierigkeiten bringt, sollte man weiter kommunizieren. Mehr Kommunikation – nicht weniger – ist die Antwort." (Dianetik 55)

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